Kirchheim

Einmal querbeet durch die Musikszene

Veranstaltung Am kommenden Samstag geht die 21. Kirchheimer Musiknacht über die verschiedenen Bühnen in der Innenstadt. Mehr als 10 000 Besucher werden erwartet. Von Günter Kahlert

Die Kirchheimer Innenstadt steht am Samstag wieder ganz im Zeichen der Musiknacht.Foto: Deniz Calagan
Die Kirchheimer Innenstadt steht am Samstag wieder ganz im Zeichen der Musiknacht.Foto: Deniz Calagan

Der Termin ist ungewohnt, das Programm ist es nicht. Allein die nackten Zahlen der 21. Kirchheimer Musiknacht am kommenden Samstag sind wieder beeindruckend: 69 Bands und DJs an 43 Veranstaltungsorten. Mehr geht eigentlich kaum. Dass die Kult-Veranstaltung 2018 so spät in den Juli gewandert ist, hat triftige Gründe. Der ursprünglich anvisierte Wunschtermin 9. Juni war schon belegt vom Landesfest des Schwäbischen Albvereins und danach kam die Fußball-WM. Blieb also nur noch der 21. Juli, denn eine Woche später fangen schon die Sommerferien an.

Eines freut Musiknacht-Macher Michael Holz ganz besonders: „Dieses Jahr ist die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten perfekt. Es gibt absolut konstruktive Gespräche, so macht es Spaß.“ Ungewohnt euphorische Töne von dem ansonsten eher coolen Eventprofi. Das hörte sich vergangenes Jahr noch ein bisschen anders an, die Zukunft der Musiknacht stand auf der Kippe. Ein frustrierter Michael Holz, ein verärgertes Ordnungsamt, viele Missverständnisse und eine „angefressene“ Oberbürgermeisterin, weil Michael Holz - trotz jahrzehntelanger enger Zusammenarbeit - nicht im Vorfeld mit ihr über seine „Aufregerthemen“ gesprochen hatte. Doch das ist Schnee von gestern. Die Probleme kamen schnell vom Tisch, dazu ist die Veranstaltung viel zu wichtig für Kirchheim.

„Die Musiknacht hat einen ungeheuren Stellenwert für unsere Stadt“, meint Angelika Matt-Heidecker dazu, „nicht nur weil ich selbst begeistert bin, was da geboten wird.“ 10 000 und mehr Besucher an einem Nachmittag und Abend in der Innenstadt, da träumt das Stadtmarketing manch anderer Kommune davon.

Los geht‘s traditionell um 12.30 Uhr, sozusagen das „warm-up“ für die Musiknacht. Vor dem Rathaus eröffnen Michael Holz und Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker die Veranstaltung, die Musik danach kommt von John Noville, einem Künstler aus Barbados mit karibischen Sounds. Parallel dazu spielen auf dem Platz der kleinen Freiheit zwischen „Wunderbar“, „Freudenhaus“ und „Stiftscheuer“ die israelischen Jugend-Jazzer „Borochov 5“. Und natürlich dürfen im Wachthausgarten Günther Scheuring und die „Rumb­lers“ nicht fehlen. Da wird dann auch Musiknacht-„Urgestein“ Andreas Kenner ganz sicher wieder seine eigene launige Begrüßung machen und ein paar Stücke mit seiner „Blues Harp“ zusammen mit den „Rumblers“ spielen. Dieser erste Teil der Veranstaltung bis etwa 14 Uhr ist kostenlos, das große Programm beginnt ab 18 Uhr. Das kostet einen unverändert moderaten Eintritt: 13 Euro im Vorverkauf, 15 Euro an den Abendkassen. Kinder bis 14 Jahre zahlen nichts.

Die Mischung an Gruppen und Künstlern für die Musiknacht ist wie gewohnt querbeet - von deutschem Schlager und Rock ‘n‘ Roll über Folk, Rock und Blues bis hin zu Jazz. Es ist wie ein riesiges musikalisches Büfett, an dem sich jeder seine persönliche Musiknacht-Tour zusammenstellen kann. Einen auch nur annähernd kompletten Überblick zu allen Bands und allen Locations zu geben, ist an dieser Stelle müßig. Es sind einfach zu viele. Dafür gibt es den Flyer überall in der Stadt und im Umland sowie die Internetseite der Musiknacht (www.musiknacht.tv).

Umgewöhnen müssen sich manche „Stammgäste“, die sich jedes Jahr auf ganz bestimmte Gruppen freuen. Michael Holz hat einige Bühnen rollieren lassen. Die Rock ‘n‘ Roller der „Bang Bags“ beispielsweise ziehen um vor das „Queens“ in der Dettinger Straße, dafür spielen auf ihrem Stammplatz vor dem Stadtkino jetzt „Miss Foxy“. „Dicke Fische“ spielen dieses Mal statt auf dem Schlossplatz vor dem Rathaus, und wer die Rolling Stones Coverband „Stoned“ sucht, findet sie 2018 im „Krokodil“. Aber das sind letztlich Kleinigkeiten.

„After Partys“

Um Mitternacht ist Schluss auf den Bühnen im Freien, drinnen geht es in vielen Lokalitäten mit „After Partys“ weiter. Allein elf Mal werden noch DJs im Einsatz sein, in der Bastion spielt ab 24 Uhr eine der neuen Musiknachtbands, „The Edge“.

Auf eines ist Michael Holz ein bisschen stolz: Die Musiknacht hat nach wie vor familiären Charakter. „Deshalb fangen wir abends um 18 Uhr an, da sieht man auch noch Familien mit Kindern.“ Typisch Musiknacht war bisher immer die ausgesprochen fröhliche, friedliche Stimmung, selbst wenn es mal gedrängt zugeht. Man trifft Menschen aus allen Generationen - und irgendwie passt es.

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