Vor zwei Wochen sind verärgerte Verkehrsteilnehmer, die vor dem gesperrten Tunnel bei Gruibingen standen und keinen Grund für die Sperrung erkennen konnten, bei Rot durch das neue Bauwerk gefahren. Sie hatten Glück: Da die Autobahnpolizei Mühlhausen anderweitig zu tun hatte, wurden sie nicht bestraft. Doch Lutz Wagner, Leiter der Autobahnpolizei, warnt: Es handelt sich um einen Verkehrsverstoß, der heftige Strafen nach sich zieht. So sind 200 Euro fällig, wenn die Rotphase länger bestand als eine Sekunde. Außerdem gibt es vier Punkte in Flensburg und einen Monat Führerscheinentzug. Laut Dr. Peter Zaar, Pressesprecher des Regierungspräsidiums Stuttgart, ist es durchaus üblich, dass nach dem Bau eines Tunnels noch Feinjustierungen nötig seien. „Man hat teilweise eine komplizierte Technik. Das ist nichts Außergewöhnliches.“ Er betont, dass der dreispurige Ausbau der A 8 bis Mühlhausen ohne einen Lärmschutz nicht möglich gewesen wäre. Insofern würde man auch gewissen Zwängen unterliegen. Außerdem könne man überall beobachten, dass es am Ende einer Ausbaustrecke Probleme gibt. „Wir optimieren das jetzt bei Gruibingen so gut es geht“, verspricht er. Der dreispurige Ausbau des rund neun Kilometer langen Albaufstiegs sei eine technisch schwierige und finanziell aufwendige Aufgabe, sagt Petra Bethge, Pressesprecherin des Bundesverkehrsministeriums. Der Bund und das Land Baden-Württemberg überlegen für diesen Abschnitt eine „ÖPP-Lösung“. Dabei würde ein privater Unternehmer den Ausbau der Strecke und die Finanzierung übernehmen. Ob sich diese Lösung für den Albaufstieg eignet, wird derzeit noch geprüft, ergänzt Petra Bethge. Angaben zum Beginn des Ausbaus am Albaufstieg seien momentan nicht möglich.alm
Bei Rot durch den Tunnel gefahren
