Kirchheim

Timo Brunke – ein Kirchheimer

„I ben d‘ Frau Schmied, kennsch me no?“ Eine ältere Dame, Marke schwäbische Hausfrau, steuerte geradewegs vor Beginn der Veranstaltung auf Timo Brunke zu. Für ihn war der Auftritt im Kornhaus ein Heimspiel, zu dem er viele alte Freunde und Bekannte begrüßen konnte – beste Voraussetzungen für eine gute Stimmung. Timo Brunke ist in Kirchheim aufgewachsen, hat das Schlossgymnasium besucht und in der dortigen Theater-AG seine ersten Bühnenerfahrungen gemacht. Flügge geworden hat er Theologie studiert, sich aber dann für die Bühnenlaufbahn entschieden. In Sachen Kleinkunst ging er unter anderem bei Frieder Nögge in die Lehre. Er machte sich einen Namen, indem er Poetry Slam Wettbewerbe in Stuttgart etablierte. Mittlerweile macht er Soloprogramme mit Slamgedichten und Balladen und Kabarett. Als „Familienmensch“, wie er sich bezeichnet, verzichtet er auf durchaus mögliche internationale Auftritte. Er hat enge Beziehungen zum Literaturhaus Stuttgart und macht in Schulen durch pfiffige Präsentation Literatur schmackhaft. Er lehnt sich aber nicht selbstzufrieden zurück, sondern nimmt selbst noch Unterricht in Bezug auf Stimme und Bewegung. Das Ergebnis konnte das Kirchheimer Publikum bei dem Heimspiel im Kornhaus sehen und war begeistert. Die mitgebrachten Exemplare von „Orpheus downtown“ gingen weg wie warme Semmeln. Brunke gab den Ratschlag, die Texte laut zu lesen, um sie zum Klingen zu bringen. Seine Kirchheimer Wurzeln verleugnet Brunke nicht. Immer wieder streute er in sein Programm Kirchheimer Reminiszenzen ein. Sogar literarisch hat er dort Anregungen bekommen. Er betonte mehrmals seine Affinität zum Dichter Hans Bethge und dessen meditativem Verhältnis zur Natur. Die Kirchheimer Zeit dieses Autors ist im Literaturmuseum dokumentiert.ust

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