Lokalsport

Knights einfach nicht nervenstark

2. Basketball-Bundesliga: Kirchheimer verlieren 81:84 nach Verlängerung in Heidelberg

Bittere Wahrheit für die Knights: Sogenannte Herzschlag-Spiele kann der Basketball-Zweitligist aus Kirchheim einfach nicht mehr gewinnen. Im gestrigen Gastspiel bei den MLP Academics Heidelberg gab es nach viel Dramatik in den Schlussminuten eine 81:84 (37:33)-Niederlage nach Verlängerung.

MLP Academics Heidelberg vs.VFL Kirchheim Knights 20141 Kelvin MARTIN MLPA-50 Ben BERAN VFLMLP Academics Heidelberg Saison 2014/
MLP Academics Heidelberg vs.VFL Kirchheim Knights 20141 Kelvin MARTIN MLPA-50 Ben BERAN VFLMLP Academics Heidelberg Saison 2014/15©vaf-foto/Alfred Geroldwww.as-sportfoto.deAlfred Gerold Feldstrasse 114 68259 Mannheim fon.0178/4550793 vaf-foto@web.de

Heidelberg. Schmerzhaftes Deja vu für die Zweitliga-Basketballer der Kirchheim Knights: Bei den MLP Academics Heidelberg setzte es beim 81:84 (37:33) bereits die zweite Auswärtsniederlage nach Verlängerung in Serie. Die Talfahrt des Teams von Neu-Trainer Michael Mai in der Pro A hält nach drei aufeinanderfolgenden Herzschlag-Pleiten somit weiter an. Wie bei der Niederlage nach doppelter Extra-Time in Chemnitz und bei der bitteren 87:88-Heimpleite gegen die Hamburg Towers fehlte den Rittern in Heidelberg das nötige Quäntchen Fortune in den alles entscheidenden Momenten. Der gewinn- bringende Drei-Punkte-Wurf gelang den Gastgebern quasi mit der Schlusssekunde der Verlängerung. „Wir haben heute verdammt viel richtig gemacht, und ich muss meinen Spielern zunächst Mal ein Lob aussprechen, dass sie nach zwei derart bitteren Niederlagen so eine Moral an den Tag gelegt haben“, stellte Coach Mai fest.

Anzeige

Die Hauptgründe für die erneute Pleite hatte der US-Amerikaner schnell gefunden. „Wir hatten viel zu viele Ballverluste – und die haben uns einfach gekillt. Zudem haben wir auch nicht über 40 Minuten konsequent stark verteidigt. Mit der Offensive bin ich sehr zufrieden, obwohl wir noch zu oft direkt nach der ersten Option schauen, anstatt nach der besten.“ Ausgerechnet gegen den langjährigen Knights-Trainer Frenkie Ignjatovic sowie den ehemaligen Ritter Nils Menck peilte Kirchheim am Sonntagabend in Heidelberg die sportliche Wende an. Entsprechend aggressiv gingen die Knights von Beginn an zu Werke. Im fahrigen und durch starke Defensive auf beiden Seiten geprägten ersten Spielabschnitt gelang es keiner der beiden Mannschaften, sich deutlich abzusetzen. Heidelberg ergriff meist die Initiative, jedoch schlugen die Ritter stets umgehend zurück. Vor allem Bryan Smithson, Enosch Wolf und Kapitän Radi Tomasevic stachen durch gelungene Aktionen auf beiden Seiten des Feldes hervor. Überhastete Fehler im Angriffsspiel sowie Unachtsamkeiten in der Defensive glichen die Gäste durch starken Einsatz und einige gelungene Offensivaktionen wieder aus. Nach zehn intensiven Spielminuten sahen sich die Knights denkbar knapp mit 16:18 im Hintertreffen.

Unmittelbar nach Beginn des zweiten Viertels begann für die Gäste die erste kritische Phase. Zwei erfolgreiche Drei-Punkte-Würfe des Heidelberger Offensivspezialisten Nico Adamczak brachten die Academics binnen weniger Sekunden vier Punkte in Front. Als Kirchheims Forward Enosch Wolf direkt im nächsten Angriff der Gastgeber ein unsportliches Foul beging, wuchs der Rückstand nach fälligem Freiwurf sowie eines Sprungwurfes des Ex-Kirchheimers Menck gar auf 20:27 an. Die Knights ließen sich jedoch nicht beirren und zündeten in den fünf Minuten vor der Pause den Turbo. Durch starke und aggressive Verteidigung befeuert, verabschiedete sich Kirchheim nach einem 17:6-Lauf mit einer Vier-Punkte-Führung (37:33) in die Kabine.

Das dritte Viertel entpuppte sich als Spiegelbild der ersten Hälfte. Am Ende gingen die Knights mit einer 57:56-Führung ins letzte Viertel – der nächste Krimi stand bevor.

Dass es für die Knights erneut zu einer Auswärts-Verlängerung kommen würde, schien rund viereinhalb Minuten vor dem Ende kaum möglich. Eine Schwächephase zum ungünstigsten Zeitpunkt brachte den Gästen einen 63:72-Rückstand ein. Vor allem das Top-Trio Adamczak, Grimaldi sowie Kelvin Martin spielte aufseiten Heidelbergs groß auf. Die Ritter bewiesen jedoch starke Moral. Angeführt vom in dieser Phase mit sieben Punkten überragenden Jordan Wild kämpften sich die Ritter Zähler um Zähler heran und lagen 55 Sekunden vor dem Ende plötzlich mit 75:73 in Front. Zwei Ballverluste brachten Heidelberg jedoch zurück ins Spiel und ermöglichten Martin gar eine Siegchance in der Schlusssekunde.

Auch in der Verlängerung sah Heidelberg beim Stand von 81:77 nach einem Notdreier von Adamczak rund zwei Minuten vor dem Ende wie der sichere Sieger aus. Elf Sekunden vor Schluss gelang den erbittert kämpfenden Rittern durch Ben Beran der erneute Ausgleich. Martin stellte jedoch per spätem Dreier den Endstand her. Am nächsten Samstag erwarten die Ritter die Mannschaft aus Giessen in der Sporthalle Stadtmitte (ab 19.30 Uhr).