Landrat Eininger kennt die neuen Gutachten – Für ihn ist Klinik-Entscheidung offen
16 000 Unterschriften für das Plochinger Krankenhaus

Weit über 15 000 Unterschriften für den Erhalt des Plochinger Krankenhauses in seiner bisherigen Form hat gestern Bürgermeister Frank Buß an Heinz Eininger in Esslingen übergeben. Der Landrat sagte in Kenntnis der neuen Gutachten, er gehe ergebnisoffen in die Gremien. Heute legt er die Zahlen und Vorschläge zur Krankenhausstruktur dem Aufsichtsrat der Kreiskliniken vor.

Kreis Esslingen. Eininger zeigte sich von den beiden dicken Ordnern mit den Unterschriften aus Plochingen und Umgebung wenig beeindruckt. Er verwies auf den Auftrag, den er vom Kreistag erhalten habe: eine möglichst wohnortnahe, kompetente Versorgung zu gewährleisten. Aber dies müsse auch wirtschaftlich tragfähig sein. Man könne einzelne Krankenhäuser nicht auseinander rechnen. „Plochingen schreibt keine schwarzen Zahlen“, stellte Eininger aus seiner Sicht anderslautende Informationen aus Plochingen richtig. Ähnliches gelte für die Chirurgie, deren Personalprobleme noch nicht ausgestanden seien. Wegen Engpässen in Kirchheim und Nürtingen ist die Plochinger Chirurgie seit November geschlossen.

In Kenntnis der neuen Gutachten sagte der Landrat: „Es gibt einen eindeutigen Trend. Das ‚weiter so‘ funktioniert nicht. Aber die Alternativen sind auch nicht so eindeutig.“ Für Eininger gibt es zwei Entscheidungsebenen mit unterschiedlichen Anforderungen: „Der Aufsichtsrat ist zunächst den wirtschaftlichen Erfordernissen verpflichtet. Der Kreistag wird auch politisch gewichten können.“ Eininger betonte: „Für mich ist die Entscheidung offen.“ Bei einem nach seinen Angaben absehbaren Defizit der Kreiskliniken auch im laufenden Jahr, wären die politischen Konsequenzen eindeutig: Der Landkreis müsste die roten Zahlen seiner Kreiskliniken auf Jahre hinaus aus dem eigenen Etat ausgleichen.

Für Bürgermeister Buß zeigen die mehr als 15 000 Unterschriften „von Einwohnern des Landkreises“, welchen Rückhalt das Plochinger Krankenhaus in der Bevölkerung hat. Der Betriebsratsvorsitzende Michael Gleichenfeld dankte in diesem Zusammenhang in Namen der 330 im Krankenhaus Beschäftigten für diese Solidarität. Bisher habe es keine Kündigungen gegeben. Die Beschäftigten wollen in den nächsten 14 Tagen noch mit Info-Ständen auf die Situation aufmerksam machen. Am Samstag, 10. März, um 13 Uhr soll am Alten Rathaus Plochingen ein Demonstrationszug zum Krankenhaus beginnen. Am Dienstag, 6. März, ist zudem eine öffentliche Informationsveranstaltung in der Plochinger Stadthalle geplant, bei der sich Interessierte aus erster Hand über die Situation der Kreiskliniken informieren können. Am Donnerstag, 16. Februar, wird sich der Verwaltungs- und Finanzausschuss des Kreistages ab 15 Uhr öffentlich mit den neuen Gutachten beschäftigen, am 22. März soll er zu einer Beschlussempfehlung an den Kreistag kommen, der am 29. März entscheiden könnte.