Weilheim. „Freitag, der 13., könnte Ihr Glückstag sein.“ Mit diesem Motto wird bundesweit bereits zum sechsten Mal der Tag des Rauchmelders beworben. Zu diesem Anlass veranstaltete der Kreisfeuerwehrverband Esslingen-Nürtingen am gestrigen Donnerstagvormittag ein Pressegespräch in Weilheim.
Der stellvertretende Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands, Bernhard Dittrich, informierte die Gäste über die Gefahren von Bränden und klärte über vorherrschende Ansichten auf. Die Anzahl der Brände
hat in den letzten Jahren zugenommen, was Kreisbrandmeister Dittrich vor allem mit der gestiegenen Zahl von Kunststoffgegenständen und der neuen Bauweise erklärt. Zur Flucht aus einem brennenden Raum bleiben etwa zwei bis vier Minuten. Ein Rauchmelder kann für die entscheidende Minute Vorsprung sorgen. Bernhard Dittrich wies jedoch darauf hin, dass nur etwa 31 Prozent der Deutschen einen Rauchmelder besitzen. Davon wiederum haben fünf Prozent die Melder gar nicht installiert.
Dabei lassen sich Rauchmelder einfach an die Decke schrauben oder mit einem Magneten an eine mit Klebeband befestigte Metallplatte hängen. Doppelseitiges Klebeband allein sorgt ebenfalls für den notwendigen Halt. Argumente gegen einen Rauchmelder in der heimischen Wohnung weist Bernhard Dittrich sofort zurück. Rauchmelder gibt es heutzutage recht preisgünstig und völlig unterschiedlich in Größe, Farbe und Aussehen. In neun Bundesländern sind Rauchmelder bereits gesetzlich vorgeschrieben. In einem weiteren Bundesland ist wenigstens ein Gesetzesentwurf vorhanden. Baden-Württemberg gehört nicht dazu.
Doch ist Rauchmelder nicht gleich Rauchmelder. Eine CE-Kennzeichnung zeigt an, dass der Melder der europäischen Norm entspricht. Sicheren Schutz garantieren die Produktnorm DIN EN 14604 und die VdS-Kennzeichnung auf den Produkten. Kreisbrandmeister Dittrich betonte weiter die Wichtigkeit der regelmäßigen Überprüfung der Rauchmelder. Die Funktion sollte einmal im Monat überprüft werden, damit im Notfall alles funktioniert. Außerdem sollte der Melder viermal im Jahr gereinigt werden. Die Batterien müssen nicht getestet werden. Sie halten bis zu zehn Jahre und warnen selbsttätig vor einem zu schwachen Stand.
Als Vorbilder in Sachen Rauchmelder gelten im Kreis Esslingen die Stadt Aichtal und die Gemeinde Neckartenzlingen. Dort bekommt jedes neugeborene Kind von der Kommune einen Rauchmelder zur Geburt geschenkt.
Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Weilheim, Norbert Wahl, erzählte, dass er bereits von Menschen angesprochen wurde, die aufgrund des Rauchmelders ein Feuer frühzeitig erkennen und selbstständig löschen konnten.
Statistiken zeigen, dass seit der Einführung von Rauchmeldern ein deutlicher Rückgang an Brandtoten zu verzeichnen ist. Bernhard Dittrich fasst die Bedeutung eines Rauchmelders gut zusammen: „Ein Rauchmelder – da hat man was fürs Leben, im wahrsten Sinne des Wortes.“
Weitere Informationen zum Thema Rauchmelder und Gesetzgebung sind unter www.rauchmelder-lebensretter.de auf deutsch und türkisch erhältlich.
