Baustelle an der Umgehungsstraße noch bis Weihnachten, dann folgt eine Unterbrechung
Bauarbeiten verzögern sich

Baumaßnahmen werden oft herbeigesehnt, denn durch sie erhofft man sich Verbesserungen. Die dafür notwendigen Baustellen hingegen sind höchst unbeliebt. Anlass für Ärger liefert in Kirchheim derzeit die halbseitige Sperrung der Umgehungsstraße auf Höhe des Rauners.

Kirchheim. Die Baustelle, die der Errichtung des lang ersehnten Lärmschutzwalls am Wohngebiet Rauner dient, bringt täglich viele Autofahrer in Rage. Sie müssen sich nämlich auf einer nervenzehrenden Umleitung durchs Stadtgebiet quälen. Betroffen sind all jene, die in Richtung Autobahn beziehungsweise Lenninger Tal unterwegs sind. Das Thema, das schon seit Wochen viele Gespräche beherrscht und in den Leserbriefspalten präsent ist, hat nun auch den Technischen Ausschuss des Gemeinderates erreicht.

Die gute Nachricht zuerst: „Die Baustelle wird zu Weihnachten „eingestellt“, teilte Geschäftskreisleiter Martin Zimmert mit. Der Weihnachts­mann hat also freie Fahrt auf beiden Spuren, und auch zum Jahresbeginn wird der Verkehr flutschen. Doch es gibt auch eine weniger gute Nachricht: Die Bauarbeiten sind nur unterbrochen. Fundamente und Stahlträger sollen bis Weihnachten fertig sein. Doch im März muss zumindest kurzfristig nochmals eine Umleitung eingerichtet werden, damit die Fertigteile eingesetzt werden können.

Ursprünglich sollte die Sperrung am 14. Dezember aufgehoben werden. „Wir sind derzeit etwa acht Wochen hintendran“, räumte Martin Zimmert ein. Ursache ist ein Glasfaserkabel, das dringend verlegt werden muss. Zwar hatte die Stadtverwaltung bereits ein Jahr vor Beginn der Bauarbeiten, die sie im Dienst des Regierungspräsidiums ausführt, alle Leitungsträger angeschrieben, ob Kollisionen zu erwarten wären. Vor einem halben Jahr hatten die Fachleute sogar nochmals den Kontakt gesucht, wie Zimmert auflistete. Dennoch kam erst kurzfristig die Mitteilung, dass nun doch ein Kabel verlegt werden müsse. Üblicherweise dauere die Vorbereitung hierfür ein halbes Jahr. Durch Intervention auf höchster Ebene konnte diese Zeit auf einige Wochen reduziert werden. – So weit die Gründe, warum die Baustelle den Verkehrsteilnehmern doch noch eine Weile erhalten bleiben wird.

Zu den Fakten kommt der schlechte Ruf der Baumaßnahme. Immer wieder werden bei Gesprächen in der Stadt Klagen laut, dass auf der Baustelle manchmal tagelang nichts geschehe. Diesem Gerücht trat Bürgermeister Günter Riemer nun vehement entgegen: „Hier wird kontinuierlich gearbeitet – auch wenn es manchmal nicht so aussieht.“ Martin Zimmert erläuterte, dass auf einer solchen Baustelle mit nur halbseitiger Fahrbahnsperrung eben nicht an vier oder fünf Punkten gleichzeitig gearbeitet werden könne. Dazu müssten nämlich die breiten Baustellenfahrzeuge aneinander vorbeifahren. Das sei aber auf einer Spur schlichtweg unmöglich.

Günter Riemer bedauerte die anhaltenden Unannehmlichkeiten und tröstete die Betroffenen: „Immerhin wird‘s hinterher besser!“ Bekanntlich ist der Lärmschutz im Rauner ein lang verfolgtes Ziel von Bürgern, Verwaltung und Politik. Die über 870 Meter lange Schutzwand, die sich von der Aichelbergstraße bis zur Gießnauquerung erstreckt, kostet alles in allem 1,3 Millionen Euro. Diese Summe trägt – abzüglich eines Verwaltungsanteils von 100 000 Euro – das Land Baden-Württemberg, in dessen Dienst die Stadt baut.