Jubiläumskonzert des Holzmadener Musikvereins mit abwechslungsreichem Programm
„Beste Art der Kommunikation“

Aus Anlass seines 60-jährigen Bestehens hat der Musikverein Holzmaden ein großes Jubiläumskonzert unter dem Motto „Swingende Blasmusik und Gesang“ veranstaltet. Sämtliche Musik treibende Vereine der Gemeinde wirkten mit.

Holzmaden. Auf der Bühne standen das Blasorchester des Musikvereins Holzmaden, der Holzmadener Chor, der Kirchenchor Holzmaden und die Holzmadian Harmonists. Durch das abwechslungsreiche Programm führte sachkundig Rainer Stephan. Der Musikverein stimmte das Publikum mit dem Konzertmarsch „Arsenal“ festlich ein und zeigte gleich zu Beginn seine musikalische Qualität.

Dirigent Jürgen Reiß verstand es nicht nur, frische und geschmackvolle Stücke auszusuchen, sondern er arbeitete diese mit den Bläsern zu trefflichen Kunstwerken aus. Der Ers­te Vorsitzende des Vereins, Werner Kneile, wies auf die intensive Probenzeit hin. Dass diese sich gelohnt hat, bewies der sonore Klangkörper auch bei dem vielschichtigen Programmwerk Kees Vlaks „Lord of seven Seas“, bei dem es um den Flug eines Raumschiffes im Jahr 3000 geht.

Bunt gemischt wechselten sich Choreinlagen, Soli und Blasorches­ter ab. Glanzlichter setzten Michaela Köster, die mit ihrer Jazz-Stimme begeisterte, und die Holzmadian Harmonists, die eigens für das Jubiläum eine „Vokale Annäherung an die Blasmusik“ erfanden. Die klanglich klar präparierten Chormitglieder zauberten Film-Stimmung in „Hymn to Red October“. André Moselewski, der den Kirchenchor einstudierte, und Katrin Graf, die Dirigentin des Holzmadener Chores, brillierten auch solistisch, ebenso wie Brigitte Meisriemler, in Titeln wie „Gabriella‘s Song“ oder „Just a Gigolo“. Anhaltender Beifall war der Lohn nach dem großen Finale „Gospel Train“.

Ums Thema „60 Jahre Musikverein Holzmaden“ drehte sich die Ansprache von Bürgermeister Jürgen Riehle. Er wies darauf hin, dass der Verein dem Land Baden-Württemberg voraus sei, da dieses erst nächstes Jahr 60 Jahre alt werde. Auch die Bundesrepublik überrage er, denn der von Ursula von der Leyen festgelegte Frauenanteil von 40 Prozent sei im Holzmadener Musikverein um vier Prozent überschritten. Das Herz des Vereins, so der Bürgermeister, sei die Kameradschaft, die sich gerade in diesem Gemeinschaftskonzert zeige. Musik sei die beste Art der Kommunikation, und die sei 1951 dringend notwendig gewesen. Seit dieser Zeit sei der Musikverein aus der Gemeinde nicht mehr wegzudenken. Die


Josef Hein erhielt
Ehrennadel in Gold und Diamant

Jugendarbeit habe einen hohen Stellenwert. Auch die Gemeinde fördert diese mit Zuschüssen für den Musik­unterricht sowie den ganzen Verein durch Fördermittel.

Pfarrer Andreas Taut überraschte mit einem spritzigen Gedicht. Er überreichte dem Verein 50 Begleitsätze für Blasorchester zum Evangelischen Gesangbuch, die ermutigen sollten, die Gottesdienste mitzugestalten. Der Vertreter des Blasmusikverbandes Esslingen, Joachim Kamin, hatte die Aufgabe, aktive Musiker für langjährige Mitgliedschaft zu ehren. Er betonte, dass diese einen wesentlichen Beitrag für das Gemeinwohl, nämlich in Unterricht, Erziehung, Kameradschaft und Gemeinschaftspflege, leisten. In Zeiten leerer Kassen werde überall gekürzt, auch wenn es – wie im Falle der Musikvereine –nicht sinnvoll sei. Der Präsidiumsbeisitzer appellierte an die Stadtväter: „Lasst die Vereine leben“.

Geehrt wurden für zehnjährige Mitgliedschaft: Maren Koser, Franziska Metzger, Katrin Oberle, Marit Weinert, Michael und Tobias Liebrich. Für 20-jährige Mitgliedschaft: Christopher Dring, Jochen Fischer und Elena Stimm. Für 30-jährige Mitgliedschaft: Karlheinz Bezler und Bernd Epple. Ein Musiker spielt seit Gründung des Vereins 1951 als Einziger im Musikverein mit: Für 60-jährige Mitgliedschaft wurde Josef Hein mit der Ehrennadel in Gold und Diamant geehrt. Er selbst schenkte seinem Ensemble eine Trompete mit Koffer. Als Überraschung spielte der Musikverein für Josef Hein die „Joschi-Polka“.