Lenningen. Eine bunt gemischte Schar Besucher strömte ins Oberlenninger Schlössle, um an der Eröffnung der Gemeinschaftsausstellung der Lenninger Schulen teilzunehmen. Große und kleine Kinder wuselten durch die Räume der Bücherei. Sie versuchten zu entdecken, wo denn ihr Kunstwerk letztlich aufgehängt wurde, um es dann stolz den zahlreich erschienenen Eltern, Geschwistern und Freunden zu zeigen.
Entstanden ist in den Räumen der Bücherei wieder eine fantasievolle, abwechslungsreiche und überraschende Ausstellung, die die Besucher mitnimmt auf eine Reise durch ganz unterschiedliche Fantasiewelten der Kunst.
In der Unterwasserwelt treffen glitzernde, mit Pailletten verzierte Filzfische der Förderschule auf die aus Holz gearbeiteten Delfine und Haie der Schüler und Schülerinnen der Ganztagsschule. Daneben tummeln sich die bis dahin noch nie gesichteten „Exotischen Fische des Ostchinesischen Meeres“. Als Vorlage diente der sechsten und siebten Klasse der Realschule der Bildband „Entdeckungsreise im 19. Jahrhundert“ für ihre Buntstiftarbeiten.
In „Surreale Landschaften“ entführen den Betrachter die Collagen von Realschülern, in denen Ausschnitte aus Hochglanz-Magazinen neu zusammengesetzt wurden: Hier haben Tiger Augen aus Orangen, das Fahrrad Räder aus Köpfen und als ob das nicht schon sonderlich genug wäre, wird es auch noch von einer Kröte gelenkt. „Fr. Frozzen“ und „Mr. Pommes“ heißen da Superhelden: Comic-Figuren aus den geometrischen Grundformen entwickelt.
An einer anderen Stelle wurden Bilder bekannter Künstler wie James Rizzi oder Keith Harring als Vorlage genommen und von den Schülerinnen und Schülern mit ihrer eigenen Fantasie und Kreativität umgesetzt.
Die Ideen für neue Projekte finden die Lehrerinnen und Lehrer jedoch nicht nur bei Künstlern, auch Gedichte werden fantasievoll umgesetzt. So inspirierte „Ich male mir den Winter“ von Josef Guggenmoos die dritte Klasse der Lindenschule Unterlenningen zu „frostigen“ Kollagen, in denen einzelne Worte und Textzeilen zum Erstaunen der frierenden Krähen starr an den kalten, schwarzen Bäumen hängen und durch den kalten Schnee wirbeln. Von dem Betrachter erst beim zweiten Hinsehen entdeckt wurde das „antiquarische Bücherregal“ der Kinder der Förderschule.
Mit durch Feilen und Sägen und Abflammen bearbeitetem Holz haben sie eine Arbeit gestaltet, die sich so gut in die Räume des denkmalgeschützten Hauses einfügt, als ob sie dafür gemacht wäre.
Dass unter den Lenninger Kindern jedoch nicht nur kleine „Künstler“ stecken, sondern auch einige musikalische Talente verborgen sind, bewies Romy Hink, die den begeisterten Zuhörern mit klarer Stimme ihre Version von „Amazing Grace“ vortrug und so einen Abend zu Ende gehen ließ, der zeigte, wie kreativ und ideenreich Schule sein kann.
Zu sehen sind die Bilder noch bis zum 7. Mai, auch in den Osterferien zu den üblichen Öffnungszeiten der Bücherei Lenningen: dienstags von 11 bis 18 Uhr, mittwochs von 15 bis 18 Uhr, donnerstags von 15 bis 19.30 Uhr, freitags von 14 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 12 Uhr.
