Weilheim. Obermeister Konstantin Lepadusch mahnte bei der Mitgliederversammlung in der Limburghalle in Weilheim zugleich Gespräche mit den Herstellern an. Denn die Werkstattauslastung sei zwar sehr gut, aber die Händlerrendite sei mit Blick auf die Herstellergewinne zu niedrig. „Die Hersteller müssen mit ihren Netzen wieder partnerschaftlich umgehen,“ sagte der Obermeister. Das Chaos seit der Einführung des neuen Kraftstoffs E 10 binde viel Arbeitszeit in den Betrieben. Auch der Rundfunkgebühren-Staatsvertrag sorgte für viel Aufregung.
Dieter Angelmaier, Vorstandsmitglied der Innung und dort verantwortlich für die Technische Ausbildung, freute sich über die bessere Führung des Tätigkeitsnachweises im Zuge der Gesellenprüfung Teil II. Im Jahr 2010 hatte es einige Mängel gegeben.
„Von der Qualität der Ausbildung hängt die Zukunft unserer gesamten Branche ab“, betonte Angelmaier. Es werde immer schwieriger, Azubis zu finden. An den Gymnasien sei das Wahlfach Handwerk vorgesehen. Das Aussetzen der Wehrpflicht könnte zusätzliche Bewerber bringen. Gut motivierte Hauptschüler sollten nicht vernachlässigt werden. Angelmaier empfahl Praktika für diese Schüler in den Betrieben. Denn: „Ein positiver Eindruck über das Arbeitsverhalten kann eine schlechte Schulnote aufwiegen.“
Vorstandsmitglied Hansjörg Russ berichtete bei den Themen Presse und Öffentlichkeitsarbeit von den aktuellen Aktionen wie Lichttest, Deutschlands bester Autofahrer, Ja zum grünen Pfeil, Safety Cars für Safety Kids und Familienmobil.
Zu den hoheitlichen Aufgaben der Innung nahm der stellvertretende Obermeister Karl Bossler Stellung. Die jährliche Feststellung des AU-Nachweissiegel-Bestandes lief ebenso problemlos ab wie die Meldung der Betriebe bezüglich der Mängelstatistik. Die Außenprüfungen in Sachen AU und Altauto werde ab sofort Reinhard Wagner durchführen, die SP-Außenprüfungen weiterhin Frau Mögle, fügte Bossler hinzu.
Die Weiterbildungsmöglichkeiten stellte Vorstandsmitglied Wolfgang Gross vor. Zahlreiche Schulungen von AU bis hin zu Klimaanlagen biete die Innung in diesem Jahr an. Über die Internetseite der Innung können sich Interessierte anmelden.
Rückblicke zu den Themen Freie Werkstätten, Kaufmännische Berufsausbildung, Umwelt und Entsorgung gaben die Vorstandsmitglieder Uwe Diez, Gerhard Angelmaier und Albrecht Kuhn.
Nach der Präsentation der Jahresrechnung durch Geschäftsführerin Agnes Drescher und nach dem Bericht der Kassenprüfer Norbert Grau und Gerhard Roos, die dem Vorstand eine ordentliche Kassenprüfung bestätigten, entlasteten die Innungsmitglieder einstimmig Geschäftsführung und Vorstand und verabschiedeten den neuen Haushaltsplan.
Bei den Wahlen zum Vorstand der Innung wurden alle Vorstandsmitglieder einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.
Anschließend ehrte Obermeister Konstantin Lepadusch die besten Prüflinge der Gesellenprüfung Winter 2010/2011 mit einer Urkunde und jeweils zwei Eintrittskarten für das Porsche-Museum. Geehrt wurden Benjamin Deuschle vom Autohaus Höger GmbH in Weilheim, Florian Lerch, Marc Röse und Marcel Walter von Ramsperger Automobile GmbH & Co. KG in Kirchheim und Timo Netz vom Autohaus Karl Russ GmbH & Co. KG in Kirchheim.
Robert Legner vom Landratsamt Esslingen informierte unter dem Punkt Verschiedenes über das Pilotprojekt Onlinezulassung. Vor dem Jahr 2013 werde es keine echte Onlinezulassung geben. Ab Mitte 2012 könnten die Daten bereits online eingegeben werden. Das System überprüfe dann die Daten auf Richtigkeit beim Kraftfahrtbundesamt und überprüfe auch, ob Zahlungsrückstände bestünden.
„Der Autofahrer muss aber noch immer zur Zulassungsstelle, um die Papiere abzuholen und die Schilder siegeln zu lassen.“ Erst wenn der Gesetzgeber elektronische Papiere akzeptiere, sei eine echte Onlinezulassung möglich.
Der computerlesbare Personalausweis sei ein Schritt in diese Richtung, sagte der Leiter der Zulassungsstelle.pm
