Lokalsport

Nächstes Ziel: Die Spatzen rupfen

Fußball-Landesliga: Weilheimer wollen Serie gegen Ulm ausbauen – VfL mit Özkahraman in Geislingen

Die einen sammeln die Punkte ein, für die anderen bleiben dagegen aktuell nicht einmal mehr ein paar Krümel übrig: Krass, wie gegensätzlich sich die beiden Fußball-Landesligisten aus der Teckregion in den vergangenen Wochen entwickelt haben. Übermorgen dürfte sich der Trend aller Voraussicht nach fortsetzen.

Alles Kopfsache: Kai Hörsting (re.) und der TSV Weilheim wollen Aufsteiger Ulm möglichst ihr Spiel aufzwingen. Foto: Jörg Bächle
Alles Kopfsache: Kai Hörsting (re.) und der TSV Weilheim wollen Aufsteiger Ulm möglichst ihr Spiel aufzwingen. Foto: Jörg Bächle

Weilheim/Kirchheim. Nicht nur die Tatsache, dass die Weilheimer Fußballer 19 von 21 möglichen Punkten aus den vergangenen sieben Partien geholt haben, sorgt für Erstaunen und reichlich Lob. Was fast noch imponierender ist, sind die Resultate. 4:0, 4:0, 2:0, 5:1 – Weilheimer Fans schonten speziell in den vergangenen vier Begegnungen angesichts der klaren Resultate ihr Nervenkostüm. Der faszinierende Zwischenspurt hat das Team von Trainer Ale­xander Hübbe bis auf den fünften Tabellenplatz gespült.

Anzeige

Am Sonntag wartet ein Gegner mit großem Namen auf die Weilheimer. Der SSV Ulm II rückt an. Der Aufsteiger schlägt sich bislang mittelprächtig. Durch die 1:3-Heimpleite gegen den TSGV Waldstetten vergangenen Sonntag, haben die Spatzen den Kontakt zur oberen Tabellenhälfte fürs Erste verloren. „Die Ulmer haben eine junge Mannschaft, die noch unkonstant spielt“, weiß Weilheims Sportlicher Leiter Günther Friess. Angesichts der aktuellen Entwicklung geht das TSVW-Team favorisiert in die Partie im Lindachstadion.

Bei den Ulmern herrscht momentan sowieso leichte Krisenstimmung. Die erste Mannschaft, in der vergangenen Saison lange Zeit auf Tuchfühlung zu den Drittliga-Aufstiegsrelegationsplätzen, ist miserabel gestartet. In der aktuellen Regionalliga-Tabelle nur Vorletzter, ist das Derby heute Abend im Donaustadion gegen den SC Pfullendorf bereits eines von der ganz wichtigen Sorte. Ein etwaiger Sieg des Regionalligateams würde stimmungstechnisch gesehen der Ulmer „Zweiten“ sicherlich nicht schaden.

Die Weilheimer haben derweil das Match in Vaihingen (5:1) gut überstanden. Nur die Langzeitverletzten (Hannes Ihring, Michael Zimmermann) fehlen beim sonntäglichen Aufeinandertreffen. Günther Friess ist zuversichtlich, dass der Positivtrend anhält. „Wir müssen versuchen, den Ulmern unser Spiel aufzudrängen“, betont er, „dann haben wir gute Chancen, auch dieses Spiel zu dominieren und zu gewinnen.“

In Geislingen kommt es übermorgen zu einem Duell mit einem Hauch von Nostalgie. Der Sportclub trifft auf den VfL Kirchheim. Unvergessen sind die Oberliga-Duelle in den Achtziger-und Neunzigerjahren, meist säumten weit über 1 000 Zuschauer die Partien – ob im Eybacher Tal oder an der Jesinger Allee. Übermorgen wäre der Geislinger Kassierer schon froh, wenn 200 Besucher kämen.

Dafür hat der SC immerhin wieder Perspektiven. Vor zwei Jahren aus der Bezirksliga aufgestiegen, liegt das Team von Trainer Benny Geiger mit aktuell 23 Punkten nur einen Zähler hinter Spitzenreiter SF Dorfmerkingen auf Tabellenplatz zwei. Die Geislinger, genauer gesagt Doppeltorschütze Pascal Volk, verhinderten am vergangenen Sonntag mit dem 2:0 bei Schlusslicht Schnaitheim indirekt den Fall des VfL Kirchheim auf den letzten Rang. Geiger: „Es war nicht nur ein Pflichtsieg. Wir haben in Schnaitheim auf dem schwer bespielbaren Boden einige gelungene Aktionen gezeigt und fast keine Torchance des Gegners zugelassen.“ Die Geislinger spielten zum fünften Mal zu null in dieser Saison. Nur der TSV Weilheim (sieben Gegentore) stellt derzeit eine noch bessere Defensive als der SCG (neun).

VfL-Trainer Erol Sarikoc weiß um die Schwere der Aufgabe. „Die Geislinger gewinnen ihre Spiele jedoch in der Regel recht knapp, vielleicht erwischen wir einen guten Tag und können dort überraschen“, frohlockt der leidgeprüfte Coach. Der verletzte Sören Mende (Muskelfaserriss) kann am Sonntag nicht den Stabilisator in der Abwehr geben. Zu den Anfangsaufläufern im Eybacher Tal wird nach seiner „Denkpause“ (Sarikoc) aller Voraussicht nach auch der zuletzt freigestellte Stürmer Fatih Özkahraman zählen. Ein torgefährlicher Spieler kann dem VfL sicher nicht schaden. Unter der Woche hat der 25-Jährige wieder mit der Mannschaft trainiert.