Dettinger müssen ab 2013 mehr bezahlen – „Immer noch günstig“
Abwassergebühren steigen

Die Dettinger Bürger müssen sich auf höhere Abwassergebühren einstellen. „Trotz der Erhöhung bewegen wir uns aber immer noch im unteren Bereich im Vergleich zu den anderen Gemeinden im Landkreis“, betont Kämmerer Jörg Neubauer.

Dettingen. Für die Jahre 2013 und 2014 wird die Schmutzwassergebühr von 1,35 auf 1,70 Euro pro Kubikmeter und die Niederschlagswassergebühr von 24 auf 31 Cent pro Quadratmeter versiegelter Fläche erhöht. Notwendig sei diese Erhöhung aus mehreren Gründen, sagte der Kämmerer in der jüngsten Gemeinderatssitzung: Zum einen habe die Gemeinde hohe Unterhaltungs- und Investitionsaufwendungen im Kanalsystem zu schultern, und zum anderen seien in den Gebühren für die Jahre 2010 bis 2012 Gebührenüberdeckungen aus den Vorjahren berücksichtigt gewesen. Letzteres sei in den kommenden Jahren nicht mehr der Fall. Hinzu kommen höhere Umlagen an den Zweckverband Gruppenklärwerk Wendlingen, ergänzte Neubauer.

Schon vor einem Jahr hatte er die Räte darauf hingewiesen, dass die Gebühren für 2013 und 2014 kräftig erhöht werden müssen, erinnerte er. Absehbar sei auch bereits, dass die Gebühren ab dem Jahr 2015 weiter ansteigen werden. Dennoch bewege sich Dettingen immer noch im Rahmen: „Der durchschnittliche Gebührensatz im Kreis Esslingen liegt im Jahr 2012 bei 2,10 Euro für das Schmutzwasser und bei 42 Cent für das Niederschlagswasser“, informierte der Kämmerer und fügte hinzu: „Die anderen Gemeinden müssen jetzt ebenfalls neu kalkulieren und werden dann ab dem nächsten Jahr auch nach oben gehen.“

Dennoch störte sich SPD-Ratsmitglied Hermann Pölkow an der Gebührenerhöhung. Er verwies auf ein sogenanntes Trägerdarlehen, das der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung von der Gemeinde erhalten hatte. „Die Zinsen für dieses Darlehen sind nicht marktgerecht. Ich halte das für juristisch angreifbar“, sagte Pölkow. Er forderte deshalb, den Zinssatz, der sich indirekt auf die Abwassergebühren auswirkt, von fünf Prozent auf zwischen 2,5 und drei Prozent zu senken. Dieser Antrag wurde jedoch bei fünf Für- und sieben Gegenstimmen sowie einer Enthaltung abgelehnt.

„Wir halten die Verzinsung des Trägerdarlehens für rechtmäßig und wirtschaftlich vernünftig“, betonte Bürgermeister Rainer Haußmann. Der Kämmerer betonte auf Nachfrage des Teckboten, dass das Thema langfristig betrachtet werden müsse und dass die fünf Prozent nicht aus der Luft gegriffen seien. „Die Gemeinde hat das Vermögen des Eigenbetriebes Abwasserbeseitigung, also die Kanäle, vor etlichen Jahren gekauft und finanziert. Und damals hatten wir ein höheres Zinsniveau.“ Zwar könnte man den Zinssatz, wie von Hermann Pölkow gefordert, theo­retisch senken, fügte Neubauer hinzu. Dann aber würde man den Gemeindehaushalt belasten, und darunter hätte wiederum der Steuerzahler zu leiden.

Die Räte stimmten dem Verwaltungsantrag, die Gebühren auf 1,70 Euro beziehungsweise 31 Cent zu erhöhen, schließlich mehrheitlich zu.