Kinderuni in den Gemeinden am Heidengraben: Erste Urkunden vergeben
Aufnahme in den Club der Schlauköpfe

„Früh übt sich, wer studieren will“, könnte das Motto der Kinderuni am Heidengraben sein, der ersten ihrer Art im ländlichen Raum Europas. Seit drei Semestern wird in den Gemeinden am Heidengraben eifrig gelernt und geforscht.

Erkenbrechtsweiler. 48 Kinder, die bisher an mindestens zehn Vorlesungen teilgenommen haben, gehören jetzt zum „Club der Schlauköpfe vom Heidengraben“. 31 von ihnen waren dazu in den Festsaal des Bürgerhauses Erkenbrechtswei­ler gekommen, um die Bronzeurkunde persönlich in Empfang zu nehmen. „Eine Horizonterweiterung“ sei es auch für ihn gewesen, beschrieb der Erkenbrechtsweiler Bürgermeister Roman Weiß die zeitweise Teilnahme an den Vorlesungen. Er durfte als Gastgeber dabei sein, während ansonsten Erwachsene draußen bleiben müssen.

Koordinator Michael Seifert von der Uni Tübingen lobte die Schüler für ihr Durchhaltevermögen und den Wissensdurst bei der Teilnahme an der Kinderuni als „Teil einer europäischen Bewegung“. Verglichen mit den Teilnehmerzahlen in den großen Städten sei es ein prozentual sehr hoher Anteil von jungen „Studenten“ bei dieser ersten Kinderuni im ländlichen Raum. „Das würde bedeuten, dass bei rund zwei Millionen Einwohnern in Wien etwa 50 000 Kinder mitmachen müssten, es sind aber zwei- bis dreitausend“, erklärte er die prozentuale Beteiligung im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Allerdings kommen die kleinen Forscher natürlich nicht nur aus den drei Orten am Heidengraben, Erkenbrechtsweiler, Grabenstetten und Hülben, sondern auch aus anderen Gemeinden und Städten.

Themen wie die Entstehung von Blitz und Donner oder warum Vulkane Feuer spucken, sind den Kindern nachhaltig in Erinnerung geblieben, wie sie selbst bekundeten. Warum die Sterne nicht vom Himmel fallen, erfuhren bei der Urkundenübergabe auch die Erwachsenen, denn Professor Dr. Klaus Werner vom Institut für Astronomie und Astrophysik der Uni Tübingen hielt dazu eine Kurzvorlesung. So erfuhren alle Anwesenden, dass Sterne „gigantisch große, heiße Gaskugeln“ und hundertmal größer als die Erde sind. Zur Erde kann nur etwas fallen, das wesentlich kleiner als die Erde ist, und Sternschnuppen haben nichts mit den Sternen zu tun, sondern sind verglühende Teilchen von Meteoriten.

Die nächste Kinderuni beginnt am Donnerstag, 11. April, mit Themen wie „Was auch Einstein sicher gern gesehen hätte“ in der Gemeindehalle in Erkenbrechtsweiler mit dem Astrophysiker Professor Dr. Hanns Ruder von der Uni Tübingen. Los geht‘s außerdem am Freitag, 19. April, in der Rietenlauhalle in Hülben mit Professor Dr. Uwe Ilg, Klinische Hirnforschung an der Uni Tübingen, zu dem Thema „Warum können uns unsere Sinne täuschen?“ Die Frage: „Was ist los auf der Streuobstwiese?“ wird am Mittwoch, 24. April, in der Falkensteinhalle in Grabenstetten von Professor Dr. Christian Küpfer von der Nürtinger Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) beantwortet. Anmeldungen sind ab sofort möglich unter www.kinderuni-am-heidengraben.de.