Ohmden. Die Aufforderung des Landratsamtes an die Gemeinde, eine Stellungnahme abzugeben, wertete Ohmdens Bürgermeister Martin Funk im Gemeinderat als positives Zeichen dafür, dass in das Projekt Bewegung kommt. Vorgesehen ist, die ineinander übergehenden Kreisstraßen 1203 und 1420 zwischen der Trinkbachgemeinde und Schlierbach auszubauen sowie einen Geh- und Radweg entlang der 2,7 Kilometer langen Verbindung zu erstellen.
Gehört wird die Kommune im Zuge des Planverfahrens als einer der „Träger öffentlicher Belange“. Notwendig ist aus Sicht der Gemeinde Ohmden der Ausbau unter anderem, weil es insbesondere im Bereich der Kurven immer wieder zu gefährlichen Situationen beziehungsweise Unfällen kommt. Auf Nachfrage betonte Funk: „Die Straße hat keinen guten Untergrund. Hier wurden lediglich Betonplatten asphaltiert. Entsprechend wellig ist der Belag.“ Zudem seien die Bankette abgerutscht.
Der Ausbau hätte allerdings zur Folge, dass künftig auch größere Lastwagen zwischen Ohmden und Schlierbach fahren dürften. Befürchtet wird deshalb vor Ort eine Zunahme des Verkehrs. Bislang sind auf der kurvenreichen, stellenweise weniger als fünf Meter breiten Straße maximal 7,5 Tonnen schwere Fahrzeuge erlaubt. Der Wegfall dieser Begrenzung mache das Anlegen eines Geh- und Radweges wiederum unerlässlich, heißt es in dem Schreiben der Kommune an das Straßenbauamt. Das sieht die Gemeinde Schlierbach im Übrigen genauso. „Wir haben uns in der letzten Sitzung ebenfalls mit dem Thema befasst“, sagte dazu Bürgermeister Paul Schmid. Selbst begeisterter Fahrradfahrer, begrüßt er, wenn sich das Radwegenetz landkreisübergreifend verdichtet. Der von Ohmden kommende Radweg könne dann in einen geplanten Weg von Schlierbach nach Hattenhofen münden. „Ist das Angebot erst einmal da, steigen viele aufs Rad um.“ Beispielhaft nannte Schmid die gut angenommene Verbindung von Schlierbach nach Kirchheim.
Einen Haken haben die derzeitigen Radwegpläne für die Strecke von Ohmden nach Schlierbach allerdings: Im Bereich der Lindenhöfe führt der Weg in Form eines Dreiecks ein Stück weg von der Straße. Der Ohmdener Gemeinderat Dr. Martin Kaimer verwies auf die Unfallgefahr durch beidseitig angrenzende Pferdekoppeln. „Ich gehe davon aus, dass es inzwischen kein Problem mehr gibt, die Flächen direkt an der Straße zu bekommen“, sagte Dr. Klaus Dolde. Damit stünde einem durchgängigen Verlauf des Radwegs entlang der Straße nichts entgegen.
Wann das gesamte Projekt in Angriff genommen wird, ist noch offen. „Es ist Teil der mittelfristigen Finanzplanung bis 2015“, so der Pressesprecher des Esslinger Landratsamtes, Peter Keck. Geklärt werden müsse unter anderem auch noch die Frage von Zuschüssen.
