Aus den Vereinen

Beeindruckende Mimen

Neidlinger Ersthelfer überzeugen bei Kreisentscheid des Jugendrotkreuzes

Über 100 Kinder- und Jugendliche haben beim Wettbewerb des DRK-Kreisverbandes Nürtingen-Kirchheim in der Grund- und Hauptschule Frickenhausen ihr Wissen überprüfen lassen. Die Aufgaben des Landesverbandes Baden-Württemberg stellten dabei eine große He­rausforderung dar.

Weinen für den Sieg: Die Jugendrotkreuzler aus Neidlingen zogen alle Register, um Punkte für ihre schauspielerische Leistung bei
Weinen für den Sieg: Die Jugendrotkreuzler aus Neidlingen zogen alle Register, um Punkte für ihre schauspielerische Leistung beim JRK-Kreisentscheid in Frickenhausen zu bekommen.Foto: privat

Frickenhausen. Unter den kritischen Augen der Erste-Hilfe-Ausbilder wurden je nach Altersstufe unterschiedliche Notfallsituationen dargestellt, die Wunden geschminkt und die Verletzten fachgerecht versorgt. Bei einer Scherbe im Fuß muss natürlich ordentlich gejammert werden, denn ein lächelnder Patient kann keine starke Schmerzen oder einen Schock haben.

Ines Baur, die Jugendreferentin des DRK-Kreisverbandes war insbesondere von den 10- bis 12-jährigen Mimen beeindruckt: „Wenn ich es nicht besser gewusst hätte, wäre ich von einer wirklichen Unfallsituation ausgegangen. Es gab sogar Kinder, die echte Tränen rausgedrückt haben. Eine Schauspielkarriere kann ich da nur empfehlen.“

Das Jugendrotkreuz lässt sich jedoch nicht nur auf Erste Hilfe reduzieren. Deshalb absolvierten die 13 teilnehmenden Gruppen auch sportliche, kreative und Wissensaufgaben zur Rotkreuzgeschichte. Den fünften Bereich bildete die soziale Auswirkung des Klimawandels – getreu dem neuen bundesweiten Schwerpunkt des Jugendverbandes.

„Den 13-Jährigen erklärten die Schiedsrichter zuerst mal den Begriff ‚ökologischer Fußabdruck‘, ehe es um vor- und nachgelagerte Prozesse einer Produktionskette für Kleidung oder Nahrung ging. Ich persönlich fand das viel zu schwer, aber wir wollten die uns vorgegebenen Aufgaben nicht vereinfachen, denn beim Bereichsentscheid sollten unsere JRKler mithalten können“, so Kreisjugendleiter Toni Reina aus Esslingen, der nach über zwei Jahrzehnten sein Amt abgibt.

Diesen Sprung auf die nächsthöhere Ebene haben in der Altersstufe 12 bis 16 Jahre das JRK Neidlingen und in der Altersstufe 17 bis 27 Jahre das JRK Wendlingen geschafft. Sie werden den DRK-Kreisverband auf Landesebene in vier Wochen vertreten.

Sandra Kottler aus Linsenhofen, die neue Kreisjugendleiterin, zog entspannt Bilanz: „Turnusmäßig gibt es für die Bambinis und Stufe 1 erst nächstes Jahr wieder weiterführende Wettbewerbe. Aber da die Jüngeren mit so viel Begeisterung dabei sind, wollten wir ihnen diesen spannenden Tag ermöglichen. Es gibt Nachbarkreisverbände, die aufgrund Teilnehmermangels keinen eigenen Entscheid durchführen konnten. Wir haben eine Gruppe aus Wieslauftal im Kreis Rems-Murr aufgenommen und mussten aufgrund des engen Zeitplans einer Gruppe aus Neubulach, Kreis Calw, leider absagen. Zwar steigen unsere Mitgliederzahlen nicht, aber wenn wir sie in der heutigen Zeit so halten können, ist schon viel gewonnen.“

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