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Echt unecht, duftend und romantisch

Teckboten-Umfrage: Legen die Menschen aus der Region Wert auf einen Weihnachtsbaum?

Er ist teuer, wirft Nadeln auf Teppich und Fußboden, kann Allergien hervorrufen oder gar einen Brand auslösen: Der Christbaum bringt auch den ein oder anderen Nachteil mit sich. Manche der Passanten, die der Teckbote in Kirchheim befragt hat, verzichten deshalb auf den traditionellen Weihnachtsschmuck.

Kirchheim. „Der Christbaum ist Tradition und gehört einfach zu Weihnachten dazu“, sagen Barbara und Marcel Eiteljörge unisono. Das Paar aus Kirchheim legt großen Wert darauf, dass das Wohnzimmer zu Weihnachten in festlichem Glanz erstrahlt – und dazu holt es auch in diesem Jahr einen „echt unechten“, 1,40 Meter hohen Weihnachtsbaum aus dem Keller, verrät die 30-Jährige schmunzelnd. Er wird mit gold-rot glitzernden Kugeln und Schleifen geschmückt. „Ein künstlicher Baum ist praktisch. Außerdem sieht er sehr gut aus“, verdeutlicht der 31-Jährige. „Einen echten Baum zu kaufen, ist doch Verschwendung. Er steht nur ein paar Tage im Wohnzimmer und dann wirft man ihn weg“, fügt Barbara Eiteljörge hinzu. Deshalb schwört das junge Paar bereits seit acht Jahren auf das künstliche Exemplar.

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Auch Viktoria und Christoph Hund können nicht auf den Christbaum verzichten. Allerdings muss es für das Paar aus Dettingen ein echtes Bäumchen sein. „In den vergangenen Jahren hatten wir immer Nordmanntannen. Dieses Jahr möchten wir aber einen Baum, der mehr duftet – zum Beispiel eine Fichte“, sagt die 32-Jährige. Verziert wird ihr Weihnachtsbaum heuer mit weiß-lila erstrahlenden Kugeln. „Mit dem Christbaumschmuck wechseln wir alle paar Jahre“, erzählt die Dettingerin, die sich zusammen mit ihrem Mann sowie der sechs Monate alten Maya und dem dreijährigen Niklas von Heiligabend bis zum Dreikönigstag an dem Christbaum erfreut.

Gar keine Fans des Weihnachtsbaumes sind hingegen Maria Disanto und Bärbel Ott aus Kirchheim. „Für die paar Tage, die ich daheim bin, brauche ich keinen Baum“, winkt die 44-jährige Maria Disanto ab. Auch auf sonstige weihnachtliche Dekoration in ihrer Wohnung legt die Kirchheimerin keinen Wert.

„Als Kind hat mir der Christbaum gefallen. Aber heute brauch‘ ich ihn nicht mehr“, sagt Bärbel Ott. „Außerdem kostet ein g‘scheiter Baum 60 Euro. Das ist mir einfach zu teuer.“ Die 48-Jährige will sich aber dennoch ein bisschen weihnachtliche Stimmung ins Wohnzimmer zaubern und hat deshalb die Fensterbänke mit Kerzen und Tannenzweigen bestückt.

Im Wohnzimmer von Christina und Gerhard Keller aus Kirchheim stand indes 45 Jahre lang ein Christbaum – seit dem vergangenen Jahr setzt das Ehepaar jedoch auf eine ganz andere Methode: Die 62- und der 63-Jährige stellen mithilfe eines Sonnenschirmständers in ihrem Garten eine 1,70 Meter hohe, mit einer Lichterkette bestückte Fichte auf, die sie vom ersten Advent bis zum Dreikönigstag stehen lassen. „Den Baum sehen wir durch die Terrassentür direkt vom Wohnzimmer aus“, erzählt Gerhard Keller. Wenn dann noch Schnee auf den Zweigen liege, sei das richtig schön und romantisch, schwärmt er. Auch seine Frau ist von dem Weihnachtsbaum im Freien angetan: „Mittlerweile gefällt mir der Baum draußen sogar besser als in der Wohnung.“ Außerdem rentiere sich der Kauf des Bäumchens viel mehr, wenn man ihn länger stehen lassen könne.

„Ich habe leider keinen Baum, weil ich einfach keine Zeit dafür habe“, bedauert Adrian Conrath aus Hochdorf. Der 28-Jährige und seine Frau pilgern in der Adventszeit mit ihrem Stand von Weihnachtsmarkt zu Weihnachtsmarkt – auch in der Teckstadt verkauften sie gebrannte Mandeln und Co. „Ich arbeite vier Wochen lang sieben Tage durch. Da komme ich nicht dazu, einen Baum zu kaufen“, verdeutlicht Adrian Conrath. „Aber auf den Weihnachtsmärk­ten haben wir ja immer viele Bäume um uns herum“, fügt er schmunzelnd hinzu. Christbäume findet der Hochdorfer grundsätzlich sehr schön, weil sie etwas Traditionelles verkörpern.

Das sieht die Mitarbeiterin von Adrian Conrath, Linn Bordewieck aus Kirchheim, genauso: Ein Christbaum erinnere die 24-Jährige außerdem an Kindheitstage. Deshalb „gehört er für mich zu Weihnachten einfach dazu.“