Lokales

„Fremdenhass entgegentreten“

Integrationsausschuss sorgt sich um rechtsterroristische Entwicklungen

Mit tiefer Sorge beobachten Mitglieder des Integrationsausschusses der Stadt Kirchheim und dessen Arbeitsgruppen die jüngsten Entwicklungen und Enthüllungen rund um die Mordserie der Zwickauer Zelle.

Kirchheim. Nachdem im November die Bundesanwaltschaft bekannt gegeben hatte, dass der Hintergrund der Mordserie an zehn Menschen ausländerfeindlicher Natur gewesen sei, machte sich innerhalb des Integrationsausschusses Bestürzung und zugleich Fassungslosigkeit breit. Als besonders erschreckend wurde die Tatsache empfunden, auf welch‘ planvolle und gleichzeitig kaltblütige Art und Weise die Täter vorgegangen sind und durch welche niedrigen Beweggründe diese Taten veranlasst waren.

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Ebenfalls beunruhigend sei die Tatsache gewesen, dass der pure Zufall die Ermittlungsbeamten erst auf die Spur der Terrorzelle geführt habe und zuvor keinerlei Hinweise in diese Richtung ermittelt werden konnten. Angesichts dieser Tatsache habe auch die Bundesjustizministerin jüngst angedeutet, dass die Befürchtung bestünde, dass am Ende der Ermittlungen noch mehr Opfer zu beklagen sein würden, als bisher bekannt.

Vor diesem Hintergrund stellen Mitglieder des Kirchheimer Integrationsausschusses klar, dass diese Taten keine Angriffe auf einzelne Personen darstellen, sondern einen Angriff auf die Grundfesten unserer Gesellschaft.

Den Angehörigen der Opfer sprechen Mitglieder des Integrationsausschusses ein tief empfundenes Mitgefühl aus und bekunden eine besondere Anteilnahme. Zugleich hoffen sie auf eine schnelle und abschließende Aufklärung der Mordserie und wünschen sich für die Zukunft eine Neuorientierung der Vorgehensweise der Sicherheitsbehörden.

Die jüngs­ten Ereignisse hätten gezeigt, dass neonazistisch motivierte Straftaten nicht mehr nur unter der Rubrik Einzeltäter oder Einzeltat zu verorten seien. „Es ist erkennbar, dass mit einer neuen Qualität der Gewalt aus der rechten Szene zu rechnen ist, der man umso entschiedener entgegentreten muss.“

Gleichzeitig erklären Mitglieder des Integrationsausschusses und seiner Arbeitsgruppen, dass für sie solche Befürchtungen bezogen auf die Stadt Kirchheim jeder Grundlage entbehren. Voller Stolz blickt man hier auf eine über 20-jährige Zusammenarbeit zwischen einheimischer Bevölkerung und Zugewanderten zurück. Eine Zusammenarbeit, die im Wesentlichen geprägt ist durch die ehrenamtliche Mitarbeit von Menschen und Vereinen unterschiedlichster Kulturen und Nationalitäten, die sich gemeinsam im Sinne der Integration in Kirchheim einsetzen und große Fortschritte und Erfolge verbuchen. Erst in diesem Jahr wurde das 20-jährige Jubiläum des Integrationsausschusses der Stadt Kirchheim gefeiert. Im Rahmen dessen fand unter anderem ein „Tag der offenen Tür der Kirchheimer Migrantenvereine“ statt, bei dem das Kennenlernen der bunten Vielfalt in Kirchheim in den Vordergrund gestellt wurde.

Neben unterschiedlichsten Veranstaltungen wird in Kirchheim die Integration zudem durch viele Einzelprojekte wie beispielsweise das Deutsch-Kurs-Projekt „Klein anfangen“ oder den seit 1990 bestehenden „Christlich-Muslimischen“ Gesprächskreis, der sich im Oktober 2011 zum 50. Mal traf, gefördert. „Dem Fremdenhass und Rassismus muss aus allen Gesellschaftsteilen entschieden entgegengetreten werden.“ Hierfür haben sich Mitglieder und Arbeitsgruppen des Integrationsausschusses bereits in der Vergangenheit eingesetzt und sie werden dies auch in Zukunft tun.pm