Lokalsport

Notzinger Rot-Orgie

Der 1. FC Frickenhausen unterstrich mit einem Auswärtssieg in Bargau seine Favoritenrolle in der Landesliga. „Durch den Zuzug einiger Spieler des VfL Kirchheim haben wir eine größere Auswahl und mehr Qualität bekommen“, sagt FC-Pressereferent Werner Schmid.

Kirchheim. Beim Gastspiel am Rande der Ostalb schlug sich das in „Kirchheimer“ Toren nieder. Antonio Tunjic, der aktuellste Neuzugang, wurde in der 54. Minute eingewechselt und erzielte bei seiner ersten Ballberührung das 0:2. Mit seinem zweiten Treffer setzte er auch noch den Schlusspunkt zum 0:4. Für die beiden anderen Erfolgserlebnisse sorgten mit Fatih Özkaraman und Coscun Isci ebenfalls zwei ehemalige VfL-Spieler.

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Vom letzten Oberligastamm der „Blauen“ sind auch Christopher Eisenhardt, Emrah Polat und Benedikt Deigendesch gekommen und haben aus dem 1. FC Frickenhausen endgültig eine Kirchheimer Filiale gemacht. Sie kamen, obwohl sie gravierende Gehaltseinbußen in Kauf nehmen mussten, denn ihr neuer Brötchengeber hat nur einen Mini-Etat. Aber ihnen geht‘s in erster Linie ums Fußballspielen. Und das spricht für sie. Als Belohnung winkt am Ende der Saison möglicherweise der Aufstieg in die Verbandsliga.

Oder vielleicht schon viel früher. Nämlich dann, wenn Frickenhausen im „Fall Göppingen“ in der WFV-Berufungsverhandlung Recht bekommt. Dann würde der FC den Platz der Göppinger in der Verbandsliga erhalten und deren momentanen Punktestand (4) übernehmen. Umgekehrt müsste der SV runter in die Landesliga, stünde aber mit den neun Punkten des FC gleich an der Tabellenspitze. So sagen es die Statuten. Alles relativ unwahrscheinlich, aber theoretisch möglich. Die Entscheidung soll im Laufe dieser Woche fallen.

Heiß her ging es in der Kreisliga A beim Spiel Notzingen gegen Neuffen. Nach einer Viertelstunde lagen die Gastgeber schon mit 0:3 im Rückstand, da brannten bei einigen Spielern die Sicherungen durch. Es wurde gefoult und gemotzt. Der Schiedsrichter schickte drei Notzinger vorzeitig in die Kabine. Der Rest riss sich zusammen, zeigte Moral, holte Tor um Tor auf und schaffte mit acht gegen elf noch ein 4:4. Hut ab! Eine große Energieleistung der Notzinger, allerdings weiter getrübt durch einen vierten Platzverweis kurz vor Schluss.

Ein frischer Wind bläst über das Ötlinger Sportgelände im Rübholz. Selbst betagtere Fans konnten sich nicht erinnern, wann der TSV zum letzten Mal „alle Neune“ getroffen hat. Und das gegen Schlierbach, in der Vergangenheit immer ein kleiner Angstgegner. Unter dem neuen Spielertrainer Birant Sentürk ist die verjüngte Mannschaft nicht wiederzuerkennen. Lange Bälle sind tabu. „Wir versuchen mit Kurzpässen und über die Flügel zum Ziel zu kommen“, ist sein Credo. Kann der TSV seine Form stabilisieren, ist der sofortige Wiederaufstieg keine Fata Morgana.