Geständiger Einbrecher erzählt von Weilheimer Einbruch
Blitzeinbrüche in Juwelierläden

Blitzschnell hatten Einbrecher am frühen Morgen des 16. Oktober 2008 an einem Weilheimer Juweliergeschäft zugeschlagen und reiche Beute gemacht. Mit Spitzhacke und Hammer verschafften sie sich Zugang zu den Auslagen.

Weilheim. Ebenso verfuhren die Einbrecher in vier gleich gelagerten Fällen auf der Schwäbischen Alb. Einer der Einbrecher sitzt jetzt auf der Anklagebank des Stuttgarter Landgerichts und gibt alles zu.

Vor der 4. Großen Strafkammer des Stuttgarter Landgerichts gibt sich der 24-jährige Mann aus Rumänien jetzt geständig und reumütig. Er soll dabei gewesen sein, als eine Gruppe von mindestens drei Einbrechern von September bis Mitte Oktober 2008 in insgesamt fünf Fällen Blitzeinbrüche in Uhren- und Schmuckgeschäften zwischen Ulm und Esslingen verübten und für einen Gesamtschaden von über 10 000 Euro verantwortlich sein sollen.

Die Vorgehensweise war immer dieselbe: Man stahl zuerst einen Pkw, fuhr dann zum ausgespähten Objekt und schlug dort mit schwerem Gerät eine Schaufensterscheibe ein, um schließlich an die wertvollen Auslagen zu kommen.

Bezüglich des Einbruchs in Weilheim, dem Letzten der Serie, war damals einem Passanten bereits am Nachmittag in der Unteren Grabenstraße ein Opel mit spanischem Kennzeichen aufgefallen. Das Fahrzeug war in der Nähe des Juweliergeschäfts geparkt. Nach Einbruch der Dunkelheit, davon geht jetzt der Staatsanwalt aus, fuhren die Täter zunächst nach Geislingen und stahlen dort einen weiteren Opel, mit dem sie zurück nach Weilheim fuhren.

Am frühen Morgen des folgenden Tages wurde dann mit einem Vorschlaghammer und einer Spitzhacke die Schaufensterscheibe des Geschäfts eingeschlagen. Einer der Einbrecher kletterte hinein und holte sich aus den Vitrinen Armbanduhren im Wert von gut 50 000 Euro heraus.

Inzwischen waren durch das Geräusch der Alarmanlage Anwohner auf den Einbruch aufmerksam geworden und informierten die Polizei, die umgehend eine Großfahndung einleitete. Doch die Täter, die inzwischen in Gruibingen das Tatfahrzeug wieder gewechselt hatten, waren bereits mit der Beute verschwunden. Eine Streifenwagenbesatzung sichtete sie zwar kurz danach zwischen Gruibingen und Mühlhausen, verlor aber deren Spur wieder.

Wie es dann weiter ging, erzählte der Angeklagte gestern zum Auftakt seines Prozesses: Er und sein Freund seien mit dem Opel Richtung Autobahn geflüchtet. Als man auf einem Parkplatz kurz Rast machte, sei ein Polizeifahrzeug auf sie zugekommen und habe sie kontrollieren wollen.

Hektisch habe man dann das Fahrzeug verlassen, und sei mit der Beute unterm Arm durch den Wald gelaufen. In Gruibingen habe man dann einen Ford Escort gestohlen und sei mit diesem bis zur österreichisch-rumänischen Grenze gefahren, von wo aus man dann ebenfalls wieder zu Fuß unbehelligt nach Hause trampte.

Erst im September letzten Jahres wurde der 24-Jährige von der österreichischen Justiz nach Stuttgart ausgeliefert, nachdem er dort ebenfalls wegen ähnlicher Delikte eine Haftstrafe verbüßen musste. Seine mutmaßlichen Mittäter sind indes nach wie vor untergetaucht. Ein Urteil gegen den Mann soll am heutigen Freitag ergehen.