Jürgen Steiner ist neuer Chef des Tourismusverbands Schwäbische Alb
„Aktivitäten aufeinander abstimmen“

Der Tourismusverband Schwäbische Alb hat einen neuen Geschäftsführer. Jürgen Steiner hat im April seinen Schreibtisch in der Geschäftsstelle in Bad Urach bezogen.

Bad Urach. Zehn Landkreise und 160 Städte und Gemeinden sind im Tourismusverband Schwäbische Alb zusammengeschlossen, darunter auch der Landkreis Esslingen mit den Gemeinden am Rande des Biosphärengebietes. Ein weites Aufgabenfeld für den 59-jährigen Geschäftsführer, der aus dem Ruhrgebiet kommt und die Schwäbische Alb bisher nur als geologische Formation aus seiner Schul- beziehungsweise Studienzeit kannte. Der Diplom-Geograf startete seine berufliche Laufbahn im Tourismus 1984 als Geschäftsführer des Verkehrsvereins Greven.­ An der Tourismusregion Schwäbische Alb schätzt er die Vielfalt. Gerade die unterschiedlichen Bereiche mit ihrer Kleinteiligkeit und den bislang noch wenig aufeinander abgestimmten Aktivitäten in den einzelnen Landkreisen sieht er als großes Betätigungsfeld. Die touristische Außenwahrnehmung will er verbessern und die Aktivitäten bündeln und vernetzen.

Metzingen als Outletcity ist zwar europaweit bekannt – drei Millionen Menschen kommen jährlich zum Einkaufen in die Sieben-Keltern-Stadt –, doch die wenigsten Besucher bringen Metzingen mit der Tourismusregion Schwäbische Alb in Verbindung. Die „Zuspitzung der Dachmarke“ sieht Steiner als eine wichtige Aufgabe, um die Region bekannter zu machen. Dazu gehöre die Bündelung der Kräfte, die Stärkung des Innenmarketings und die Erarbeitung von Leitthemen. Steiner will Alb-übergreifende Leitrouten und -angebote erstellen, einheitliche Qualitätsstandards erarbeiten und den Ausbau attraktiver Service-Plattformen forcieren.In den letzten Jahren hat sich in der Region einiges getan. Nicht nur das Biosphärengebiet ist ein Anziehungspunkt für Touristen, es gibt jede Menge Angebote zum Wandern, Radeln oder zur Erkundung von Schlössern und Burgen. Unter dem Stichwort Wellness und Gesundheit findet man Thermalbäder und Kureinrichtungen, im Geopark kann man den Phänomenen der Erdgeschichte nachspüren und auch die kulinarischen Angebote sind wichtiger Bestandteil eines erholsamen Aufenthalts im Gebiet der Schwäbischen Alb.

Höchst erfreulich für die Landkreise und Kommunen im Verbandsgebiet sind die Übernachtungszahlen, die Thomas Reumann, Vorsitzender des Verbandes und Reutlinger Landrat, präsentierte. Nach dem Einbruch im Jahr 2009 verzeichnete man 2010 wieder ein leichtes Plus. 3 523 200 Übernachtungsgäste wurden registriert. Auch 2011 habe sehr gut begonnen. Die Zahl der Übernachtungen stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um sechs Prozent und die Zahl der Auslandsgäste um 12,2 Prozent. Und dabei, so Reumann, würden in der Beherbergungsstatistik des Landes nur Betriebe ab neun Betten aufgeführt. Kleinere Einrichtungen wie Ferienwohnungen oder die beliebten Radwanderhäusle fielen in der Statistik unter den Tisch.

Der Tourismus, und darüber freut sich der Reutlinger Landrat, werde zu einem immer stärkeren Wirtschaftsfaktor, den man nicht unterschätzen dürfe. Er biete nicht nur Arbeitsplätze, sondern bringe den Gemeinden auch Gewerbesteuereinnahmen. Die Wertschöpfung in der Region durch eine bessere Vermarktung zu erhöhen wird Aufgabe des neuen Geschäftsführers Jürgen Steiner sein.