Bund und Land fördern Sanierung der Ortsmitte Ötlingen und der Herrschaftsgärten
1,5 Millionen „in guten Händen“

In der schönen Rolle des Geldboten war Regierungspräsident Johannes Schmalzl gestern unterwegs. 1,5 Millionen Euro hatte er für Kirchheim im Gepäck. – „Ich weiß das Geld hier in guten Händen“, meinte er mit Blick auf Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker und Ortsvorsteher Hermann Kik.

Irene Strifler

Kirchheim. Ein stattliches Sümmchen haben Land und Bund nun schon in die Fachwerkstadt inves

­tiert: „Fast 30 Millionen Euro hat Kirchheim insgesamt aus der Städtebauförderung erhalten“, rechnete Schmalzl vor. Nun habe der Bund das entsprechende Förderprogramm reduziert, doch die Städte entwickelten sich weiter, speziell in der wirtschaftsstarken Region Stuttgart. Deshalb kam Kirchheim nicht nur in den Genuss eines zweiten Förderbescheids in Höhe von 500 000 Euro für die „Herrschaftsgärten“ hinter dem ehemaligen Pädagogischen Fachseminar. Zudem er

hält die Stadt einen Neuantrag in Höhe von einer Million Euro für die Ötlinger Ortsmitte bewilligt. Johannes Schmalzl machte die Ursache für die Zuwendung klar in der „hochprofessionellen“ Arbeit von Stadtverwaltung und Ratsrund aus.

„Sie dürfen gern nach Kirchheim kommen“, zeigte sich Angelika Matt-Heidecker den Komplimenten aus berufenem Munde gegenüber aufgeschlossen. Selbstbewusst betonte sie, in Kirchheim sei sehr gute Politik in Sachen Sanierung gemacht worden. Die Stadt war bei allen Zuwendungen aus der Landeskasse auch stets ein verlässlicher Partner für das Land. Angefangen zu sanieren hatte man in der schmucken Innenstadt. Die ers

­ten Maßnahmen liegen schon 30 Jahre zurück. Matt-Heidecker warnte Schmalzl daher vor, sie werde bald wegen der „Sanierung der Sanierung“ um Geld bei ihm ersuchen.

Jetzt sind jedoch erst einmal die Ortsteile an der Reihe. Den Anfang machte Jesingen. Dort entsteht derzeit für annähernd drei Millionen Euro eine neue Ortsmitte. Doch auch Ötlingen sei „ein großer, aber auch selbstbewusster Stadtteil“, der viele drängende Wünsche habe. „Wir wollen hier wieder einen Ortskern schaffen“, nannte die Oberbürgermeisterin ein vordringliches Ziel und wies durchs Rathausfenster auf das Hauptproblem, die trennende Durchgangsstraße. Wie sie überwunden werden kann, ist noch unklar. Dass es unter der Teck an Ideen nicht mangelt, steht allerdings außer Frage: „Wir machen was draus“ versprach die Stadtchefin dem Regierungspräsidenten bei der Übergabe des Zuwendungsbescheides.

Derlei Töne vernimmt auch Ortsvorsteher Hermann Kik gerne. „Auf der Arbeitsebene weiß man noch, was eine Million ist“, zeigte er sich der Bedeutung der Fördersumme bewusst. Kik hat neben der Landesstraße 1200 noch zwei weitere Faktoren ausgemacht, die den Ortsteil zerschneiden: die Lauter und die S-Bahn-Linie. Wie man hier Positives bewirken könne, darüber will man sich unter Beteiligung der Bürgerschaft intensiv Gedanken machen.