Gehölzhaufen entlang der Straßen müssen aus Vogelschutzgründen bis 1. April gehäckselt sein
Brutgeschäft im Blick

Zurzeit fallen aufmerksamen Autofahrern wieder zahlreiche große Gehölzhaufen neben den Straßen auf und manchen treibt die Sorge um: Was passiert mit den Vögeln, die dort möglicherweise brüten, sollte das Schnittgut noch wochenlang liegen bleiben.

Kreis Esslingen. Schnittgut von Bäumen und Sträuchern fällt zurzeit massig an. Zum einen schneiden Gütlesbesitzer ihre Obstbäume, zum andern haben sich die Mitarbeiter von Autobahn- und Straßenmeisterei mächtig ins Zeug gelegt, um noch vor dem 28. Februar Gehölze zu stutzen oder Bäume zu fällen, um Autofahrern freie Sicht zu gewähren. Aus Naturschutzgründen darf ab März keine Säge mehr zum Einsatz kommen, damit die Pflanzen austreiben können.

Dieses Werk ist vollbracht, doch nun „klemmt‘s“ bei den Firmen, die das Schnittgut häckseln sollen, denn die Aufträge dafür, gingen geballt raus. „Die kommen wegen der großen Menge nicht mit der Arbeit nach. Seit Wochen ist es uns ein Anliegen, dass das Schnittgut gehäckselt wird. Wir haben schon mehrfach angemahnt“, sagt Nadine Hilber, Pressereferentin beim Regierungspräsidium Stuttgart. Mittlerweile scheinen die Bitten erhört worden zu sein. Sowohl entlang der A 8 auf Höhe von Holzmaden, als auch im Bereich von B 313 und A 8 bei Wendlingen sind laut ihrer Aussage die Firmen mit Hochdruck bei der Arbeit.

Die Zeit drängt, denn ab dem 1.  April darf zum Schutz von Heckenbrütern kein Häcksler mehr zum Einsatz kommen. „Möglicherweise brüten wegen des milden Wetters vereinzelt jetzt schon Rotkehlchen oder Zaunkönig, doch das dürfte die Ausnahme sein“, erklärt Nadine Hilber. Sollte wider Erwarten jedoch nicht alles Schnittgut bis Ende des Monats geschreddert sein, kommt Plan B ins Spiel und das Gehölz bleibt bis nach der Brutsaison liegen. Wenn allerdings die Gefahr besteht, dass die immer trockener und dadurch leichter werdenden Äste durch Wind und Sturm auf die Autobahn gewirbelt werden können, müsste es an anderer Stelle zwischengelagert werden. „Die Straßensicherheit darf nicht gefährdet sein“, stellt die Pressereferentin klar.

Anders sieht es dagegen mit den Holzhaufen beispielsweise beim Maienwasen in Owen oder im Tiefenbachtal in der Nähe von Beuren aus. Hier können Streuobstwiesen-Besitzer ihr Baumschnittmaterial noch bis zum 5. April abliefern. Diese kurzzeitigen Sammelstellen wurden extra zu diesem Zweck eingerichtet, damit die für den Naturschutz so wichtigen Baumpfleger jederzeit ihre Äste abladen können, ohne sich an die begrenzten Öffnungszeiten der Grünschnittsammelstellen halten zu müssen. „Wir gehen davon aus, dass sich wegen des regen Fahrverkehrs und dem ständigen Abladen kein Vogel dort zum Brüten niederlässt“, sagt Peter Keck, Pressesprecher des Landkreises Esslingen. Geplant ist, das Schnittgut so schnell als möglich zu verhäckseln. „Die Gemeinden selbst haben daran großes Interesse, denn es könnte immer mehr Material dort landen“, so Peter Keck. Die Termine für den letzten Abliefertag können die Gemeinden selbst festlegen, in Lenningen ist es beispielsweise der 29.  März, in Owen der 5. April.