Recycling und Entsorgung
Abfälle nach Fahrradpflege richtig trennen

Schont wertvolle Rohstoffe und das Klima

Rahmen polieren, Kette ölen, Reifen aufpumpen: Abfälle nach der Fahrradpflege richtig entsorgen. Foto: Dusan Petkovic - stock.ad
Rahmen polieren, Kette ölen, Reifen aufpumpen: Abfälle nach der Fahrradpflege richtig entsorgen. Foto: Dusan Petkovic - stock.adobe.com

ots. Sobald das Fahrrad für die regelmäßige Nutzung oder die nächste Tour vorbereitet wird, steht meist eine gründliche Pflege auf dem Programm. Das Rad wird aus dem Keller oder der Garage geholt, Rahmen und Speichen werden geputzt, die Reifen aufgepumpt und die Kette frisch geölt. Im Zuge dieser Instandhaltung fallen jedoch auch leere Verpackungen, alte Lappen und andere Abfälle an. Wer sein Fahrrad dauerhaft fit hält, sollte deshalb stets auch an die richtige Entsorgung dieser Überreste denken. Bei fast 89 Millionen Fahrrädern und E-Bikes in Deutschland kommen durch die regelmäßige Reinigung und Pflege erhebliche Mengen an Abfall zusammen. Umso wichtiger ist es, diese Wertstoffe korrekt zu trennen, um Ressourcen zu schonen. Ob Spraydose, Shampoo-Flasche oder Kanister für Reiniger – werden die leeren Verpackungen nach der Fahrradpflege richtig entsorgt, können sie effektiv recycelt werden. Axel Subklew, Sprecher der Initiative „Mülltrennung wirkt“, betont in diesem Zusammenhang die ökologische Bedeutung des richtigen Verbraucherverhaltens: „Das schont wertvolle Rohstoffe und das Klima.“ Wie die Abfalltrennung nach der Fahrradpflege im Detail funktioniert und worauf Verbraucherinnen und Verbraucher im Alltag achten sollten, zeigt die Initiative auf.

Verpackungen von Pflegemitteln richtig sortieren

Eine gründliche Reinigung lässt das Fahrrad nicht nur wieder glänzen, sondern ist gleichzeitig eine hervorragende Gelegenheit, es auf Risse, lockere Schrauben oder funktionierende Bremsen zu überprüfen. Dabei fallen unterschiedliche Abfälle an, die strikt getrennt werden sollten. Leere Pumpsprays und Spraydosen aus Kunststoff oder Metall, wie sie für Bike-Shine oder Schaumreiniger verwendet werden, gehören in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Es ist jedoch essenziell, dass sie keine Produktreste mehr enthalten. Geraten Spraydosen mit Inhalt unter Druck, kann es in den Sortieranlagen zu gefährlichen Bränden oder Verpuffungen kommen. Spraydosen mit Restinhalt müssen deshalb zwingend beim Wertstoffhof oder einer Schadstoffsammelstelle abgegeben werden. Leere Tuben, Tiegel, Dosen und Kanister aus Kunststoff oder Metall, zum Beispiel für Fahrradshampoo, Reiniger oder Schmierfett, kommen ebenfalls in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Auch sie müssen vollständig aufgebraucht sein. Da Putzmittel gefährliche Chemikalien enthalten können, sollten Reste davon als Sondermüll bei einer Schadstoffsammelstelle abgegeben werden – idealerweise direkt in ihrer Originalverpackung. Ob Reinigungsmittel in den Sondermüll gehören, lässt sich leicht an den auf der Verpackung abgebildeten Gefahrensymbolen erkennen.

Entsorgung von Zubehör und Werkzeugverpackungen

Kartons und Umverpackungen aus Papier oder Karton gehören in das Altpapier. Einwegtücher dürfen dagegen nicht dort hinein, sondern müssen im Restmüll entsorgt werden. Das gilt ebenso für ausgediente Schwämme, Tücher, Mikrofaserlappen und abgenutzte Bürsten. Kaputte Fahrradschläuche gehören ebenfalls in den Restmüll, wobei viele Fahrradhändler sie mittlerweile auch kostenlos für ein gezieltes Recycling zurücknehmen. Auch bei neuen Werkzeugen und Reparaturzubehör fällt Verpackungsmüll an, zum Beispiel Kartons, Blisterverpackungen oder Folien. Für die Entsorgung gilt: Papier und Pappe gehören ins Altpapier, leere Kunststoffverpackungen in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Bei Blisterverpackungen, etwa für Werkzeugsets und Flickzeug, sollten die Bestandteile aus Pappe und Kunststoff – wenn möglich – vorab auseinandergenommen und getrennt entsorgt werden.

Schutz für die Umwelt bei der Kettenpflege

Ist die Fahrradkette verschmutzt oder rostig, wird sie häufig mit Kettenreiniger gesäubert und anschließend geölt. Eine Unterlage, zum Beispiel aus Karton, kann dabei zuverlässig verhindern, dass Öl in den Boden oder ins Grundwasser gelangt. Klassisches Kettenöl basiert fast immer auf Mineralöl, weshalb Reste davon als Sondermüll gelten. Daher müssen strikte Entsorgungsregeln beachtet werden: Verpackungen von Kettenreiniger oder Kettenöl dürfen nur vollständig geleert in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Sind noch Reste in der Verpackung, müssen sie – am besten fest verschlossen in der Originalverpackung – bei einer Schadstoffsammelstelle abgegeben werden. Einzelne, mit Öl verschmutzte Tücher oder Schwämme dürfen zwar in die Restmülltonne gegeben werden, sollten allerdings getrocknet und gut verpackt sein, zum Beispiel in einer Plastiktüte. Da die Entsorgung schadstoffhaltiger Abfälle regional unterschiedlich geregelt sein kann, geben die kommunalen Abfallberatungen genaue Auskünfte. Ein Kontakt lässt sich über die Postleitzahlsuche der Initiative „Mülltrennung wirkt“ finden.

Warum die richtige Mülltrennung von Bedeutung ist

Richtig getrennt entsorgte Verpackungen können recycelt und die daraus gewonnenen Rohstoffe für neue Produkte genutzt werden. Papierfasern zum Beispiel können bis zu 25-mal wiederverwertet werden, Metalle wie Aluminium oder Weißblech nahezu unbegrenzt. Auch aus recyceltem Kunststoff können neue Produkte und Verpackungen entstehen. Das konsequente Trennen trägt somit aktiv zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks bei jeder Fahrradpflege bei.