Lokales

Psychiatrie-Areal wird Wohngebiet

Ausschuss fasst Aufstellungsbeschluss

Mit der Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gebiet Am Wasen konkretisierte der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss des Nürtinger Gemeinderats die Pläne des Landkreises, das Psychiatriegelände für den Wohnungsbau zu nutzen. Zwischen Neckar und Stuttgarter Straße sollen neun mehrgeschossige Gebäude entstehen.

Nürtingen. Mittelfristig will der Landkreis die Psychiatrie verlegen und aus dem Verkauf des Geländes einen Erlös für die weitere Umstrukturierung der Kliniken erzielen. Die Kreiskliniken Esslingen gGmbH lobte im Oktober 2009 einen Ideenwettbewerb aus. Die Jury entschied sich für das Nürtinger Architekturbüro „Weinbrenner.Single.Arabzadeh“.

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In einer Infoveranstaltung in der Glashalle des Rathauses im Februar 2011 wurde seitens des Landkreises betont, dass es sich um einen ersten städtebaulichen Vorentwurf handle. Die Klinikgebäude sollen abgerissen werden, da eine Sanierung nicht sinnvoll sei. Entlang des Neckars sind fünf frei stehende Gebäudeeinheiten geplant, vier davon mit fünf Geschossen und einem zurückgesetzten Dachgeschoss. Das der Stadtbrücke am nächsten gelegene Punkthaus ist derzeit mit sieben Geschossen plus Dachgeschoss geplant.

Auch der Nürtinger Gestaltungsbeirat hat sich in der Zwischenzeit mit den Plänen befasst. Das Gremium regte an, die Fassaden der Häuser entlang des Neckars gestalterisch stärker zu differenzieren. Entlang der Stuttgarter Straße ist ein Riegel mit drei viergeschossigen Wohngebäuden vorgesehen. Stadtauswärts schließt sich das ehemalige Siechenhaus an, das unter Denkmalschutz steht. Im Innenbereich befindet sich eine ebenfalls denkmalgeschützte Kapelle. Der Quartiersplatz, der durch die Bebauung entsteht, soll

Quartiersplatz auch für die Öffentlichkeit zugänglich

über Wege und eine Treppe zum Neckarufer hin auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Während der Planungsphase gab es einige Änderungswünsche aus den Fraktionen. Das überarbeitete Konzept sieht nun eine von 2,5 auf acht Meter verbreiterte Promenade entlang des Neckars vor. Dafür rückt die gesamte Anlage um drei Meter näher an die Neckarstraße heran. Statt dem Punkthaus stadtauswärts soll ein Langhaus entstehen, das zusammen mit einem weiteren Gebäude die Kubatur des Siechenhauses aufgreift. Auch geringere Gebäudehöhen wurden gewünscht. Stadtplaner Michael Paak dazu: „Über Höhen und Gestaltung der Gebäude sind wir noch in der Diskussion.“