Krippenplätze und Ganztagsbetreuung werden in Schlierbach stark nachgefragt
„Angebot wird angenommen“

Weiterhin große Nachfrage nach Betreuungsplätzen für unter dreijährige Kinder herrscht in Schlierbach: Alle Krippen­plätze sind bereits belegt. Mittlerweile wird in diesem Bereich verstärkt nach Ganztags­betreuung gefragt.

Schlierbach. Regina Freitag, bei der Gemeinde zuständig für Kindergartenangelegenheiten, präsentierte den aktuellen Stand der Belegungszahlen der derzeit drei Schlierbacher Kindergärten. Bis zum Sommer werden alle 123 Plätze belegt sein. Ihr generelles Fazit: „Unsere Betreuungsmodule haben sich bewährt, das Angebot wird gut angenommen.“

Im Dr.-Irmgard-Frank-Kindergarten und im Gebrüder-Weiler-Kindergarten können die Eltern entweder das Regelmodul oder das 30-Stunden-Modul wählen. Zusätzlich gibt es im Dr.-Irmgard-Frank-Kindergarten ein Ganztagsmodul. Hier sind derzeit elf Kinder untergebracht. Dieses Angebot fehlt zwar im Gebrüder-Weiler-Kindergarten, dafür gibt es dort eine Gruppe, die zweijährige Kinder aufnimmt. Von den acht dafür vorgesehenen Plätzen sind derzeit alle belegt.

Bei Bedarf können die Eltern zwischen den Modulen wechseln. „Das schätzen die Eltern sehr“, berichtete Regina Freitag. Die Eltern könnten die Betreuungszeit problemlos aufstocken. Außerdem könnten die Kinder im Kindergarten auch zu Mittag essen. Derzeit werden bis zu 16 Kinder versorgt.

Eine Ausnahme bildet der Max-Eyth-Kindergarten: Dort gibt es nur noch eine Regelgruppe für Kinder ab drei Jahren – dafür aber auch das Krippenangebot für Kinder ab einem Jahr. Diese fünf Plätze sind alle belegt, die Gemeinde musste bereits eine Warteliste einrichten. Zurzeit ist die Krippenbetreuung auf den Zeitraum zwischen 7.30 und 13.30 Uhr eingeschränkt. Allerdings ist auch für diesen Bereich die Nachfrage nach einem Ganztagsbetreuungsangebot groß, sagte Regina Freitag.

Mit der Fertigstellung des Kinder- und Bildungshauses zwischen dem Dr.-Irmgard-Frank-Kindergarten und der Schule im kommenden Jahr schließt der Max-Eyth-Kindergarten seine Pforten: Krippen- und Regelgruppe finden dann im Bildungshaus eine neue Heimat. Dort wird es dann ab 2012 eine weitere Krippengruppe geben. Angesichts der bereits starken Nachfrage nach Krippenplätzen überlegten einige Gemeinderäte, kurzfristig eine weitere Krippengruppe zu eröffnen.

Timo Beier (FUW) schlug vor, bereits im Sommer die Kinder der Regelgruppe im Max-Eyth-Kindergarten auf die beiden übrigen Einrichtungen zu verteilen und in den frei werdenden Räumen eine weitere Krippengruppe einzurichten. Ein Vorschlag, den Bürgermeister Paul Schmid zur Kenntnis nahm, gleichzeitig aber darum bat, dieses Thema mit viel Fingerspitzengefühl anzugehen: „Da rechne ich schon mit Widerstand und Ärger.“ Marco Emmer (CDU) mahnte bei der Verwaltung an, frühzeitig das Gespräch mit den Eltern des Max-Eyth-Kindergartens zu suchen.

Sorgen bereitet den Gemeinderäten auch der Stellenmarkt für Erzieherinnen. „Der Markt wird sehr eng“, sagte Jörn Feldsieper (FUW). Die Nachfrage sei aktuell groß, und Schlierbach bewege sich hier in Konkurrenz mit den anderen Kommunen. Die Stellen, die für eine weitere Krippengruppe besetzt werden müssten, sollten also frühzeitig ausgeschrieben werden.

Mit dem neuen Kinder- und Bildungshaus wird sich aber nicht nur die räumliche Kindergartenlandschaft in Schlierbach verändern. Wie Regina Freitag berichtete, wird bereits seit Februar an einer engeren Verzahnung zwischen dem Dr.-Irmgard-Frank-Kindergarten und der Grundschule gearbeitet. Schlierbach ist Teil des Modellprojektes „Bildungshaus 3-10“, das fließende Übergänge zwischen den Bildungseinrichtungen ermöglichen soll.

Derzeit stehen die Themen Sprache, Sozialkompetenz und Naturwissenschaften im Mittelpunkt. Kleingruppen der beiden ersten Klassen kommen dabei in den Kindergarten und lesen den Kindergartenkindern vor. Eine Erzieherin aus dem Kindergarten wiederum besucht ein Mal wöchentlich die Grundschule und führt dort das im Kindergarten begonnene Sprach­training fort. Auch die Kooperation des Kindergartens mit der Pädagogischen Hochschule in Schwäbisch Gmünd im Bereich Naturwissenschaften wird fortgeführt: Gab es die „Tierforscher AG“ bisher nur im Kindergarten, so wird dieses Projekt nun auch in der Grundschule angeboten.