Schlierbach plant umfangreiche Sanierung der Dorfwiesenhalle – Bürgerversammlung am 11. April
Bürger sollen mitreden können

Wie geht es weiter mit der sanierungsbedürftigen Dorfwiesenhalle? Darüber möchten Verwaltung und Gemeinderat am Donnerstag, 11. April, in einer Bürgerversammlung mit den Schlierbachern ins Gespräch kommen. Diskutiert wurde nun über die Plangrundlagen, die Diskussionsbasis sein sollen.

Schlierbach. Die Schlierbacher Dorfwiesenhalle krankt an mehreren Ecken und Enden: Der Sanitärtrakt im Erdgeschoss muss dringend erneuert werden, die Wärmedämmung der Halle lässt zu wünschen übrig, Bühnenausstattung und Veranstaltungstechnik sind veraltet. Seit Längerem denken Verwaltung und Gemeinderat deshalb darüber nach, die Halle Schritt für Schritt zu modernisieren.

Den größten Handlungsbedarf hat die Gemeinde beim Sanitärtrakt ausgemacht und einen Planentwurf zur Sanierung erarbeiten lassen. Bevor der Rat allerdings diesen ersten Sanierungsschritt beschließen will, soll darüber mit Vereinen und Bürgern diskutiert werden. „Es reicht halt nicht mehr, einfach einen Malerpinsel in die Hand zu nehmen“, so Bürgermeister Paul Schmid. Mit einer, wie er selbst sagte, „etwas gewagten These“ wartete der Bürgermeister auf: „Eigentlich müssen wir alle 30 Jahre in eine Generalsanierung gehen.“

Das mit der Vorplanung für die Sanierung des Sanitärtraktes beauftragte Architekturbüro hat in seinen Voruntersuchungen dem Sanitärtrakt auf der Westseite der Halle ein verheerendes Zeugnis ausgestellt. „In der bestehenden Substanz ist eine reine Sanierung eigentlich nicht mehr machbar“, erklärte Architektin Monika Kern. Marode Elektrik, alte Wasserleitungen, eine nicht funktionierende Lüftung der Duschen, morsches Dachgebälk: „Es ist einfach günstiger, den ganzen Anbau abzureißen und neu aufzubauen“, so das Fazit der Fachfrau, die hierfür Gesamtkosten von rund 976 000 Euro veranschlagt.

Als Knackpunkt sehen die Gemeinderäte, dass die Neuerrichtung des Sanitärtraktes hauptsächlich dem TSV Schlierbach zugute kommen würde. Kurt Moll (CDU) findet zwar auch, dass im Sanitärtrakt etwas gemacht werden müsse, aber: „Für uns ist wichtig, dass auch die anderen Vereine einen Mehrwert haben.“ Er sprach sich damit gegen eine „Lex TSV“ aus und regte an, auch den Rest der Halle so herzurichten, dass sie wieder mehr den Charakter einer Veranstaltungshalle mit optionalem Sportbetrieb bekomme.

Marco Emmert (CDU) sah in dem vorgestellten Plan nur eine Investitionssumme von rund 100 000 Euro, die tatsächlich allen Hallennutzern wirklichen Mehrwert bringen würde. „Der Rest geht für den Anbau drauf.“ Wenn der Hauptnutzer TSV Handlungsbedarf sehe, wären ja auch Selbsthilfe und Eigenleistung eine denkbare Option. Dennoch unterstützte er die Planvariante: „Wir reden heute über die Grundlage, mit der wir in die Diskussion mit den Bürgern gehen wollen.“ Und diese Diskussion sollte schon ergebnisoffen geführt werden können.

Einen gänzlich ergebnisoffenen Ansatz verfolgte wiederum Jörn Feldsieper (FUW). „Zum jetzigen Stand nur über eine Sanierung zu reden, reicht nicht.“ Vielmehr müsste auch überlegt werden, ob eine „Lösung aus einem Guss“ machbar wäre. Statt einer Sanierung brachte Feldsieper auch die Option eines kompletten Neubaus der Dorfwiesenhalle ins Spiel. Klar sei das provokativ, aber im Sinne einer offenen Diskussion dürfe diese Option nicht unter den Teppich gekehrt werden, so Jörn Feldsieper.

Letztendlich beschloss der Gemeinderat mehrheitlich, mit dem aktuellen Planungsstand „Neubau des Anbaus“ in die Diskussion mit der Bürgerschaft und den Vereinen einzusteigen. Feldsiepers Antrag, auch einen kompletten Neubau der Dorfwiesenhalle zur Diskussion zu stellen, fand keine Zustimmung.

Vorbehaltlich der weiteren Beratungen und Beschlussfassungen hofft Bürgermeister Paul Schmid, die Sanierung des Sanitärtraktes im kommenden Jahr angehen zu können.