gbk. In komfortablen Bussen und von Kunsthistorikern begleitet, wird die Besichtigung von Museen und mittelalterlicher Architektur zu einem geselligen Erlebnis.
Wer sich für zeitgenössische Malerei, mittelalterliche Architektur oder klassische Literatur interessiert, bucht gerne eine Busreise zu Museen und historischen Bauwerken. Denn mit an Bord hochwertiger Fahrzeuge, die selbst lange Reisen zu einem kurzweiligen Vergnügen machen, sind auch kompetente Kunsthistoriker. Diese können Kunstwerke nicht nur dem Stil und der Epoche zuordnen, sie kennen auch unterhaltsame Anekdoten aus dem Leben großer Meister. Zudem ist eine Gruppenreise ein geselliges Erlebnis, bei dem man viele Gesprächspartner mit gleichen Interessen trifft.
Notre-Dame nach dem Brand
Zwar ist Paris gerade für Kunstfreunde immer eine Reise wert, doch seit Notre-Dame wieder geöffnet ist, rückt die frisch renovierte Kathedrale verstärkt in den Fokus der Touristen. Bei einer Führung durch das Gebäude, das zwischen 1163 und 1345 als eine der frühesten gotischen Kirchen Frankreichs errichtet und bei einem Großbrand im Frühjahr 2019 teilweise zerstört wurde, erfahren die Besucher viele Details zum Wiederaufbau.
Eine fünftägige Busreise in die französische Hauptstadt bietet auch die Gelegenheit zum Besuch der berühmten Sainte-Chapelle mit ihrer farbigen Fassung des kompletten Kirchenraumes und des Musée de Cluny mit seiner Sammlung mittelalterlicher Kunst. Bei einem Abstecher nach Reims lernen Busgruppen mit der Abteikirche Saint-Rémi eines der bedeutendsten Bauwerke der französischen Romanik kennen. Auf der Heimreise hält der Bus in Metz, denn die Glasfenster, die teilweise von Marc Chagall gestaltet wurden, machen die Kathedrale der Stadt zu einer besonderen Sehenswürdigkeit.
Das eigene Land als attraktives Reiseziel
„Vor dem Hintergrund internationaler Krisen ist die Reisewelt kleiner geworden“, stellt Hermann Meyering fest. „Im Zentrum des Interesses deutscher Touristen, die oft schon die ganze Welt gesehen haben, aber nach wie vor sehr reisefreudig sind, liegen deshalb Ziele im eigenen Land und im benachbarten Ausland“, beobachtete der Vorsitzende der Gütegemeinschaft Buskomfort (gbk). „Dabei können Busreiseveranstalter ihre Fahrzeuge so lenken, dass nicht alle Gäste zur gleichen Zeit am gleichen Ort aussteigen. Damit trägt der Reisebus auch dazu bei, den Overtourism einzudämmen.“
Liebhaber klassischer Literatur erfahren auf einer Busreise nach Thüringen, wie Anna Amalia aus dem verschlafenen Provinzstädtchen Weimar das weltoffene Epizentrum deutscher Dichtkunst machte. Auf dem Programm steht neben der Besichtigung des Wittumspalais, in dem Goethes Theaterstücke im kleinen Kreis zur Aufführung kamen, auch das Bauhaus-Museum.
Tagesfahrten im Qualitätsbus
Busreiseveranstalter bieten in diesem Jahr auch Tagesfahrten für ein Publikum mit kulturellen Interessen an – beispielsweise zur Art Karlsruhe. Die Kunstmesse zeigt Werke aus der ganzen Welt; Die breite Palette reicht von Malerei und Skulptur bis hin zu Fotografie und digitaler Kunst. Es sind Exponate, die auch gekauft werden können.
Zum ersten Mal in ihrer Geschichte widmete die Fondation Beyeler in Riehen bei Basel eine Einzelausstellung Paul Cézanne (1839 bis 1906), einem Pionier der modernen Kunst. Die Ausstellung, die Busunternehmer als Tagesfahrt in ihre Kataloge aufgenommen haben, präsentiert rund 80 Aquarelle und Ölgemälde aus verschiedenen Sammlungen, darunter Porträts, Badende in paradiesischen Landschaften und Impressionen aus der Provence.
Busse mit großzügiger Beinfreiheit sowie Toilette, Klimaanlage und Bordküche ermöglichen entspanntes Reisen. Die steigende Nachfrage nach Reisen mit Qualitätsbussen, die an den gbk-Sternen zu erkennen sind, resultiert auch aus der demografischen Entwicklung. „Ab einem gewissenhaften Alter ziehen Senioren das betreute Reisen in bequemen Fahrzeugen – mit Übernachtung im Vier-Sterne-Hotel und einem organisierten Unterhaltungsprogramm – dem Abenteuerurlaub mit dem Caravan oder Wohnmobil vor“, beobachtete Hermann Meyering.

