Neidlingen. Ab Montag, 19. November, kann die Burgruine Reußenstein wieder von innen besichtigt werden, wenn beim derzeitigen Gerüstabbau alles nach Plan verläuft und das Wetter mitspielt. Seit Anfang Juli war die Burgruine wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten an der Südwand eingerüstet gewesen. Die Zugänge zur Südwand und zum Kletterfelsen mussten gesperrt werden. Mit dem jetzigen Abbau des Gerüsts können die Arbeiten gut einen Monat früher als ursprünglich geplant abgeschlossen werden.
Dabei war die Sanierung der aus dem 13. Jahrhundert stammenden Burgruine eine technische Herausforderung, denn ausgerechnet an der fast unzugänglichen Außenfläche der Südwand mussten die Sicherungs- und Sanierungsarbeiten ausgeführt werden. Der südliche Mauerzug wies starke Risse auf. Die Mauerkrone war mit Bewuchs überdeckt, die Kronenkanten lösten sich bereits auf und drohten in Bruchstücken abzustürzen.
Im Zuge der Sanierungsmaßnahme wurden bei der Bearbeitung der Wandrisse und der Wiederherstellung von Natursteinmauerwerk über 81 Tonnen Fugenmörtel verbraucht, und die Wand wurde über die gesamte Breite von über 16 Metern mit ins Mauerwerk eingetriebenen Eisenstangen, so genannten Spann- und Nadelankern, stabilisiert.
Die Kosten für die Sanierung der historischen Kreis-Immobilie belaufen sich auf rund 450 000 Euro. Bund und Land beteiligen sich an der Finanzierung mit insgesamt rund 246 000 Euro, von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg fließen 50 000 Euro an Fördermitteln in das Sanierungsprojekt Reußenstein. Letztmals war das alte Gemäuer übrigens vom Altkreis Nürtingen, dem Schwäbischen Albverein und weiteren zahlreichen Helfern aus der Gemeinde Neidlingen und dem Landratsamt in den Jahren 1965/66 restauriert worden.pm
