Lenninger Tal

Das verrückte Labyrinth lockt ins Mais-Meer

Die Besucher genießen die Aussicht auf ein wogendes Maismeer. Foto: Carsten Riedl

Im Labyrinth ist es kühl, die über zwei Meter hohen Maisstauden spenden angenehmen Schatten. Wagt man sich auf den schmalen Pfad, ist man schon nach zwei Abbiegungen im Irrgarten gefangen. Völlig umschlossen von einem 7000 Quadratmeter großen Feld. Um das zu erleben, kommen viele Familien nach Unterlenningen. Es sind vor allem Eltern und Großeltern mit Kindern, aber auch junge Paare, die ihren Orientierungssinn auf die Probe stellen wollen.

Zwei Jungs, noch keine acht Jahre alt, rennen aufgeregt den Pfad entlang: Sie haben Station Nummer drei entdeckt! Insgesamt sind im Labyrinth sieben Stationen versteckt, an denen die Besucher Quizfragen beantworten sollen, die sich rund um den Sulzburghof und die Landwirtschaft drehen. Die Antworten ergeben das Lösungswort. Doch die Ratenden müssen sich noch bis Mitte September gedulden - dann erst findet die Verlosung statt. Noch bis zum 8. September können hier Familien und Paare täglich von 8 bis 18 Uhr den Weg aus der grünen Irre finden, dann werden die Maiskolben geerntet und an die Kühe verfüttert.

Ein Aussichtsturm steht als Orientierungshilfe mitten im Feld. Das metallene Plateau ist nur über eine schmale Treppe zu erreichen. Der Blick hinab zeigt ein Meer aus 100 000 Staudenspitzen. Sich zu orientieren ist schwierig, denn der Weg lässt sich nicht erkennen. Dafür aber Wald, soweit das Auge reicht, der Gelbe Felsen und die Burg Teck. Das saftige Grün leuchtet in seinen herrlichsten Tönen: Waldgrün, Wiesengrün - eine ganz andere Welt als die Unsicherheit in den Irrwegen des Maisfeldes.

Das Labyrinth verführt seine kleinen Besucher zum Schabernack. Ein strohblonder Junge versucht, seiner großen Schwester den Weg auf den Turm zu versperren. Doch sie konzentrieren sich schnell wieder auf ihre Aufgabe, denn nur noch eine Antwort fehlt ihnen, bis sie sich ihren Weg nach draußen bahnen können. Doch wie kommt man aus dem Labyrinth? Ob ein Urinstinkt den Weg weisen kann oder ob die Logik hier hilft? Biege immer nach rechts ab, dann kommst du am schnellsten raus. . . so heißt es doch. Meistens geben die Kinder hier den Weg an. Die Eltern genießen die Zeit in der Natur mit ihren Familien. Interessiert raten sie mit und tragen die Antworten in ihre Quizkarten ein.

Das Maislabyrinth stellt einen Kontrast zur kontrollierten und digitalisierten Alltagswelt dar: Durch die Orientierungslosigkeit muss man sich auf seine Sinne verlassen - oder aufs Geratewohl der Nase nach. Findet man seinen Weg nach draußen, fällt der Blick zuerst auf den Stoppelacker, wo das Labyrinth zuletzt stand. Dieses Jahr wurde es auf die andere Seite verrückt. Dadurch werden neue Irrwege möglich, sodass auch die Besucher des letzten Jahres neue Pfade finden können.

Das Maislabyrinth ist ein Vergnügen für die ganze Familie. Man verläuft sich gemeinsam, kann Rätsel lösen und zusammen auch wieder den Weg nach draußen finden. Katharina Daiss

Schon eine Dreiviertelstunde irrt Meike Becker mit den Kindern und
ihrer Mutter Sybille Neumann im Maisfeld umher, Station eins und sechs
fehlen noch. Die Ludwigsburgerin berichtet: „Ich hab das Gefühl, wir
laufen immer im Kreis. Aber die Kinder entscheiden, wohin wir gehen. Jetzt fehlen uns noch zwei Stationen. Ob wir die noch finden. . . keine Ahnung.“ Foto: Carsten Riedl
Einen Tipp hat Bernd Zitzmann seinen beiden Enkeln mit auf den Weg
gegeben, bevor er sie ins Maislabyrinth ließ: „Sucht euch den Hochsitz,
geht rauf und schaut, wo die Teck und wo der Felsen ist. Da ist der Ausgang.“ Letztes Jahr war er mit ihnen drin. Keine halbe Stunde muss der Esslinger warten, bis die Kinder ihren Weg aus dem Labyrinth finden. Foto: Carsten Riedl
Tierischen Spaß hat Sonja Schmidtke mit ihren drei Kindern und dem
Familienhund. „Die Kinder fanden es spannend, und für den Hund war es
total aufregend!“, berichtet die Ebersbacherin. Für ihre Töchter ist es besonders schön, die Kälbchen auf dem Hof zu streicheln. Durch den Teckboten erfuhr sie von dem Maislabyrinth in Unterlenningen. Foto: Carsten Riedl
Des Rätsels Lösung haben Anja Matthis und ihre Kinder bereits herausgefunden. „Aber wir haben den Ehrgeiz, alle Stationen zu schaffen! Es fehlt uns nur noch die Nummer eins.“ Tochter Klara hat diesen Familienausflug vorgeschlagen. Sie war schon letztes Jahr hier und fand es so toll, dass sie diesmal ihre Familie mitgebracht hat. Foto: Carsten Riedl
Einen Wettbewerb im Maislabyrinth lieferten sich Margarete und Paul Matheis und ihre Enkel Konstantin und Sophie. Das Team der Frauen wusste das Lösungswort zuerst, das Team der Männer fand den Ausgang schneller. Sie können sich aber nicht entscheiden, welche Disziplin über den Tagessieg entscheidet. Doch viel wichtiger ist: „Es hat Spaß gemacht!“ Foto: Carsten Riedl
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