Weilheim und Umgebung

Zurück in Richtung alte Heimat

Abschied Der Chefsessel im Ohmdener Rathaus ist in den nächsten Monaten verwaist. Noch-Amtsinhaber Martin Funk sieht darin kein Problem für die Gemeinde, ihn zieht es nach Altbach. Von Iris Häfner

Martin Funk vor dem Ohmdener Rathaus, dem er bald den Rücken kehrt.  Foto: Jean-Luc Jacques
Martin Funk vor dem Ohmdener Rathaus, dem er bald den Rücken kehrt. Foto: Jean-Luc Jacques

Martin Funk kehrt Ohmden ziemlich schnell den Rücken, denn er will zurück in Richtung alte Heimat. Altbach ist ab Januar das neue Zentrum seines Lebens - sowohl dienstlich als auch privat. In Plochingen ist er aufgewachsen, die markungskleinste Gemeinde des Landkreises Esslingen, Altbach, liegt bekanntlich flussabwärts direkt daneben. „Das Kraftwerk mit seinen zwei hohen Türmen ist eine Landmarke. Wenn ich die sehe, bin ich zu Hause“, sagt Martin Funk über seinen künftigen Wirkungsort. Und der Neckar ist für ihn mit diesem Heimatgefühl ebenfalls untrennbar verbunden.

Genau aus diesem Grund hat er das Risiko auf sich genommen, noch vor Ende der ersten Amtsperiode als Ohmdener Bürgermeister den Hut in Altbach in den Ring zu werfen, um dort Verwaltungschef zu werden. Dies ist ihm im zweiten Wahlgang knapp gelungen. Mit einem hauchdünnen Vorsprung entschied er die Wahl für sich: Exakt waren es 21 Stimmen mehr für ihn gegenüber seiner Mitkandidatin Martina Fehrlen. Deshalb schließt er nach sieben Jahren und zwei Wochen zum letzten Mal die Tür im Ohmdener Rathaus hinter sich - gewählt wurde er für acht Jahre.

„Ich wollte weg, ich wollte nach Altbach und wieder ins Neckartal. Diese Chance hätte sich erst wieder in ein paar Jahre ergeben“, sagt Martin Funk ohne Umschweife. Einen nicht unwesentlichen Anteil daran hat seine Lebenspartnerin Anna Lovre. „Ich bin jetzt Mitte 30 und möchte eine Familie gründen. Meine Freundin kommt aus Stuttgart - und da war Altbach geografisch ein guter Kompromiss“, so der Ratschef. Zudem sei Altbach eine berufliche Weiterentwicklung für ihn. „Altbach liegt auf der Entwicklungsachse“, sagt Martin Funk, für den Altbach doch ein bisschen mehr als das Kohlekraftwerk ist. Das wird allein schon an der Anzahl der Rathaus-Mitarbeiter deutlich: Bei 200 Prozent liegt der Personalspiegel in der rund 1 700-Seelengemeinde Ohmden, mit dem Bürgermeister sind es 300 Prozent. Altbach kann mit rund 6 000 Einwohnern und dementsprechend mehr Personal aufwarten.

„Ich werde meinen Stellvertretern in Ohmden mit meinem Rat zur Seite stehen“, verspricht Martin Funk. Gemeinderat Roland Greiner ist erster stellvertretender Bürgermeister, Daniela Haible-Lutz zweite Bürgermeisterin. „Es wird zwar Einschränkungen geben, aber akut ist nichts offen - momentan ist in Ohmden alles so weit in geordneten Bahnen“, sagt Martin Funk. Als Stichworte nennt er unter anderem Ganztagsschule und Sanierung der Gemeindehalle. Somit könne sein Nachfolger mit neuen Projekten eigene Akzente setzen. Dank der Verwaltungsgemeinschaft Weilheim und der damit verbundenen Betreuung durch die Stadtverwaltung sieht er keine Nachteile auf Ohmden in der bürgermeister-freien Zeit zukommen.

Ohmdener Bürgermeister wird am 4. März gewählt

Am 15. Januar wird Martin Funk sein Amt in Altbach antreten, dann ist Ohmden vorübergehend verweist, was den Bürgermeister-Posten anbelangt. Die Wahl für seinen Nachfolger findet am Sonntag, 4. März, statt. Sollte es zu einem zweiten Wahlgang kommen, wäre das zwei Wochen später der Fall, also am 18. März. Noch in diesem Jahr, und zwar am Freitag, 29. Dezember, wird die Stelle offiziell im Staatsanzeiger Baden-Württemberg ausgeschrieben. Auch der Termin für die öffentliche Bewerbervorstellung in der Gemeindehalle steht schon fest: Freitag, 23. Februar, um 19 Uhr.

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