Kirchheim

Die vier Elemente treffen aufeinander

Musical Erde, Wasser, Luft und Feuer im Fokus: Zum 30-jährigen Bestehen hat der katholische Kinder- und Jugendchor Kirchheim Peter Schindlers „Der Blaue Planet“ im Bohnauhaus vorgetragen.

Ein Musical über das Wohl und Weh‘ der Welt: Der katholische Kinder- und Jugendchor Kirchheim trägt „Der Blaue Planet“ von Peter
Ein Musical über das Wohl und Weh‘ der Welt: Der katholische Kinder- und Jugendchor Kirchheim trägt „Der Blaue Planet“ von Peter Schindler vor.Fotos: Markus Brändli

Über drei Jahrzehnte hinweg haben sich immer wieder Kinder und Jugendliche für das Singen begeistern lassen, Gottesdienste mitgestaltet, kleine und große Musicals aufgeführt sowie bei Festen und in Chor-Freizeiten Gemeinschaft erlebt. Das ist besonders dem chorpädagogischen Geschick von Thomas Specker zu verdanken: Der Dekanatskirchenmusiker versteht es, mit Geduld, Konsequenz und musikalischer Kompetenz aus Kindergartenkindern aus der St. Gabriel-Kooperation bis zu jungen Erwachsenen eine Chorgemeinschaft zu formen.

Das Ergebnis dieser Arbeit des katholischen Kinder- und Jugendchors wurde auch bei der Aufführung im Kirchheimer Bohnauhaus überaus positiv hörbar. In Peter Schindlers „Musical über das Wohl und Weh‘ der Welt“ wird die drohende Zerstörung des Planeten Erde in den Fokus gerückt. Ein immer dringlicher werdendes Thema, dem sich die Kinder und Jugendlichen aktuell mit großer Ernsthaftigkeit und beeindruckender Konzentration stellten.

Welches Element ist das wichtigste, welches Land und welche Präsidenten haben den größten Einfluss? Über diese Fragen geraten die Protagonisten in heftigen Streit, alles mündet in Zerstörung, und es gibt nur Verlierer. Der Chor der Kinder mahnt die Menschen zur Umkehr. Am Ende findet die Geschichte ein hoffnungsvolles Ende: „Wir sind ein Teil der Erde, die uns am Leben hält“, sangen die 35 Sänger im Alter von drei bis 18 Jahren mit eindringlicher Stimme.

Musikalisch führt Schindler im berührenden Schlussgesang den Sonnengesang des Franziskus, eine alte Weisheit der Indianer und Worte aus „Psalm 24“ in einer groß angelegten, beharrlich insistierenden Steigerung zusammen, bei der auch die begeisterten Zuhörer zum Mitsingen animiert wurden. Zuvor aber boten die Chortableaus dem Kinder- und Jugendchor schon genügend Möglichkeiten, sich den sehr zahlreichen Zuhörern stimmlich präsent und mit sauberer Stimmgebung zu zeigen. Besonders beeindruckend war nicht zuletzt, dass alles auswendig gesungen wurde.

Jeweils eine Chorgruppe verkörperte die Elemente und transportierte gelungen in Tempo und Melodie den Charakter jedes Elements. Der Erdenchor intonierte kraftvoll, der Wasserchor zart und fließend, während es bei der Luft leichtfüßig und stürmisch sowie beim Feuer züngelnd schnell und lautmalerisch knackend wurde.

„Mir gehört die Welt“

Im wiederkehrenden, mitreißenden „Beschwerdelied“ sangen die Chorsänger rhythmisch präzise und stimmsicher. Zur Unterstützung von Chor und Solist hatte sich Thomas Specker versierter Musikprofis versichert. Irina Hornung und Esther Kartzewski an der Violine, Agnes Gindele an der Flöte, Reiner Frank am E-Bass, Viktor Hoffmann am Schlagwerk sowie Thomas Gindele am Flügel begleiteten die jungen Akteure einfühlsam und zurückhaltend, aber dennoch mit dem nötigen Drive und Latin-Feeling bei den abwechslungsreichen Nummern. Mit markigem Bariton verlieh Winfried Müller den erzählenden Worten prophetisches Gewicht.

Im zweiten Teil des Werkes überboten sich die vier Präsidenten des Nordens, des Südens, des Westens und des Ostens mit ihren Delegationen: „Ich bin größer, ich bin besser, mir gehört die Welt“. Emma Wacha, Katrina Bodlee, Hanna Huber, Lilly Lehner wussten dabei als stimmliche Repräsentantinnen mit selbstbewusstem Auftreten, klarer Stimmgebung und hoher Textverständlichkeit zu gefallen. Die Fäden der Inszenierung liefen in den bewährten Händen von Monika Znaimer zusammen, die für die Kostüme, die Bühnendekoration, Requisiten und die Choreografie verantwortlich war. Mit liebevollem Blick für das Detail stattete sie die Vertreter der Elemente und die Präsidentinnen aus. Mit prägnanten Gesten und individuell gestalteten Requisiten wurden die Eigenschaften der Elemente für die Zuhörer sichtbar gemacht.

Nochmals am Sonntag zu sehen

Die szenische Realisierung der Kämpfe der Elemente und der Delegationen war, angesichts des sehr begrenzten Bühnenraums, eine besondere Herausforderung, die eindrucksvoll gelöst und von den jungen Sängern mit großer Spielfreude umgesetzt wurde. Für die Tontechnik zeichnete kompetent und mit feinem Gespür für den Raum und die Mitwirkenden Ulrich Thelen verantwortlich.

Die musikalischen und darstellerischen Leistungen aller Beteiligten wurden mit kräftigem Beifall belohnt.

Wer bei der Aufführung nicht dabei sein konnte oder das Musical nochmals sehen möchte, hat dazu am kommenden Sonntag, 7. April, um 16 Uhr im Kirchheimer Gemeindehaus St. Ulrich die Möglichkeit. wm

Alles dreht sich um die Erde: Die insgesamt 35 Sänger des katholischen Kinder- und Jugendchors Kirchheim im Alter von drei bis 1
Alles dreht sich um die Erde: Die insgesamt 35 Sänger des katholischen Kinder- und Jugendchors Kirchheim im Alter von drei bis 18 Jahren beeindruckten im Bohnauhaus mit einer abwechslungsreichen Vorstellung. Die Intention war klar: Der Chor mahnte die Menschen zur Umkehr und zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit dem „Blauen Planeten“.
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