Überlegungen zu Schutzzaun unterhalb des Reußensteins – Verlegung des Wanderwegs angedacht
Brüchiger Fels fordert neue Strategie

Schon seit Längerem hält der Reußenstein die Landkreisverwaltung auf Trapp. Zuletzt musste nach einem Felssturz die Ruine gesperrt werden, ein halbes Jahr später auch das Waldgebiet darunter. Jetzt hat sich zudem herausgestellt, dass der Fels gar nicht zu 100 Prozent gesichert werden kann.

Neidlingen. Die Burgruine Reußenstein und ihre nähere Umgebung sind beliebte Ausflugsziele – derzeit allerdings mit Tücken. Die Burganlage selbst ist bereits seit einem Jahr für Besucher tabu, da akute Felssturzgefahr besteht. Im November vergangenen Jahres stellte sich zudem heraus, dass der Fels, auf dem die Ruine thront, extrem brüchig und verwittert ist. Seither sind auch der Wanderweg unterhalb der Burgruine, die Forststraße, die aus Richtung Neidlingen zum Wasserfall führt, sowie der darunter liegende Waldweg aus Sicherheitsgründen für Wanderer und Radfahrer gesperrt (siehe auch Artikel rechts). Und das wird auch das ganze Jahr über noch so bleiben – zumal der Kreis eine neue Hiobsbotschaft erhalten hat.

„Der Fels ist sehr zerklüftet“, schildert Wolf-Dieter Roser von der Pressestelle des Landkreises Esslingen die Situation. Als Ingenieure Ende vergangenen Jahres das Gestein untersuchten, mussten sie zu ihrer eigenen Sicherheit etliche lose Felsblöcke abwerfen. Und noch immer sind Teile des Felsens akut absturzgefährdet. Jetzt hat sich herausgestellt, dass gar nicht alles Gestein befestigt werden kann. Darum hat der Kreis eine neue Strategie ins Auge gefasst. „Wo es geht, wird der Fels durch Felsanker gesichert“, sagt Wolf-Dieter Roser. „Unterhalb der Felspartien, die nicht zu 100 Prozent gesichert werden können, wäre ein Schutzzaun die Lösung.“ Das Problem bei der Sache: „Genau in der Gefahrenzone befindet sich der Wanderweg“, gibt Roser zu bedenken. „Es sieht so aus, als müsse man den Zaun im Bereich des Wegs errichten.“ Forst, Landkreis und Schwäbischer Albverein überlegen nun gemeinsam, was sinnvoll ist. Im Gespräch sind unter anderem eine Verlegung des Wegs oder den Weg schmaler zu machen. „Noch ist aber nichts entschieden“, betont Wolf-Dieter Roser.

Dafür rechnet der Pressesprecher damit, dass der Kreis im Juli mit der Felssicherung innerhalb der Ruine beginnen kann. „Vorher geht es aus artenschutzrechtlichen Gründen nicht, denn in der Burg brüten Wanderfalken.“

Für den Landkreis ist es nicht das erste Mal, dass er sich mit der Burgruine Reußenstein befassen muss. Vor drei Jahren hatte es bereits umfangreiche Sanierungsarbeiten an der südlichen Palaswand der Burg gegeben.