Kirchheim. Der Kirchheimer Jungentag war im vergangenen Jahr als Pendant zum Mädchentag ins Leben gerufen worden. Damals war mit mehr als 100 teilnehmenden Jungs deutlich geworden, dass das Bedürfnis für eine solche Veranstaltung besteht. Heuer fand der Jungentag mit weiteren zahlreichen „jungenspezifischen“ Angeboten im Bohnauhaus statt. Der Versuch des vergangenen Jahres, institutionsübergreifend ein Angebot speziell für Jungs aus der Taufe zu heben, konnte der Arbeitskreis (AK) Jungen erfolgreich mit dem zweiten Jungentag umsetzen.
Jungs im Alter von zehn bis 16 Jahren konnten sich bei einem breit gefächerten Programm austoben, ausprobieren und sich mit anderen messen – zum Beispiel beim Outdoor-Klettern, Wettnageln, Bogenschießen, am Tischkicker sowie beim Tischtennis-, Fußball- und Basketballspiel. Für Bewegung und Spaß sorgten außerdem Angebote wie Breakdance und ein Schnupperkurs im Kickboxen. Gestalterisch konnten sich die Jungs bei Holzsägearbeiten und beim Karikaturzeichnen betätigen. Außerdem stand der „Kondomführerschein“ auf dem Programm.
Als sportliches Highlight gab es zum Abschluss ein Basketballspiel mit einigen Teammitgliedern der VfL Kirchheim Knights, die dieses Jahr die Schirmherrschaft für den Jungentag übernommen haben. Dem Gewinner des Turniers überreichte Kapitän Radi Tomasevic ein Trikot der Knights.
Das Programm wurde von verschiedenen Anbietern der Jugendarbeit in Kirchheim im AK Jungen zusammengestellt. Jede Organisation brachte sich auf ihre Weise ein. Susanne Alex von der Stiftung Tragwerk und Wolfgang Schinko vom Kommunikationszentrums für interkulturelle Zusammenarbeit (KiZ) waren hauptsächlich für die Organisation, das leibliche Wohl und einige Angebote verantwortlich. Ahmet Aksu vom Jugendmigrationsdienst betreute die sportlichen Angebote. Martin Lempp vom Brückenhaus startete den Tag mit einer Gemeinschaftsaktion, stellte einige Geschicklichkeitsspiele zur Verfügung und gestaltete zusammen mit den Jungs unterschiedliche Buttons. Günther Dickhoff, Schulsozialarbeiter der Alleenschule, bot das Bogenschießen an, und bei Joachim Elger von der Beratungsstelle Pro Familia konnten die Jungen den Kondomführerschein machen.
Die Idee des Jungentags gibt es schon seit Ende 2007. Die Mitglieder des AK Jungen hatten sich damals mit der Frage beschäftigt, was Jungen benötigen. Sie kamen zu dem Schluss, dass nur ein breit gefächertes Themenangebot infrage kommt, weil man die Bedürfnisse der Jungen nicht pauschalisieren könne.
Für den Arbeitskreis Jungen geht es vordergründig aber gar nicht so sehr um das Programm – für die Mitglieder hat Jungenarbeit vor allem etwas mit der Haltung zu tun, mit der man Jungs begegnet und mit ihnen arbeitet.
Auch bei der Veranstaltung in diesem Jahr hat der AK viele positive Erfahrungen sammeln können und konnte sich trotz des wechselhaften Wetters über regen Zuspruch freuen. Deshalb wird es auch im nächsten Jahr wieder einen Kirchheimer Jungentag geben.pm
