Lokalsport

Kreuzritter vor dem Durchmarsch

Crusaders sind nach sechs Spieltagen Regionalliga-Tabellenführer und träumen von der 2. Liga

Die Teckregion könnte nach den Basketballern der Kirchheim Knights bald einen zweiten Zweitligisten bekommen: Nachdem die Albershausen Crusaders nach sechs Spieltagen ungeschlagen an der Tabellenspitze der Football-Regionalliga stehen, sind die Aufstiegsspiele zum Greifen nah. Obwohl die Euphorie groß ist, käme die zweite Liga für die Kreuzritter womöglich zu früh.

In Feierstimmung: Die Footballer der Albershausen Crusaders, hier nach dem letzten Sieg in Kaiserslautern, steuern nach sechs Re
In Feierstimmung: Die Footballer der Albershausen Crusaders, hier nach dem letzten Sieg in Kaiserslautern, steuern nach sechs Regionalligaspieltagen auf Zweitligakurs. Foto: Sarah Philipp

Albershausen. So schnell muss man Saisonziele neu abstecken – zum ersten Regionalliga-Spiel Anfang Mai noch mit der Vorgabe Klassenerhalt angetreten, backen die Albershausen Crusaders knapp acht Wochen später richtig große Brötchen. Nach sechs Siegen aus sechs Partien ist der Oberliga-Aufsteiger unangefochtener Tabellenführer der dritthöchsten deutschen Spielklasse und darf sich berechtigte Hoffnungen auf den ganz großen Coup machen: den Durchmarsch in die German Football League 2. Den gibt‘s allerdings nicht automatisch für den Titelgewinn, sondern erst nach Verlängerung: Erst- und Zweitplatzierter der Regionalliga Mitte treffen im Kampf um zwei Zweitligatickets im September in Hin- und Rückspiel im Über-Kreuz-Modus auf die beiden Topteams der mit bayerischen Teams besetzten Regionalliga Süd.

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Die Zuversicht, in den verbleibenden vier Saisonpartien die für Platz eins oder zwei nötigen Punkte zu holen, ist groß in Albershausen. „Wenn wir von den Spielen gegen die direkten Verfolger aus Gießen und Freiburg eines gewinnen, sieht‘s relativ gut aus“, gibt sich Mirko Mosenthin optimistisch. Der 35-jährige Kirchheimer ist einer von vier Vorständen bei den Crusaders und wie das gesamte Umfeld heiß auf die Aufstiegsspiele. „Jetzt wollen wir die Sache auch vollends erfolgreich durchziehen“, sagt er.

Kurioserweise könnte im entscheidenden Duell ums Zweitligaticket mit den Fursty Razorbacks aus Fürstenfeldbruck just die Mannschaft warten, gegen die die Albershausener in einem Testspiel Ende April eine 10:35-Pleite kassierten, die allerdings wenig Aussagekraft über die Schlagkraft der Crusaders hatte.

Nicht nur, weil der zuvor frisch verpflichtete US-Quarterback Shane Gizmo (23) damals noch nicht voll ins Spielsystem integriert war, sondern vor allem, da die Kreuzritter seit knapp zwei Jahren auf Pflichtspielebene ungeschlagen sind. Seit dem 14:40 am 7. Juli 2012 gegen Ravensburg haben die Albershausener saisonübergreifend 20 Mal den Platz als Sieger verlassen – für Mirko Mosen­thin beinahe schon logische Folge einer kontinuierlichen Entwicklung. „Der harte Kern der Mannschaft ist seit Jahren zusammen und kann die verschiedenen Systeme und Spielzüge mittlerweile in- und auswendig.“

Dass dies im Falle eines Aufstiegs nicht reichen würde, um in der zweiten Liga zu bestehen, ist den Verantwortlichen dabei durchaus bewusst. „Als Hausaufgaben stünden dann Neuverpflichtungen und Erweiterung des Sponsorenpools auf dem Programm“, weiß Mosenthin, „außerdem müsste das ganze Drumherum auf eine breitere Basis gestellt werden.“ Soll heißen: Um auf Augenhöhe mit anderen Teams zu kommen, dürften nicht, wie bisher, die Spieler selbst tagelang die aufwendigen Heim- und Auswärtsspiele organisieren, sondern – falls es der Geldbeutel zulässt – bezahlte Kräfte oder neu gewonnene Ehrenamtliche.

Im Vorteil sind da arrivierte Teams wie Zweitligist Holzgerlingen Twister, der bereits so lange im Geschäft ist, dass ehemalige Spieler das Organisatorische abwickeln. „So gesehen könnte der Aufstieg für uns womöglich zu früh kommen“, so Mosenthin, ohne dabei auf die Euphoriebremse treten zu wollen. „Wir würden sicher nicht auf den Aufstieg verzichten“, betont er, „was das für Folgen haben kann, hat man ja vor zwei Jahren bei den Knights gesehen.“

In den letzten vier Saisonspielen treffen die Crusaders auswärts noch auf die Gießen Golden Dragons (28. Juni), die Freiburg Sacristans (6. Juli) und die Badener Greifs (13. Juli), ehe erneut Freiburg zum letzten Spiel in Albershausen (19. Juli) antritt.