„Bei Produkten aus der Region habe ich keine Angst“
Umfrage: Nur wenige Menschen verzichten derzeit ganz auf Salat, Gurken und Tomaten – Sie achten aber darauf, wo die Ware herkommt
„Bei Produkten aus der Region habe ich keine Angst“
Der lebensbedrohliche EHEC-Erreger versetzt die wenigsten Passanten, die der Teckbote in der Innenstadt befragt hat, in Angst und Schrecken. Trotzdem schauen die Menschen aus der Region beim Kauf von Obst und Gemüse genauer hin.
Umfrage Nr: 1
Kirchheim. „Im Moment verzichte ich auf Gurken, Salat und Tomaten“, sagt Hubert Koeber aus Kirchheim. Zwar sei das gerade jetzt, wenn alles wächst und gedeiht und man Appetit auf frischen Salat hat, „sehr schmerzhaft“, räumt der 80-Jährige ein. „Aber bevor man im Krankenhaus liegt . . .“. Vorsichtig ist der Kirchheimer auch bei allen anderen Gemüsesorten. Deshalb kauft er nur noch Produkte aus Deutschland. „Laut Gerd Sonnleitner, dem Präsidenten des deutschen Bauernverbandes, düngen die Bauern hierzulande nicht mit Gülle“, hat Hubert Koeber erfahren. In Spanien hingegen stünden die Landwirte aufgrund des Preisdrucks, den die großen Supermarktketten ausüben, massiv unter Druck. „Sie müssen mit Gülle düngen. Das sind rein wirtschaftliche Gründe.“
Umfrage Nr: 2
Rose Rumberger aus Owen hat ihre Ernährung dagegen nicht umgestellt. „Ich bin Selbstversorger und habe einen eigenen Garten“, erzählt die 62-Jährige. Deshalb bereite ihr die Aufregung um den Darmkeim EHEC keinerlei Kopfzerbrechen. „Ein Garten macht zwar sehr viel Arbeit. Aber jetzt schätzt man es wieder, eigene Produkte zu haben“, betont Rose Rumberger. Im Restaurant hingegen verzichtet die Owenerin auf Salat. „Stattdessen greife ich auf gegartes Gemüse zurück.“
Umfrage Nr: 3
„Bei mir gibt es nur Obst und Gemüse aus biologischem Anbau und aus der Region“, verdeutlicht Heidrun Kaiser aus Kirchheim. Sie kauft regelmäßig auf dem Wochenmarkt in der Teckstadt ein und greift hier auch zu Gurken, Tomaten und Salat. „Wenn die Ware aus der Region kommt, mache ich mir überhaupt keine Sorgen“, stellt die 59-Jährige klar, die auch in den heimischen Gastwirtschaften bedenkenlos frischen Salat genießt.
Umfrage Nr: 4
Heinz-Dieter Jägersküpper aus Nabern hält das genauso: „Den Lokalen in der Region vertraue ich. Dort esse ich auch Salat, Tomaten und Gurken.“ Beim Einkauf legt der 60-Jährige Wert auf regionale Produkte. „Aber meine Frau und ich kaufen schon lange kein Gemüse aus Spanien mehr. Wir achten immer darauf, wo die Ware herkommt“, verdeutlicht der Naberner.
Umfrage Nr: 5
„Ich habe keine Angst vor dem EHEC-Erreger. So schnell lasse ich mich nicht verrückt machen“, winkt Melanie Wirth aus Lenningen ab. Die 33-Jährige findet, dass das Thema derzeit „zu sehr hochgepuscht“ werde. Deshalb hat sie Salat und Gemüse auch nicht von ihrem Speiseplan verbannt. „Ich wasche und schäle Gurken immer. Dann kann nichts passieren“, ist Melanie Wirth überzeugt. Allerdings setzt sie ausschließlich auf Ware aus Deutschland.
Umfrage Nr: 6
„Ein Mal ist es Rinderwahnsinn, dann wieder Schweinepest oder Vogelgrippe – und jetzt ist es EHEC. Take it easy“, sagt Setzu Giancarlo aus Brucken schulterzuckend. Der 36-Jährige verkneift sich derzeit zwar Gurken aus Spanien – aber sonst isst er alles, was die Saison hergibt. „Momentan wächst in Deutschland so viel – da braucht man doch gar nichts aus dem Ausland kaufen“, gibt Setzu Giancarlo zu bedenken. Der Restaurant-Besitzer hat auch bei seinen Kunden Gelassenheit bezüglich des EHEC-Erregers beobachtet. „Ab und an fragt jemand nach, woher das Gemüse und der Salat kommen“, erzählt der Bruckener und beruhigt: „Wir kaufen nur das ein, was die Bauern aus der näheren Umgebung derzeit anbieten.“