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Geliefert wurden nur zwölf Dosen

Zum Artikel „Praxen im Südwesten warten noch auf Impfstoff“ vom 7. April

Es gab es in dem Artikel eine nicht zutreffende Angabe zu den Impfstoffmengen. Zumindest in meiner Praxis wurden nicht, wie im Artikel geschrieben (und wie auch mir angekündigt), 18 Impfdosen geliefert, sondern nur 12! Um diese kleine Menge bemühten sich in den letzten Wochen gefühlt 300 Menschen - per Telefon, Mail, SMS, Fax oder durch unangemeldetes Auftauchen in der Praxis zwecks Beratung oder Aufnahme in eine Warteliste.

Dieser Ansturm legte fast den normalen Praxisbetrieb lahm - es kam sogar zu lautstarken Unmutsäußerungen an meiner Rezeption. Es ist wirklich bedauerlich, dass es überall „Impfen, Testen, Impfen“ heißt - aber niemand der Verantwortlichen den Mut hat, offen auszusprechen, dass es den Praxen nicht möglich sein wird, kurzfristig allen aktuell Impfberechtigten der Priorisierungsgruppe 1 und 2 einen konkreten Impftermin anzubieten.

Nach meiner Schätzung werden die aktuell noch nicht impfberechtigten Patienten der Gruppe 3 (über 60 Jahre oder ärztliche Bescheinigung nach Paragraf 4) noch vier bis sechs Wochen warten müssen, bis die jetzt impfberechtigten Menschen der Gruppe 1 und 2 durchgeimpft sind. Zudem bekommt meine Praxis in der nächsten Woche nur sechs Impfdosen. Keiner versteht das System - abr isch halt so.

Aber anderseits: Das Impfthema ist ein „Luxusproblem“ angesichts von anderen Problemen auf diesem Planeten mit zahlreichen Kriegen, Hunger, behandelbaren Krankheiten ohne entsprechende Infrastruktur, Flüchtlingslagern und Leiden unter Despoten.

Dr. med. Klaus-Peter Herzberg, Kirchheim

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