„Leben im All“ heißt das neue Musical, das im Kirchheimer Schlossgymnasium aufgeführt wurde
Das große schwarze Loch will Schnuppen schnappen

Kirchheim. Der Unterstufenchor und die Unterstufenband des Schlossgymnasiums präsentierten ein Spektakel der besonderen Art. Eine Stunde lang entführten sie die Zuschauer im voll besetzen Foyer des


Sophia Schmid

Schlossgymnasiums mit

ihrem Musical „Leben im All“ in den Weltraum. Die ganze Bühne, gestaltet von der Kreativ-AG des Schlossgymnasiums, war in galaktischen Farben gehalten und selbst die Band hatte sich herausgeputzt in schwarzer Kleidung mit glitzernden Sternen.

Schon der Auftakt weckte ein unheimlich-galaktisches Gefühl:

Nach elektronischer Musik und viel Nebel betraten die Darsteller nacheinander zu einer Klavierballade mit Unterstützung der Band die Bühne. Die Planeten waren sofort farblich zu erkennen: ein roter Mars, eine gelbe Sonne, ein blauer Pluto und andere mehr. Doch sofort sorgten die übermütigen Sternschnuppen, frech und vorwitzig gespielt von Michael Beyer, Philipp Gerber, Luca Haußer, David Kaiser, Victor Röhm und Aaron Steffl für Wirbel. Schließlich stand das gesamte Ensemble auf der Bühne und die Reise konnte losgehen – ein kleines Mädchen war neugierig, wie denn das ganze Weltall entstanden ist. Seine Großmutter nahm es da­raufhin mit auf eine Zeitreise in die weit zurückliegende Vergangenheit.

Das mitreißende erste Lied „Leben im All“, das dem Musical auch seinen Namen gab, wurde abrupt unterbrochen vom großen schwarzen Loch, hervorragend gespielt und gesungen von Maike Ullrich. Es kündigte in einem swingenden Lied an, sich auf die Lauer zu legen zum Schnuppen-schnappen. Bald flogen dann auch die Sternschnuppen auf die Bühne und stellten fest: „Uns ist alles schnuppe.“ Es sei so langweilig im All, weshalb die Sternschnuppen frech Spaß fordern. Als das schwarze Loch dann eine Schnuppe schnappte, wurde sie in letzter Sekunde befreit vom superschnellen Komet XXL, den Anna Ansorge darstellte. Bei seinem Lied tanzten auch einige Sterne im Hintergrund in einer gut gelungenen Choreografie mit, für die Rosemarie Dittinger verantwortlich war. Der Komet brachte jedoch schlechte Nachrichten: Der Stern Opa Galaxos erlischt. Daraufhin verfiel das ganze All in Trauer und trug eine wunderschön traurige Ballade vor. Opa Galaxos hingegen tröstete sie. Nach zehn Milliarden Jahren sei es an der Zeit für ihn, zu gehen, und er hatte natürlich ein paar Geschenke für seine Planeten parat.

Zuerst war die Sonne dran. Sie bekam einen riesigen Eisbecher und freute sich so sehr, dass sie gleich ein Lied anstimmte. Apinaya Vithyapathy in ihrer Rolle als Sonne brachte dem Publikum glaubhaft nahe, wie heiß es ihr ist. In dem Song, in dem die Unterstufenband viele verschiedene Percussionsinstrumente einsetzte, sehnten sich alle nur nach Zitroneneis. Der Planet Saturn Superstar, gespielt von Elisa Lottig, war als Nächstes dran. Mit einem glitzernden Ring konnte er den kosmischen Boulevard stürmen. Nachdem der Komet XXL Rollschuhe, die Erde einen Mond und der Rest viele bunte Dinge geschenkt bekommen hatten, wurde das wichtigste Geschenk für Pluto, den Lea Mlynek verkörperte, übergeben: eine glitzernde Kristallkugel, mit der man in die Zukunft schauen kann. Die Freude währte jedoch nicht lange, denn das vergessene schwarze Loch rächte sich und raubte die Kristallkugel. Große Verzweiflung verbreitete sich unter den Gestirnen des Alls. Nina Guth als Mars sang sogar davon, dass sie „rot vor Wut“ wird und bekam einen Vulkanausbruch. Ein Plan wurde aber schnell gefunden. Während Venus, gespielt von Elise Stolk, das schwarze Loch ablenkte und verführte, raste Komet XXL schnell hinein und schnappte sich die Kugel. Erzürnt sang das schwarze Loch ein Lied, das im Hintergrund durch eine faszinierende Choreografie mit weißen Handschuhen begleitet wurde.

Nun wollten natürlich auch die Planeten in die Zukunft schauen. Überrascht stellten sie fest, dass es in ferner Zukunft einmal „komische kleine Wesen“, also „andere intelligente Wesen“, auf der Erde geben wird. Die Planeten und Sterne überlegten sich nun, was sie diesen Menschen bieten können und beschlossen, den Menschen bunte Sternbilder zu malen. Überall im Hintergrund tauchten nun schön gemalte Sternbilder auf.

Nun traten auch wieder das kleine Mädchen und seine Oma in Erscheinung. Endlich wusste die Kleine, wie die Sternbilder entstanden sind. Plötzlich tauchten wieder die übermütigen Sternschnuppen auf. Natürlich durften sich da alle etwas wünschen und der Wunsch des kleinen Mädchen war es, dass das schwarze Loch wieder glücklich wird. Pluto beklagte, dass er auch einmal auf die Erde möchte und kurzerhand beschloss die Oma, sich Pluto und das ganze Universum auf die Erde zu wünschen. Dieses Happy End wurde gekrönt von dem Lied „Leben im All“.

Die Solisten, der Unterstufenchor und die Unterstufenband bekamen viel Applaus vom begeisterten Publikum. Auch der Leiter des Gesangs Wolfgang Junker und sein Kollege Jochen Scheytt, der die Band sicher führte, wurden mit viel Applaus bedacht. Für die szenische Einstudierung, die ohne Fehler klappte, war Cornelia Lorentz zuständig – und auch die Schulleiterin Lucia Hefner stellte fest: „Echt spitze.“ Ihr Wunsch von den Sternschnuppen war das „Zitroneneis-Lied“ als Zugabe, das die Darsteller begeistert noch einmal vortrugen. Auch diese bekamen einen Wunsch erfüllt. Für alle wird es am Donnerstag einen riesigen Eisbecher geben.