Lokalsport

Viel Thermik zum Auftakt

Sowohl am Samstag als auch am Sonntag konnte beim Hahnweid-Wettbewerb geflogen werden

Die Segelflieger haben beim Hahnweid-Wettbewerb zwei volle Flugtage hinter sich: Sowohl am Samstag als auch am Sonntag herrschte genügend Thermik.

Hahnweide, Impressionen vom Hahnweidwettbewerb
Hahnweide, Impressionen vom Hahnweidwettbewerb

Kirchheim. Hoch hängen die internationalen Nationalflaggen auf der Hahnweide derzeit im Wind. Es ist das Kontrastprogramm zu den Flaggen der Fliegergruppe Wolf Hirth, die auf halbmast hängen. Ein Bild, das das Eröffnungsbriefing am vergangenen Freitagabend prägte. Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker und der Vereinsvorsitzende Rainer Schmidt erinnerten in ihren Ansprachen und einer Gedenkminute nochmals an den tödlich verunglückten Piloten Klaus Lenhart. Ungewöhnlich still war es dabei in der Halle, die bei den früheren Wettbewerben sonst immer voller Unruhe war. Die Stadtchefin sprach zugleich von der Freude, die sie erfülle, wenn zu Beginn der Wettbewerbswoche Autos mit Kennzeichen aus ganz Europa zu sehen seien. Sie wünschte allen Teilnehmern das nötige Glück bei ihren Flügen.

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Das Wetterglück stellte sich am Samstagnachmittag ein. Etliche Piloten waren skeptisch zum späten zweiten Briefing um 13 Uhr geeilt und umso erstaunter, als Sportleiter Marc Puskeiler für drei Wettbewerbsklassen eine Aufgabe präsentierte. Der Optimismus, basierend auf seiner langjährigen Erfahrung in dieser Funktion, zahlte sich aus: Für die Renn-, 18-Meter und offene Klasse waren am späten Nachmittag Strecken bis 180 Kilometer machbar. Alle Strecken führten die Segelflugpiloten auf die Ostalb und Richtung Crailsheim. Schnellster über die Sprintdistanz war der Brite Steve Jones in der offenen Klasse mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 106 km/h. Damit hatte er die Nase knapp vor dem Team Felipe Levin/Uli Schwenk. Hahnweid-Routinier Reinhard Schramme war am späten Nachmittag mit 105 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit ebenfalls sehr zügig unterwegs Damit war er nur 11 Sekunden schneller als der Karlsruher Student Ulrich Deck. Werner Amann (Österreich) folgte mit einer Sekunde Rückstand auf Ulrich Deck. In der Rennklasse setzte sich Marc Schick vom FSV Neustadt/Weinstraße mit 85 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit gegenüber Thomas Krauss (Kornwestheim) und seinem Vereinskameraden Frank Schwerdtfeger durch.

Der Sonntag brachte den 118 angereisten Piloten optimale Flugbedingungen. Startaufbau und Briefing wurden von der Wettbewerbsleitung vorverlegt, um den Tag voll ausnutzen zu können. Nach der Sprintwertung am Samstag standen Langstreckenflüge zwischen 520 und 630 Kilometern auf dem Programm. Die Strecken führten für die offene Klasse an Nürnberg vorbei ins thüringische Sonneberg, dem Bayrischen Wald folgend nach Cham unweit der tschechischen Grenze, und wieder zurück zur Hahnweide. Die 18-Meter Klasse flog zuerst nach St. Georgen im Schwarzwald, anschließend ebenfalls bis zur tschechischen Grenze nach Nittenau und von dort zurück zur Hahnweide. Die anderen Klassen hatten ähnliche Aufgaben zu erfüllen, flogen aber nördlich an Stuttgart vorbei. Da das Thermikende vom Meteorologen erst nach 18 Uhr angesagt war, nutzten viele Piloten den Tag voll aus, und so erfolgten viele Landungen erst gegen 19 Uhr.

In der vorläufigen Wertung lagen wiederum die ausländischen Gäste hoffnungsvoll platziert: Makoto Ichikawa (Japan), Wolfgang Janowitsch (Österreich) und Steve Jones (Großbritannien) siegten in ihren jeweiligen Klassen. Jones machte mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 131 km/h über die 630 Kilometer lange Strecke klar, dass er auch auf der Langstrecke ein echter Spitzenkönner ist. Richtig knapp ging es in der 18-Meter-Klasse zu. Nur neun Sekunden trennten Wolfgang Janowitsch und den Zweitplatzierten Reinhard Schramme nach beinahe fünfeinhalb Stunden Luftrennen. In der Standardklasse kam der Dettinger Andreas Belz ganze 12 Sekunden nach dem erstplatzierten Japaner Ichikawa ins Ziel. Einzig in der Rennklasse hatten die Piloten von der Hahnweide die Nase vorne. Thomas Wettemann und Michael Eisele benötigten für die 550 Kilometer weniger als fünf Stunden. Wettemann erzielte einen 115 km/h- Schnitt.

Meteorologe Jupp Dahlem ist für die nächsten Tage, was das Flugwetter betrifft, optimistisch.