Zwischen Neckar und Alb

Feuerwehrautos auf Abwegen

Wettbewerb Für eine Medaille kommen Kreisjugendfeuerwehrler aus dem ganzen Landkreis nach Oberboihingen. Von Thomas Krytzner

Der Hindernisslalom mit Autoreifen war eine Disziplin beim Kampf um den Pokalsieg. Foto: Thomas Krytzner
Der Hindernisslalom mit Autoreifen war eine Disziplin beim Kampf um den Pokalsieg. Foto: Thomas Krytzner

Über 1 000 Jungen und Mädchen gehören zu den Jugendfeuerwehren im Kreis. 331 Betreuer kümmern sich um die spielerische Ausbildung der angehenden Feuerwehrleute. Davon sind 42 in den Kindergruppen, die mittlerweile aus 110 Jungen und 27 Mädchen bestehen. Nachwuchssorgen muss sich der Kreisverband Esslingen-Nürtingen nicht machen, wie Kreisjugendfeuerwehrwart Uwe Steck erklärte.

Es war kein Großeinsatz der Feuerwehr, als die dutzenden roten Fahrzeuge in Oberboihingen eintrafen. Die Fahrzeuge dienten lediglich dem Mannschaftstransport. Sie brachten über 300 Kinder und Jugendliche zum Kreisfeuerwehrtag. Rund 60 Teams in den Altersstufen zehn bis 14 Jahre und 15 bis 18 Jahre aus Nürtingen, Kirchheim, Esslingen und weiteren Orten aus der Umgebung trafen sich zum spannenden Wettkampf um den Pokal. Die kleinsten Floriansjünger traten in sieben Kindergruppen zum Spielnachmittag an. Aufgeregt probten viele vor dem Beginn der Wettkämpfe nochmals, wie man knotet oder Schläuche richtig handhabt.

Gegner: der Wind

Bernd Müller, der Vorsitzende der Kreisfeuerwehr Esslingen-Nürtingen, und Uwe Steck eröffneten gemeinsam den Wettkampf. Bei diesem galt es, in unterschiedlichen Disziplinen und Parcours Geschicklichkeit und das Erlernte zu zeigen. So mussten die Kinder und Jugendlichen einen Autoreifen über eine Hindernisstrecke rollen, ohne dass dieser umfiel. Nassen Spaß hatten der Feuerwehrnachwuchs beim Schwammwerfen und Wassertransport. Bei beiden Wettbewerben galt es, Wasser vom einen Ort zum anderen zu befördern. Mastbruch, Schotenstich und Zimmermannsschlag sind Namen für die Knoten, die die Jungs und Mädels innerhalb von zwei Minuten binden mussten. Viel Zielwasser bewiesen die Teams mit der Wasserpistole. Da galt es, so viele Kerzen wie möglich mit dem Wasserstrahl auszulöschen.

Im weiteren Verlauf durften die jungen Feuerwehrleute Flagge zeigen. Bei dieser Station mussten die Spieler gemeinsam 16 Nationalflaggen nach Vorgabe erkennen und die richtigen Ländernamen zuordnen. Als Nervenkitzel erwies sich das Schlauchkreuz. Dort ging es darum, dass die Teams einen Eimer auf dem Schnittpunkt von zwei Schläuchen transportieren mussten. Hier war Koordination und Geduld gefragt. Weiter durften die Mannschaften beim Schlauchtransport die Muskeln spielen lassen und bei diversen Aufgaben mit verschiedenen Bällen Körper und Geist einsetzen. Dabei verzweifelten die Jungen und Mädchen fast an der Aufgabe, einen Tischtennisball auf der Spitze eines Stahlrohrs zu balancieren und dabei einen Hindernislauf zu durchlaufen.

Als wäre das nicht schwer genug, sorgte der Wind für zusätzliches Adrenalin, wenn er den Ball immer wieder wegblies. Die Schiedsrichter hatten mit dem Aufschreiben alle Hände voll zu tun und drückten zur Freude der Wettkämpfer auch mal ein Auge zu. Mit der Siegerehrung endete der Kreisjugendfeuerwehrtag. Dettingen und Wendlingen mussten sich bei den Jüngeren Leinfelden-Echterdingen geschlagen geben. Den Pokal der Älteren trug die Jugendfeuerwehr Beuren davon, gefolgt von Jesingen und der gemischten Mannschaft aus Kirchheim, Jesingen, Ohmden und Owen.

Info Uwe Steck, Kreisjugendfeuerwehrwart, wurde bei der Hauptversammlung in Oberboihingen für 30 Jahre Tätigkeit bei der Kreisjugendfeuerwehr geehrt. Edeltraud Böhm, als „die gute Seele im Landratsamt“, bekam die Floriansplakette.

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