Dettingen. Als der Weiterbetrieb des Hallenbades Dettingen vor fünf Jahren auf der Kippe stand, weil die Betriebs- und Erhaltungskosten die Einnahmen aus dem Badebetrieb bei Weitem überstiegen,gab es zwei Möglichkeiten: entweder das Bad schließen oder eine neue Strategie entwickeln. Das Bad hatte man einst gebaut, um der breiten Bevölkerung Dettingens und der Umgebung, den hiesigen Schulen und den Vereinen die Möglichkeit zu geben, den Schwimmsport auszuüben. In der sich wirtschaftlich stark verschlechternden Situation suchten Gemeinderat und Verwaltung nach Lösungen, das Bad trotz aller Schwierigkeiten noch einige Jahre als Sportstätte für Vereine und Bevölkerung zu erhalten.
Die Lösung war, das Bad an einen privaten Betreiber zu verpachten und gleichzeitig die Bevölkerung durch die Gründung eines Fördervereins Hallenbad mit einzubinden. Ziel des Vereins war, in der wirtschaftlich schwierigen Zeit Reparaturen und Instandsetzungen zum Erhalt des Hallenbades über Mitgliedsbeiträge und Spenden zu finanzieren und so die Gemeindekasse zu entlasten sowie für den Schwimmsport zum Erhalt der Gesundheit zu werben. Ohne das ehrenamtliche Engagement des Fördervereins und ohne die aus seiner Mithilfe erzielten Gelder hätte das Hallenbad als Folge der Krise nach dem damaligen Stand der Dinge geschlossen werden müssen.
Die Ideen zum Erhalt des Bades kamen an. Das Bad wurde verpachtet, und mit einem Bestand von gut 100 Mitgliedern konnte der Förderverein über Beiträge und Spenden beachtliche finanzielle Mittel aufbringen und diese unter anderem für den Austausch der Scheiben im Hallenbad und zum Erhalt der Bausubstanz einsetzen. Die Mitglieder des Vereins erhielten als Gegenleistung verbilligte Eintrittskarten für das Hallenbad.
Der Betrieb des Bades selbst lag in den Händen des privaten Betreibers, der sich naturgemäß auf ein betriebswirtschaftlich positives Ergebnis konzentrierte und dies durch verstärkte Vermietungen des Bades an Schulen und Vereine bei dadurch bedingter Einschränkung des öffentlichen Badebetriebes zu erreichen versuchte. Als dennoch im Laufe der Finanzkrise klar wurde, dass trotz aller Anstrengungen größere Aufwendungen zur alters- und verschleißbedingten Überholung und Modernisierung der Betriebssysteme des Hallenbades anstehen würden, entstanden Bestrebungen zur Zusammenarbeit mit der Stadt Kirchheim, deren Hallenbad ebenfalls stark überholungsbedürftig war.
Es wurde erkannt, dass angesichts der Finanzlagen beider Kommunen ein Parallelbetrieb zweier Hallenbäder untragbar wurde. Deshalb entschlossen sich die Gemeinde Dettingen und die Stadt Kirchheim dazu, nur noch das neuere und wirtschaftlichere ihrer beiden Bäder, nämlich das Hallenbad in Dettingen, zu erhalten und zu betreiben – und zwar in gemeinsamer Verantwortung, um vorrangig den Schulen und Vereinen der beiden Kommunen solange den Schwimm- und Gesundheitssport bieten zu können, bis die wirtschaftliche Lage es erlaubt, in Kirchheim ein neues und allen Interessenten zugängliches Hallenbad zu bauen.
Nach dem zwischen den neuen Betreibern und den örtlichen Vereinen beider Kommunen ausgehandelten Belegungsplan ist das Dettinger Hallenbad in der Wintersaison von September bis Mai gut ausgelastet und damit finanziell abgesichert. Einschränkungen entstehen für den öffentlichen Badebetrieb, der sich auf die frühen Morgenstunden und auf die Wochenenden verlagert. Den verbleibenden Abmangel teilen sich künftig beide Kommunen.
Das große Ziel, das Hallenbad Dettingen so lange zu erhalten, bis in Kirchheim ein neues Bad gebaut werden kann, wurde erreicht – und damit auch das Ziel des Fördervereins Hallenbad Dettingen, dessen Aufgabenstellung mit dieser neuen und erfolgversprechenden Konstellation von seinen Mitgliedern in der kürzlich abgehaltenen Jahreshauptversammlung als erfüllt angesehen wurde.
Mehrheitlich beschlossen die Mitglieder, den Förderverein zum Ende des Jahres aufzulösen und das vorhandene Geld, auch die aktuellen Mitgliedsbeiträge, der Gemeindeverwaltung zweckgebunden zum Erhalt des Gebäudes zur Verfügung zu stellen.pw
