Landfrauen widmeten sich Gänseblümchen
Blumige Spurensuche

Das Gänseblümchen stand im Mittelpunkt bei einem gemütlichen Landfrauenabend in einem Neidlinger Garten. Ursula Reich stellte dabei ihr Buch über das Pflänzchen vor und Karin Hainzl begleitete die Lesung mit Flötenklängen.

Neidlingen. Gibt es etwas Schöneres als im frühsommerlich-blühenden Garten beieinanderzusitzen, dem Vogelgezwitscher zu lauschen, zu plaudern, eine tiefsinnige Geschichte und begleitende Musik dazu zu hören? Wohl kaum – lautet die Antwort der Neidlinger Landfrauen. Und so greift dieses Zusammensein der Landfrauen in der Sommerpause der Erwachsenenbildungsarbeit die Tradition an vergangene Blumen- und Kräuterabende in Riekers Garten auf und knüpfte mit dem fleißig blühenden Gänseblümchen dort an, wo bisher wesentliche Impulse für ein gelingendes Miteinander und Voneinander ausgingen.

Bei vielen Menschen lösen Blumen starke Gefühle aus und die Sprache der Blumen ist „blumig“. So symbolisiert das bescheidene Gänseblümchen „Unschuld, Treue“ und „ich bin dir gut“. Ein Dichter drückt es gar so aus: „Gänseblümchen, die ihr aus ärmlichem Hause stammt, ihr schmückt den Rasen wie Perlen den Samt.“ Inzwischen weiß man gar um seine heilenden Kräfte und welche Krankheiten es lindert. Was in ihm steckt, ist beachtenswert und ein Gänseblümchenquark, -butterbrot oder -tee schmeckt vielen und eine reizvolle Gänseblümchen-Dekoration schmeichelt dem Auge.

Im Mittelpunkt des Beisammenseins zur blumigen Spurensuche steht nicht nur die Pflanze als solche, sondern Ursula Reich aus Weilheim mit ihrem Buch „Das Gänseblümchen“. Voller Lebendigkeit, voller Liebe hat sich die Autorin und Aquarellmalerin dabei auf Wesentliches eingelassen, das eine einzigartige Aktualität menschlichen Lebens beinhaltet, „die ich mit dem Gänseblümchen den Menschen – kleinen und großen – aufzeigen möchte“, so Ursula Reich. Und mit subjektiver Wahrhaftigkeit und Wahrnehmung gelingt ihr dies.

Ursula Reich erzählt zunächst aus ihrem Leben, ihrem Beruf als Gründerin des Freien Kindergartens in Weilheim vor über 25 Jahren und zur Entstehung des Buches. Alle Teilnehmerinnen halten ein Exemplar in Händen, sind fasziniert von der Ausstrahlung der feinfühligen Aquarelle und dem dazugehörigen Text. Das besinnliche Aussehen von Bildern prägt. Ursula Reich fängt Stimmungen ein, friedliche Stimmungen, Unbewusstes wird bewusst.

Mit großer Sensibilität begleitet Karin Hainzl, ebenfalls Erzieherin aus Weilheim, musikalisch – jeweils mit vier verschiedenen Flöten – die einzelnen Texte. Viel Innerlichkeit ist da herauszuhören und jede Solistin – Leserin wie Musikerin – lenkt die Aufmerksamkeit auf sich, die die Zuhörerinnen allesamt genießen und zu jedem mit Erfolg praktizierten kreativen Part applaudieren lässt. Diese Reich-Hainzl‘sche Präsentation überrascht die Sinne mit einer lebensfrohen Ästhetik und bereichert die Landfrauen. rr