Weilheim und Umgebung

Friedhof verändert sein Gesicht

Ohmden arbeitet an Umgestaltung – Neue Urnenwand steht

Schritt für Schritt saniert die Gemeinde Ohmden ihren Friedhof und erweitert ihn um neue Grabformen. Seit Kurzem steht nun die Urnenwand.

Das unterste Feld des Ohmdener Friedhofs wird als nächstes umgestaltet. Hier sollen neue Urnengräber geschaffen werden. Die Urne
Das unterste Feld des Ohmdener Friedhofs wird als nächstes umgestaltet. Hier sollen neue Urnengräber geschaffen werden. Die Urnenwand (kleines Bild) steht bereits. Landschaftsarchitekt Roland Rendler hatte Muster für die Verschlussplatten mitgebracht. Fotos: Markus Brändli

Ohmden. Vor zwei Jahren hat die Gemeinde Ohmden begonnen, ihren Friedhof umzugestalten. Dabei sind Wiesengräber entstanden, Reihen- sowie Urnengrabfelder neu gestaltet und frische Platten verlegt worden. Jetzt steht auch die neue Urnenwand – wohl eine der prägnantesten Veränderungen auf dem Friedhof. Vor Ort haben Bürgermeister Martin Funk und Landschaftsplaner Roland Rendler zusammen mit dem Gemeinderat Verschlussplatten für die Kammern ausgesucht und einen Überblick über vergangene und kommende Maßnahmen gegeben.

„Der Ohmdener Friedhof hat überall Gefälle“, wies Landschaftsarchitekt Roland Rendler auf eine Schwierigkeit hin – bei der Gestaltung des Friedhofs allgemein und bei der Platzierung der Urnenwand im Speziellen. „Wir mussten schon sehen, wie wir die Mauer richtig ins Wasser setzen“, so Rendler. Die Urnenwand verfügt über 18 Kammern. Davor sind zwei eingefasste Pflanzbeete angelegt, die bei Bedarf als Urnenhain dienen könnten. Zu beiden Seiten der Wand liegen noch zwei bestehende Gräber mit langen Laufzeiten, die ins Ensemble integriert wurden. „Wegen der Bodenbeschaffenheit sind die Ruhezeiten in Ohmden recht hoch“, informierte Roland Rendler.

Die Wahl fiel auf Naturstein in der Variante „Multicolor Rosso matt“ – passend zu den rostroten Einfassungen der Beete vor der Urnenwand. Zur Verfügung stehen sollen die Kammern voraussichtlich ab Herbst oder Winter. „Davor müssen wir noch abrechnen, die Gebühren kalkulieren und die Satzung ändern“, schilderte der Bürgermeister das Prozedere.

Alles in allem, so schätzt Landschaftsarchitekt Rendler, werden die Maßnahmen am Friedhof dieses Jahr auf 34 000 Euro kommen. Im vergangenen Jahr hat Ohmden 35 000 Euro investiert, 2014 waren es 19 000 Euro.

Ebenfalls für dieses Jahr vorgesehen ist die Umgestaltung des Grabfelds, das vom Haupteingang aus gesehen ganz vorne rechts gelegen ist – obwohl das eigentlich erst für 2017 geplant war. Dort soll ein Urnenfeld entstehen. „Bei den Urnengräbern könnte es nämlich eng werden. Da ist die Nachfrage zurzeit relativ hoch“, begründete Bürgermeister Martin Funk. „Die Kindergräber dazwischen werden in die Gestaltung integriert“, erläuterte Roland Rendler. Für künftige Kinderbestattungen legt die Gemeinde allerdings noch einen speziellen Bereich ganz im Norden des Friedhofs an.

Auch die gärtnerbetreuten Urnengräber, für die der Bereich am Rand des Friedhofs hinter der Aussegnungshalle reserviert ist, sollen schon bald belegt werden können. „Es gibt bereits einen Vertrag mit einem Gärtner – jetzt warten wir noch darauf, dass er die Gräber anlegt“, so Funk. Außerdem soll gleich nebenan eine neue Bank aufgestellt werden.

Schon seit einem Jahr gibt es in Ohmden auch eine Fläche für Wiesengräber. „Diese neue Grabform wird aber noch gar nicht angenommen“, sagt Martin Funk.

Ungepflegt

Die Gemeinde Ohmden investiert in die Neugestaltung ihres Friedhofs – und das ist gut so. Zwischen krummen Trittplatten und verwilderten Gräbern entstehen klar strukturierte Bereiche mit neuen, aber auch traditionellen Grabformen. Schade nur, dass der ungepflegte Gesamteindruck geblieben ist: Löwenzahn und Disteln wachsen im hohen Gras, Unkraut überwuchert die Wege, und unter den Hecken lugt Gestrüpp hervor.

Das Problem ist altbekannt: Der Bauhof kommt einfach nicht hinterher. Zu umfangreich sind die Aufgaben für die zwei Mitarbeiter, zu klein das Budget der Gemeinde, um eine weitere Kraft einzustellen.

Einfach hinnehmen sollten das aber weder Verwaltung noch Bürger. Denn ein verwahrloster Friedhof gibt kein gutes Bild ab. Bürgermeister Martin Funk erhofft sich nun Abhilfe von einem neuen Unkrautentfernungsgerät, das der Nachbarort Zell anschaffen und verleihen möchte. Das alleine wird aber nicht genügen.

Verwaltung und Gemeinderat sollten sich Gedanken darüber machen, wie sie den Bauhof entlasten können, beim Friedhof und ganz allgemein. Gefragt sind gute Ideen – und gefragt ist die Dorfgemeinschaft. Wenn sich beispielsweise zur Markungsputzete gelegentlich noch eine „Jätete“ gesellen würde, könnte der Friedhof wieder das werden, was er sein soll: Ein Ort, der Würde ausstrahlt.BIANCA LÜTZ-HOLOCH

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