Kirchheim. Die Verlosungs- und Spendenerlöse des von Gabriele Grabinger moderierten musikalisch-kulinarischen Abends mit Flying-Buffet und edlen Getränken sowie Musik von Manfred Hirschbach am Piano, Matthias Matzke am Akkordeon, Nikolas Sofranac an Gitarre und Discs und Carsten Thamm als VIP-Gast DJ „Mr Slow“, flossen in die Kasse der Solidaritätskampagne „Starkes Kirchheim“ – Allen Kindern eine Chance“.
Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Vertreter der Stadtverwaltung engagieren sich hier gemeinsam für mehr Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen aus einkommensschwachen Familien. Sie wollen Kinderarmut nicht länger hinnehmen, um die Gefahr zu bannen, dass Kinder aufgrund unglücklicher Lebensumstände auch emotional verarmen.
Als der Star der Benefiz-Veranstaltung eintraf, ging alles sehr schnell. Gastgeber Willi Djurich konnte den Starfriseur in die Arme schließen, während über 150 Gäste bereitstanden, den Herrscher über Haare und Hochsteckfrisuren zu hofieren, der im Rahmen seiner „Mission im Ländle“ neben Kirchheim auch seine Geburtsstadt Waiblingen besuchte. Mit seinen Audienzen in aufgeregten Zeiten will er seinen Landsleuten etwas Glanz, Freude und Glückseligkeit bringen, die nicht wissen, wie es mit Rot-Grün und Stuttgart 21 weitergeht, denen erst das Benzin und dann auch noch das sonnige Wetter ausging.
Ein Udo Walz lässt sich von anhaltendem Lamentieren nicht lähmen. Er bedauert zwar, dass es viele Dinge gibt, die mit 67 Jahren nicht mehr so leicht fallen, kokettiert aber vor allem damit, dass er noch jeden Tag in einem seiner Läden steht. Dass ihm Berlin zu Füßen liegt, lässt er gelten, dass ihm ganze Straßenzüge gehören, die mit seinen Salons überbaut sind, versucht er vehement aus der Gerüchteküche zu föhnen.
Gute Laune ist dem Könner mit Kamm und Schere ungemein wichtig, weshalb er das im Schwabenland ganz besonders stark verbreitete dialektische „ja, aber“ ersatzlos aus seinem Denken gestrichen hat. Wenn er eine schöne Frau sieht, ist ihm völlig egal, wenn andere das relativieren mit dem einschränkenden „aber die ist ja auch geliftet“. Da man nur einmal lebt und immer das Beste daraus machen sollte, lautet sein Motto „Das Leben ist keine Generalprobe“.
Wichtig ist ihm auch das Sprichwort über die Meister, die nicht vom Himmel fallen. Beim Blick auf seine Gesellenzeit verriet er, unter 600 Prüflingen den nicht eben eindrucksvollen Rang 597 belegt zu haben. Von dort aus kämpfte er sich dann aber umso eindrucksvoller an die Spitze. Sein Erfolgsrezept ist einfach. Er liebt und lebt nicht nur seinen Beruf, sondern auch sein leidenschaftliches Hobby Hochsteckfrisuren.
Ganz unbescheiden ist der bodenständig gebliebene Star freilich nicht. Dass ihm für seine Bemühungen um Angela Merkels Frisur „eigentlich ein Bundesverdienstkreuz zustehen würde“ steht für ihn außer Zweifel. Allerdings ärgert sich Udo Walz immer wieder über seine Kollegin, die „den Kanzlerpony auf Reisen immer viel zu stark schneidet“. Auch er leide zuweilen selbst darunter, dass die Kanzlerin in Frisurfragen oft ihren Kopf durchsetzt.
Auch wenn das zuweilen oft an die Grenze der Beratungsresistenz reiche, findet Udo Walz „Angi“ einfach großartig und betont, nur wegen ihr in die CDU eingetreten zu sein. Dass sie „wohl nicht mehr gewählt wird“, bedauert er nicht aus beruflichen Gründen, denn die Promis gehen ihm auch ohne Politikerinnen nicht aus. Nein, er findet es „typisch Deutsch“, wie schwer es die Physikerin aus der Uckermark im eigenen Land habe, während „alle Welt sie liebt“, wobei Walz mit Obama und Sarkozy gleich zwei besonders große Verehrer der Kanzlerin seines Herzens nannte.
Mit Lisa Weigend, die ungeduldig ihre blonden Locken bereithielt, konnte Udo Walz zeigen, womit er seinen Triumphzug begründet hatte. Dreißig Models hatte er in Paris einst in weniger als einer halben Stunde die Haare gemacht – und wurde damit zur legendären Leitfigur meisterlicher Hochsteckfrisurkunst, die er zur Not im Akkord, immer aber mit individueller Kreativität und Eleganz auf die Köpfe zaubert.
Aus Conny Trillers glattem blondem und aus Katja Hägeles rotem Haar zauberte er stilsichere Hochfrisur-Kostbarkeiten und hatte nach diesem Auftritt eine „Pils-Pause“ verdient. Nicht mehr zur Ruhe kamen dagegen die Besucher, denn Auktionator Willi Djurich versteigerte attraktive Wochenendfreuden, die von Gourmet- und Wellnessofferten bis hin zu PS-starken Sportwagen-Spritztouren reichten. Er motivierte dazu, für ein „Starkes Kirchheim“ tief in die Tasche zu greifen und den Abend in dem sicheren Gefühl ausklingen zu lassen, etwas für eine kinder- und familienfreundliche Stadtgesellschaft getan zu haben.
