Verlegung der Lauter in Schlattstall macht engen Zeitplan nötig
Brücke schneller marode als gedacht

Die Brücke „Talstraße“ in Schlattstall ist in die Jahre gekommen und muss dringend saniert werden. Damit die Anwohner zu ihren Häusern kommen, ist eine Behelfsbrücke notwendig.

Lenningen. Die Zeit drängt gleich aus mehreren Gründen: Zum einen steht die Verlegung der Lauter an, zum anderen ist der Zustand der Brücke schlechter als gedacht, weshalb ihre Sanierung vorgezogen wird. Viele Fahrzeuge überqueren die Brücke gegenüber dem Gasthaus Hirsch in Schlattstall zwar nicht, doch der Zahn der Zeit nagt trotzdem an ihr. „Es gibt Abplatzungen an der Gewölbewand, weshalb es dringend geboten ist, die Brücke zu sanieren“, erklärte Tiefbauamtsleiter Karl-Heinz Griesinger während der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.

Die Dekra hatte bei der Brückenprüfung im Jahr 2008 für die Talstraßen-Brücke die Note 3,4 vergeben. Dies bedeutet, dass die Stand- und Verkehrssicherheit beeinträchtigt ist. Deshalb hatte die Dekra empfohlen, das Bauwerk im Jahr 2013 zu sanieren. Zwischenzeitlich hat sich der Zustand jedoch wesentlich verschlechtert, weshalb eine Reparatur noch in diesem Jahr nötig ist, um weitere, größere Schäden zu vermeiden.

Dirk Brunner vom Ingenieurbüro Hettler und Partner zeigte die Schäden den Gemeinderäten auf. Risse und Löcher sind vielfach zu sehen. „Es gibt ziemlich große und breite Fugen im Gewölbe“, führte der Ingenieur aus. Außerdem stellte sich bei einer Probebohrung heraus, dass es keine Betonplatte über dem Gewölbe gibt, Schotter und Asphalt also direkt auf dem Gewölbe liegen.

All dies muss nun für etwa 140 000 Euro saniert werden. Dirk Brunner geht davon aus, dass die Arbeiten von 22. August bis 21. Oktober dauern. „Acht Wochen reichen aus“, so seine Einschätzung. In dieser Zeit wird für die Anwohner der Talstraße eine rund drei Meter lange Behelfsbrücke eingerichtet. „Über die Stahlplatte können auch Kleinlaster fahren“, sagte Karl-Heinz Griesinger über die Tragfähigkeit.

Die Brückenarbeiten sollten nach Möglichkeit auch nicht länger andauern als geplant, denn Anfang Oktober wird der zweite, 120 Meter lange Abschnitt der Lauter von der Talstraßen-Brücke in Richtung Bundesstraße 465 verlegt. Bereits 1996 war dies flussabwärts mit dem ersten Teil der Fall. Der Grund: Die Stützmauer entlang der K 1245 ist am Ortseingang unterspült und daher baufällig. Vor Jahren wurde daher aus Sicherheitsgründen die Straße an dieser Stelle verengt. „Statt die Mauer für teures Geld zu sanieren, ist die Verlegung der Lauter die bessere Methode“, sagt Kodjo Hounkpati vom Straßenbauamt, der für die Maßnahme zuständig ist. Der Bach erhält so einige Meter weiter westlich ein naturnahes Bett, das alte wird verfüllt. „Der bereits verlegte Teil der Lauter hat sich schön entwickelt“, urteilt der Straßenbauer.

Nicht nur aus Natur- und Vogelschutzgründen wird erst ab Herbst mit den Arbeiten begonnen. „Im Winter ist in der Regel der Wasserstand niedriger und es ist mit keinem starken Gewitterregen zu rechnen“, so Kodjo Hounkpati.