Bissingen. Vorausgesetzt die Gelder aus Stuttgart fließen, wird die Seegemeinde im kommenden Jahr den Pfarrgarten-Kindergarten mit einer Ü3-Gruppe und zwei U3-Gruppen sowie die Ortsbücherei in den Schulpavillon beziehungsweise das Untergeschoss der Gemeindehalle verlegen. Die Grundschulklassen plus Außenklasse der Bodelschwingh-Schule ziehen dann ebenfalls um – in die Klassenzimmer der Hauptschule, die bekanntlich im Sommer 2013 mangels Kinder aufgelöst werden muss.
„Wir bündeln unsere bildungspolitischen Kompetenzen und erreichen so ein nachhaltiges Wirtschaften“, blickt Bissingens Bürgermeister Marcel Musolf beruhigt in die Zukunft. „Wir schaffen mit diesem Projekt etwas ganz Tolles“, ist er überzeugt.
Dabei lässt die Gemeinde das aktuelle Thema Inklusion nicht außen vor: Nach den Umbauten wird es für Kinder mit Rollstühlen kein Problem mehr sein, die Kindergartengruppen im Pavillon sowie Grundschule und Gemeindehalle barrierefrei zu erreichen. Auf der Westseite zwischen Alt- und Neubau lässt die Kommune einen Aufzug einbauen.
Des Weiteren sieht die von Schule, Elternvertretern und Bücherei favorisierte „Variante zwei“ vor, die Schulküche zur Mensa umzubauen und im Untergeschoss des Grund- und Hauptschulgebäudes zwei Räume für die Kernzeiten- und Mittagsbetreuung zu belegen.
Die Gesamtkosten der Umbauten samt Barrierefreiheit plus neuer Pelletsheizung, Steuerung und Pumpen bezifferte der Bürgermeister in jüngster Gemeinderatssitzung auf 1,265 Millionen Euro. 750 000 Euro erwartet die Seegemeinde aus dem Ausgleichsstock. Den Antrag dazu stellt die Verwaltung im Januar. „Wir bauen nur dann, wenn es Geld vom Land gibt“, versicherte Marcel Musolf. Allerdings will die Gemeinde bereits im Winter mit dem Pavillonumbau für den Kindergarten beginnen. „Das dürfte nicht antragsschädlich sein“, meinte Musolf.
Die Gemeinderätinnen Gabi Goebel und Andrea Bizer plädierten für die „Variante 3a“. Die Kernzeitenbetreuung würde mit den Jahren zunehmen, prophezeite Goebel, und da wäre es sinnvoll, neben dem Betreuungsraum im Untergeschoss der Gemeindehalle bei Regen auch über den daneben liegenden Gymnastikraum verfügen zu können. Im Übrigen sah sie künftig in der Grundschule vermehrt naturkundlichen Unterricht auf die Schüler zukommen. „Dafür haben wir einen sehr gut eingerichteten Physiksaal“. Bei der Variante 3a sei die Bücherei im Erdgeschoss der Grundschule zwar quadratmetermäßig kleiner. „Doch Veranstaltungen der Bücherei wie eine Lesenacht kann man ja auch in einem Klassenzimmer durchführen“, meinte Gabi Goebel.
Auch Andrea Bizer favorisierte die Lösung 3a, weil diese fünf große Klassenzimmer beinhalte. Den Büchereistandort im Untergeschoss der Gemeindehalle fand sie nicht so attraktiv wie im Grundschulbau. „Dort liegt er idealerweise am Nachhauseweg der Schüler“.
„Es gibt sicher bei jeder Variante Vor- und Nachteile“, meinte Ratsmitglied Siegfried Nägele diplomatisch. Für ihn ergab sich der größte Gewinn für die Gemeinde durch die Bündelung am Schulstandort und dessen klare Strukturierung. Nägele bekannte sich, wie die Mehrheit des Gemeinderats, zur Variante zwei. „Das ist für mich die zukunftsfähigste Lösung“.
Wie den ehemaligen Kindergarten im Höfle, so wird die Gemeinde auch das Grundstück in der Hinteren Straße, auf dem die Ortsbücherei steht, verkaufen.
