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Mehr Gefühl als Verstand

Zur Impfung mit Astrazeneca

Viele Menschen beurteilen Risiken mehr nach Gefühl als nach dem Verstand. Sie regen sich in Diskussionen so auf, dass sie eine Beruhigungszigarette benötigen (100 000 Tote im Jahr in Deutschland) oder ein Schnäpsle oder zwei (70 000 Tote). Bei jeder Unpässlichkeit wird ein Aspirin eingeworfen (nach einer englischen Studie jährlich 20 000 Magenblutungen und 3000 Tote). Trotz dieses Risikos verschreiben Ärzte thrombosegefährdeten Patienten vorsorglich eine tägliche Dosis ASS (100 Milligramm Aspirin) lebenslang als Blutverdünner, um das Risiko von Blutgerinnseln und damit Herzinfarkten und Schlaganfällen deutlich zu verringern (rund 30 Prozent aller Todesfälle).

Bei jeder 1000. Narkose kommt es zu Komplikationen, die im Ex- tremfall zu Gehirnschäden bis hin zu Todesfällen führen. Das ist jedoch nur eine statistische Zahl. Es hilft nichts, den Narkosearzt zu fragen, die wievielte Narkose jetzt vorliegt. In England gibt es derzeit 4,4 Mio Infizierte und 0,127 Millionen Tote. 20 Millionen Bürger wurden mit Astrazeneca geimpft. Dabei gab es bei 79 seltene Blutgerinnsel im Gehirn. Es gab 21 Todesfälle, davon 19 Frauen, alle unter 55 Jahren.

Rechnen Sie nach, dazu genügt auch das Gefühl. Wieviele Coronatote hätten oder würden die 20 Millionen geimpften Bürger erleiden ohne die Impfung? Wie groß ist die Gefahr der über 55-jährigen Bürger in Deutschland, an Corona oder an einer Impfung durch Astrazeneca zu sterben?

An einer Impfstelle blieben von 800 für Astrazeneca angemeldeten Personen 380 dem Impftermin fern, übrigens ohne vorher abzusagen! Seehofer lässt sich nicht mit diesem Impfstoff impfen, aber nicht wegen der Gefährdung, sondern weil er sich von einem CDU-Minister nichts vorschreiben lassen will.

Dr. Hartmut Endriß, Weilheim

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