Kreis Esslingen. Der Slogan sei kein Zeichen von Arroganz, betonte Esslingens Landrat Heinz Eininger, sondern schlichtweg Verpflichtung. Jugendhilfe müsse Netzwerkarbeit sein. Familienstärkende Maßnahmen seien dabei besonders wichtig. Das Projekt Projufa für junge Familien sei dafür ein Musterbeispiel. Als zweites Vorzeigeprojekt wertete er die elf Jugendhilfestationen, die flächendeckend im Landkreis verteilt sind. Und schließlich ließ Eininger die Gelegenheit nicht aus, die gute Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt zu loben, obwohl es aus dem Landratsamt ausgegliedert worden ist.
Seit 2005 baut der Landkreis Esslingen Projufa aus, um junge Eltern in der Erziehungsarbeit zu unterstützen. Mit einem Baby-Begrüßungsbrief geht es los, damit erfahren alle Eltern von den Hilfeangeboten. Familienhebammen kümmern sich dann zusammen mit niedergelassenen Ärzten um die Nachsorge nach der Geburt. Mehr als 200 Familien kommt individuelle Hilfe zuteil, betont Edmund Feth, Leiter des Amts für Soziale Dienste. Über zwölf offene Treffs erreiche man noch deutlich mehr Eltern, auch solche, die sich nicht zu Kursen bei Volkshochschule oder Familienbildungsstätte anmelden würden. Das Frühstück für einen Euro dient als Lockmittel.
Manfred Sigel betonte als Sprecher der Erziehungshilfeeinrichtungen, dass ein gemeinsamer Auftritt von Landkreis und freien Trägern nicht die Regel sei. Im Kreis Esslingen werde die Vernetzung aber gelebt. An den elf Erziehungshilfestationen arbeite man als Bürogemeinschaft zusammen und organisiere über ein Fallsteuerungsteam individuelle Hilfe für Jugendliche oder Familien. Über die Stationen könne man zudem örtliche Angebote einbeziehen. Messebesucher können sich am Stand des Landkreises einen Film über die Erziehungshilfestationen anschauen.
Auch Schulamtsleiter Günter Klein lobte die gute Kooperation. Dezentrale „Tandems“ aus Schulamtsleuten und Erziehungshilfestationen ermöglichten bei Problemen von Jugendlichen ein abgestimmtes Verhalten. Gemeinsam stelle man ein Jahresarbeitsprogramm auf und organisiere Fortbildungen.
Die Messe zum Kinder- und Jugendhilfetag spricht zwar vor allem Fachleute an, aber bei kostenlosem Eintritt lohnt sich auch für Familien der Besuch. Es gibt Infos zum Umgang mit Medien, zum Freiwilligen Sozialen Jahr, zu Kinder- und Jugendreisen sowie viele Mitmachaktionen für Kinder und Jugendliche.
