32. Zehntweintrunk in der herbstlich geschmückten Limburghalle
Dank für großes Engagement

Weilheim. Wie schön der Herbst sein kann, wenn er unter dem schützenden Dach der „guten Stube“ der Stadt inszeniert wird, konnte der inzwischen schon 32. Zehntweintrunk in der Weilheimer Limburghalle einmal mehr unter Beweis stellen. Da 
Bürgermeister Johannes Züfle gleich zwei traditionelle „Tagesordnungspunkte“ gar nicht aufrufen brauchte, konnte er sich der eigenen Vorgabe stellen, schneller als im Vorjahr vom offiziellen zum inoffiziellen Teil des Abends überzuleiten.

Da übergeordnete Ehrungen „durch bürokratische Hürden“ verhindert, und das 2011 noch unter der Rubrik „Kritisches“ behandelte Thema „S21“ durch ein demokratisches Votum geregelt wurde, galt es dieses Jahr in einer klar strukturierten Rede dennoch gleich vier von außen nach Weilheim getragenen Themen gerecht zu werden, die Johannes Züfle nicht einfach außen vor lassen konnte und wollte.

Nach dem feierlichen Defilee mit persönlicher Begrüßung durch das Stadtoberhaupt wurden die geladenen Gäste zunächst von der Weilheimer Stadtkapelle in der herbstlich bunt dekorierten „altehrwürdigen Halle“ mit einem jazzigen Medley und einer flotten Polka musikalisch willkommen geheißen.

Im Anschluss mühte sich Weilheims Bürgermeister der schweren Aufgabe gerecht zu werden, möglichst alle erschienenen Vertreter des öffentlichen Lebens der Stadt in seine Begrüßung mit einzubinden. Deutlich einfacher war die verbleibende „Restgruppe“ von Bürgern, die in alphabetischer Folge ihrer Familiennamen auf die Liste zu ladender Gäste kommen und beim inzwischen schon 32. Zehntweintrunk mit dem Buchstaben „A“ eine neue Runde für die turnusmäßige offene Vertretung der gesamten Bürgerschaft einläuteten.

Sehr zufrieden zeigte sich Bürgermeister Züfle mit dem das laufende Jahr bestimmenden Themenkomplex Bildung und Betreuung, nachdem eine zukunftsgewandte neue Mensa eröffnet, und Weilheim durch weiter verbesserte Angebote für junge Familien als Wohnort noch attraktiver gemacht werden konnte.

Auch die Finanzen haben sich erfreulich entwickelt, da statt einer prognostizierten Verschuldung in Höhe von zwei Millionen Euro „nur“ die Hälfte zu Buche schlägt. Dass im laufenden Betrieb statt einer negativen Zuführung ein Überschuss von 800 000 Euro erwirtschaftet wurde, vermeldete Johannes Züfle gerne, der dank der Mehreinnahmen einer anziehenden Konjunktur von einer Zuführung in Höhe von 1,8 Millionen Euro ausgeht.

Mit einer Kreditaufnahme von einer Million Euro auf 30 Jahre wird der Zug um Zug durchgeführte Austausch von Wasserleitungen und Abwasserkanälen aus den 50er– und 60er Jahren finanziert, und damit „in äußerst langlebige Wirtschaftsgüter“ investiert, die „wieder 50 bis 80 Jahre“ halten“ sollen. Die starke Nachfrage im Baugebiet „Egelsberg III“ wertete Bürgermeister Züfle auch als Indiz für die Attraktivität der Stadt.

Als Impuls für den Erhalt des Streuobsts wurde der „Verein Schwäbisches Streuobstparadies“ gegründet. Zur Sicherung der 114 Hektar städtischer Wiesen – unter anderem am Limburgkopf – wird auf den Einsatz von Schafen und Ziegen gesetzt, und ein städtischer Schafstall errichtet, dessen Baukosten zu 70 Prozent bezuschusst werden.

Beim Thema Windkraft bedauerte Bürgermeister Züfle, dass der ursprünglich auf Weilheimer Markung vorgesehene Standort schon im Vorfeld als „mit dem Landschaftsschutz nicht vereinbar“ gestrichen wurde. Zufrieden ist er dagegen mit der Entscheidung gegen einen Baumwipfelpfad, da dessen Standort „generell nicht geeignet“ und „die Verkehrsbelastung erheblich“ gewesen wäre.

Neben dem in einer Bürgerinformationsveranstaltung schon umfassend dargestellten Beeinträchtigung Weilheims durch den unmittelbar bevorstehenden Baubeginn der Neubaustrecke Wendlingen - Ulm zeigte der Weilheimer Bürgermeister auch die finanziellen Folgen des neuen Stromkonzessionsvertrages für die Stadt auf. Da ein kostenloses Überlassen der Straßenbeleuchtung nicht mehr möglich ist, ergeben sich hier zusätzlich jährliche Kosten in Höhe von 40  000 Euro.

Nach einer Verneigung vor der Leistung der „Jubilare“ der Stadtkapelle und des Obst- und Gartenbauvereins und dem trotz schlechten Wetters eindrucksvollen Zuspruch beim Städtlesfest schloss Bürgermeister Züfle den offiziellen Teil mit dem Punkt „Persönliches“. Seiner zweiten Halbzeit als Bürgermeister und der Geburt seines zweiten Kindes sehe er mit Freude entgegen, sei aber in beiden Fällen auf Hilfe angewiesen. Für die Zukunftsgestaltung der Stadt benötige er dabei nicht nur die konstruktive Begleitung des Gemeinderats und der Mitarbeiter der Stadtverwaltung, sondern auch das Interesse und Engagement aller Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Den traditionsreichen Zehntweintrunk wollte er daher auch verstanden wissen als „kleines symbolisches Dankeschön zum Wohle der Stadt“.