Neidlingen. Neben dem Frühlings- und Zwetschgenmarktfest scheint sich in Neidlingen die Winterunterhaltung des Musikvereins als weiteres Highlights herauszukristallisieren. Der Zuspruch zu dieser Veranstaltung war so groß, dass selbst die Stühle in der Halle nicht ausreichten, um allen Besuchern einen Sitzplatz anbieten zu können. Aus dem benachbarten Sportheim konnten aber kurzfristig die fehlenden herbeigeholt werden.
In der von Birgit Wagner schön dekorierten Halle konnte die Jugendgruppe des Musikvereins pünktlich mit ihrem Programm beginnen. Unter Leitung vom Jugendausbilder Thomas Kuch spielte die Gruppe das Musikstück „School Supplies Rock“ von Victor Lopez.
Mit dem Zitat „Musik ist die Weltsprache, die nicht übersetzt werden muss”, folgte die Begrüßung der Gäste durch die Vereinsvorsitzende Claudia Bayer. Die Winterunterhaltung sei der Höhepunkt der Probearbeiten im Winterhalbjahr. Sie hob das Engagement der Dirigenten und Ausbilder des Vereins hervor, die mit den Musikern ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet haben.
Die Jugendgruppe setzte das Programm mit der Ballade „Irish Dream“ von Kurt Gäbe und dem Titel „Driving Test“ – Führerscheinprüfung – von Victor Lopez fort. Ralf Mutschler erhielt dabei für sein Schlagzeugsolo einen besonderen Beifall. Mit einer Zugabe verabschiedete sich die Jugendkapelle von den Gästen.
Das Programm wurde vom Blasorchester unter Leitung von Dirigent Frank Zuber – in Neidlingen sehr geschätzt – fortgesetzt. Mit dem Marsch „The Washington Post“ von John Philip Sousa ließen es die Neidlinger Musiker richtig krachen. Die Gäste honorierten das Stück mit einen lang anhaltenden Beifall. Einen ganz anderen Stil hatte das Stück „Tokyo Adventure“ von Luigi di Ghisallo: eine Filmmusik mit vielen verschiedenen musikalischen Facetten von fremdartiger Tradition und moderner Metropole. Auch für diese Musik gab es in Neidlingen viel Beifall, ebenso für „Avatar Soundtrack Highlights“, das von James Homer für den mehrfach ausgezeichneten Film Avatar geschrieben wurde. Die Handlung des Filmes wurde von Ansagerin Nicole Wagner ausführlich erläutert. Die Filmmusik verdeutlicht die finsteren rücksichtslosen Ausbeuter und die naturverbundenen Ureinwohner mit ihrem friedfertigen Wesen. Parallelen zur Umweltzerstörung sind in diesem Film erkennbar und auch gewollt. Nach einem euphorischen Auftakt folgten choralähnliche Passagen und ständige Tempowechsel. Verschiedene Soloeinlagen erschwerten das Ganze. Mit passenden Bilde rn wurde das Stück auf einer Videoleinwand ergänzt.
Joachim Kamin vom Blasmusikverband Esslingen konnte Claudia Höflinger, Larissa Schmidbauer, Marianne Kuch und Sabine Hepperle für langjähriges aktives Musizieren im Musikverein ehren. Claudia Höflinger begann 2003 mit der Ausbildung auf der Klarinette. Seit 2007 spielt sie in der Stammkapelle. Sie ist im Jugendausschuss und seit 2009 Kassiererin. Sie bekam die Ehrennadel in Bronze. Larissa Schmidbauer bekam ebenfalls für zehn Jahre aktives Musizieren die Ehrennadel in Bronze ausgehändigt. Marianne Kuch ist seit zehn Jahren Kassiererin des Vereins und hatte gleichzeitig für fünf Jahre die Geschäftsstelle inne. Gleichzeitig spielt sie seit zehn Jahren Flügelhorn in der Kapelle. Sie wurde ebenfalls mit der Ehrennadel in Bronze ausgezeichnet. Sabine Hepperle wurde für 30 Jahre aktives Musizieren ausgezeichnet. Sie spielt mit großem Erfolg die Trompete im Verein, ist Zweite Vorsitzende des Fördervereins und organisiert Ausfahrten und Ausflüge. Sie bekam vom Blasmusikverband Württemberg die Ehrennadel in Gold ausgehändigt.
Mit dem auch von den Egerländer Musikanten gespielten anspruchsvollen Marsch „Ohne Grenzen“ von Jindrich Pravacek wurde vom Blasorchester das Konzert fortgesetzt. Er wurde vom Orchester zu Ehren aller Jubilare vorgetragen. Mit „Radetzky Forever“ wurden den Gästen wieder bekannte Melodien zu Gehör gebracht. Der Komponist John Philip Sousa hatte den Marsch von Johann Strauß etwas abgewandelt und modernisiert. Wieder ganz anders klang das „Wolgalied“ von Franz Lehar. Nach dem Text „Es steht ein Soldat am Wolgastrand . . .“ lief vielen Zuhörer ein Schauern über den Rücken, so gefühlsvoll wurde dieses Operettenstück von den Musikern vorgetragen. Das abwechslungsreiche Programm wurde mit der Polka „Die Liebste“ von Jaroslev Tvdry fortgesetzt. Dass das Konzert ohne Zugaben nicht beendet werden kann, war schon vorher klar. Auf Wunsch der Altersgruppe der Musiker wurde vom Dirigenten der „Bummel Petrus“ aufgelegt und zum Schluss folgte die passende Polka „Adjeu mein kleiner Gardeoffizier“, mit Unterstützung des Gesangsduos Hannes und Fritz. Die Polka endete mit dem lautstarken Ruf „Adjeu“ aller Aktiven. Danach schloss sich der Vorhang unter dem Beifall aller Anwesende. In einer kurzen Pause wurden Lose verkauft und die Gewinne ausgegeben.
Es folgte das mit Spannung erwartete Theaterstück „Was ist denn bloß mit Opa los?“ – ein Schwank von Werner Dalke. Die Darsteller waren Claudia Bayer, Roland Ruoß, Robert Kuch und Efi Hägele. Die Regie hatte Karl Rittmann. Bei der Aufführung gab es im Publikum so manchen Aufschrei, als der Opa von der Magd mit einem großen Metzgermesser rasiert wurde. fh
