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Kommentar: Wieder Perspektive

Nachhaltigkeit – dass kaum ein anderer Begriff im Rahmen der Mitgliederversammlung der VfL-Fußballer so häufig genannt worden ist, zeigt, dass die zweitgrößte Abteilung im Verein verstanden hat. Sowohl das neue Führungsquartett als auch die Basis haben erkannt, dass der freie sportliche Fall nur dann gestoppt werden kann, wenn auf Funktionärsebene wieder Kontinuität herrscht. Ob die am Freitag tatsächlich ins Amt gewählt wurde, kann freilich erst die Zukunft zeigen. Doch machen weder die vier neuen Taktgeber noch ihre vielen fleißigen Helferlein den Eindruck, als wäre ihr Engagement an der Jesinger Allee kurzfristig angelegt. Dafür schlägt in jedem, der Klingler & Co seine Dienste angeboten hat, bereits zu lange zu viel blaues Blut. Kaum zufällig haben in der schwersten sportlichen Krise viele von denen ihre Hand dem VfL ausgestreckt, die die goldenen Zeiten des Kirchheimer Fußballs miterlebt haben. Allen voran Ex-Spieler Claus Maier, an dessen Zusage letzten Endes auch die Bereitschaft von Oliver Klingler abhing, Verantwortung zu übernehmen. Dass sie sich die im Ehrenamt erfahreneren Armin Meißner und Karl Magg mit ins Boot geholt haben, ist sinnvoll und konsequent. Schließlich wurden Klingler und Maier am Freitag nicht müde zu betonen, dass man den Karren nur als Team wieder aus dem Dreck ziehen könne, und deshalb als große Familie auftreten müsse. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? Noch lange nicht, denn vom Zusammenhalt innerhalb der neu beschworenen VfL-Familie wird letztendlich auch die Zukunft des größten Sorgenkinds abhängen. Die erste Mannschaft in der Bezirksliga zu halten, ist trotz aller Beteuerungen, dass ein Abstieg kein Beinbruch wäre, das oberste Ziel aller Verantwortlichen. Dafür hängt die Zukunft der beim VfL auf hohem Niveau ausgebildeten Jugend zu stark von der Perspektive ab. Sportlich mag es die momentan zwar noch nicht geben, dafür seit Freitag aber wenigstens wieder auf Funkti­onärsebene. PETER EIDEMÜLLER

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